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24.04.2015

16:46 Uhr

Krieg im Jemen

Schon über 1200 tote Kinder durch Luftschläge

Die saudi-arabisch geführte Luftoffensive gegen Huthi-Rebellen im Jemen haben bisher weit über 1000 zivile Opfer gefordert, darunter mindestens 115 Kinder. Trotz gegenteiliger Angaben setzt das Land die Angriffe fort.

Die Luftschläge im Jemen haben bisher weit über 1000 zivile Opfer gefordert, darunter zahlreiche Kinder. dpa

Offensive gegen Huthi-Rebellen

Die Luftschläge im Jemen haben bisher weit über 1000 zivile Opfer gefordert, darunter zahlreiche Kinder.

SanaaIm Jemen sind UN-Angaben zufolge seit Beginn der von Saudi-Arabien geführten Luftoffensive gegen die schiitischen Huthi-Rebellen mindestens 115 Kinder getötet worden. Außerdem seien 1185 Zivilisten getötet worden, sagte der Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, am Freitag. Seine Angaben bezogen sich auf die Zeit vom 26. März bis zum 22. April.

Obwohl Saudi-Arabien erklärt hatte, die Bombardements würden eingestellt, gab es auch am Freitag weitre Luftangriffe. Augenzeugen berichteten, ein Stadion und mehrere Dörfer nahe der Stadt Sindschibar im Süden das Landes seien bombardiert worden.

In der Stadt Lahdsch seien ein Gerichtsgebäude, Polizeistationen und Ackerland beim internationalen Flughafen von Aden getroffen worden. Die Luftangriffe richteten sich auf zivile Objekte, in denen die Huthis nach Erkenntnissen der Angreifer Waffen oder Soldaten versteckt haben.

Gefechte im Jemen: Wer und was? (April 2015)

Die Huthis

Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Früher unterdrückt, etablierten sie sich mit Beginn des Arabischen Aufstands ab 2011 als politische Kraft. Im September 2014 eroberten rund 30.000 Huthis die Hauptstadt Sanaa. Vor einigen Wochen setzten sie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung ab. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind.

Präsident Hadi

Präsident Hadi flüchtete im vergangenen Februar in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er versucht weiterzuregieren. Der von den USA unterstützte Staatschef will einen Föderalstaat errichten - scheiterte aber an der Stärke der Huthis.

Ex-Präsident Salih

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih war über 30 Jahre Herrscher im Jemen. Nach Protesten musste er Anfang 2012 zurücktreten. Die USA werfen ihm vor, das Chaos geschürt zu haben. Die UN haben Sanktionen gegen ihn verhängt. Medien berichteten über Absprachen Salihs mit den Huthis. Saudi-Arabien gewährte Salih nach dessen Rücktritt Unterschlupf. Der reiche Golfstaat hat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten.

Der Iran

Der Iran versucht als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen. Experten vermuten, der Iran unterstütze die Huthis möglicherweise finanziell, habe aber - anders als im Falle der Hisbollah im Libanon oder der schiitischen Milizen im Irak - keinen operativen Einfluss auf sie.

Saudi-Arabien

Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit Ende März 2015 im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen. Riad sieht - anders als viele Nahost-Experten - in der Miliz der schiitischen Sekte einen „Klienten“ des Iran, der auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof des sunnitischen Königreichs übernehmen wolle.

Al-Kaida

Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten, die sich unter anderem zum Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ bekannten, galten bisher als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. In den vergangenen Monaten bekannten sich Extremisten und bisherige Al-Kaida-Anhänger zu der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert. Trotz einer sehr ähnlichen Ideologie ist der IS mit Al-Kaida verfeindet.

Die Huthi-Rebellen haben seit vergangenem Herbst immer größere Teile Jemens unter ihre Kontrolle gebracht und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi in die Flucht getrieben. Sie werden vom schiitischen Iran unterstützt, doch betont Teheran, keine Militärhilfe zu leisten. Ende März griff eine Gruppe von Golfstaaten unter Führung des sunnitischen Saudi-Arabiens ein und versuchte, die Rebellen mit Luftangriffen zu stoppen.

Von

ap

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

24.04.2015, 19:24 Uhr

Islamgläubige tötet keine eigene Kinder, außer im Mittelmeer oder es sind Andersgläubige. Hier führen Sie Ihren Auftrag durch: Tötet Andersgläubige!!

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