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10.04.2015

13:30 Uhr

Krieg im Jemen

Pakistan beteiligt sich nicht an Luftangriffen

Die Abgeordneten in Pakistan haben eine Kampfbeteiligung im Jemen abgelehnt. Dennoch sicherten sie Saudi-Arabien ihre Unterstützung zu. Doch derweil feiern die Huthi-Rebellen trotz der Luftangriffe Gebietsgewinne.

Saudi-Arabien bekämpft die Huthi-Rebellen im Jemen auch durch Luftschläge – Pakistan will sich daran nicht beteiligen. dpa

Pakistan verweigert Beteiligung

Saudi-Arabien bekämpft die Huthi-Rebellen im Jemen auch durch Luftschläge – Pakistan will sich daran nicht beteiligen.

IslamabadPakistan beteiligt sich nicht an den Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen schiitische Rebellen im Jemen. Nach tagelangen Debatten votierten die Abgeordneten am Freitag dafür, dass Pakistan in dem Konflikt neutral bleiben solle. Das Land solle eine führende diplomatische Rolle zur Beendigung der Krise einnehmen. Die Konfliktparteien im Jemen wurden aufgerufen, die Auseinandersetzung durch friedlichen Dialog zu lösen.

Falls der Konflikt im Jemen zu einem radikalen religiösen Krieg werde, wäre dies für die ganze Region, auch Pakistan, kritisch, hieß es in der vom Parlament beschlossenen Resolution. Die internationale Gemeinschaft müsse ihre Bemühungen für Frieden im Jemen verstärken. Ziel sei eine sofortige Feuerpause.

Auch wenn sich die Abgeordneten gegen eine Teilnahme an den Luftangriffen aussprachen, drückten sie Saudi-Arabien ihre uneingeschränkte Unterstützung zu. Im Falle einer Verletzung der Grenzen des Königreichs oder einer Bedrohung des heiligsten Ortes Mekka werde Pakistan Schulter-an-Schulter mit Saudi-Arabien und seinem Volk stehen.

Krieg im Jemen: Eine Chronologie

Januar 2011

Im Land beginnen, inspiriert durch den Arabischen Frühling, Massenproteste gegen Langzeitherrscher Salih. Das Regime geht mit Gewalt gegen Demonstranten vor. (Quelle: dpa)

Januar 2012

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih gibt seine Macht an seinen Vize Abed Rabbo Mansur Hadi ab. Nach offiziellen Angaben starben in dem ein Jahr andauernden Widerstand mehr als 2000 Demonstranten.

März 2013

Ein nationaler Dialog soll den Übergang zur Demokratie ermöglichen. Mehrere politische Gruppen, darunter auch die Huthis, arbeiten an einer neuen Verfassung. Als es zu Gefechten zwischen salafistischen Gruppen und Huthis im Norden des Landes kommt, distanziert sich der Stamm Anfang 2014 vom Ergebnis der Konferenz.

September 2014

30.000 Huthi-Anhänger belagern die Hauptstadt Sanaa und übernehmen wichtige Regierungsgebäude. Im Oktober erzwingen die Rebellen von Präsident Hadi eine Regierungsumbildung, im Osten und Süden des Landes rücken sie weiter vor.

Januar 2015

Die Huthi umstellen in Sanaa den Präsidentenpalast mit Panzern. Hadi und mehrere Regierungsmitglieder werden unter Hausarrest gestellt, der Präsident bietet seinen Rücktritt an.

Februar 2015

Hadi flieht ins südjemenitische Aden und ernennt seinen Fluchtort zur neuen Hauptstadt. Die Rebellen beginnen mit ihrem Marsch gen Aden.

März 2015

Mit Hilfe von Getreuen des Ex-Präsidenten Salih erobernd die Huthis die letzten Militärbasen vor Aden. Hadi bittet seine arabischen Nachbarn um eine Intervention, er selbst taucht unter.

Das vorwiegend sunnitische Pakistan, das eine lange Grenze mit dem schiitischen Machtzentrum Iran hat, will nicht in den sich ausweitenden Konflikt hineingezogen werden, der zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zu werden droht.

Die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten haben große Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht. Der Iran gilt als Schutzmacht der Huthis, die mit Teilen der regulären Truppen verbündet sind, die loyal zum früheren Präsidenten Ali Abdullah Salih stehen. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi ist außer Landes geflohen.

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