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20.04.2015

19:23 Uhr

Krieg im Jemen

Zivilisten sterben bei Luftangriff

Viele Zivilisten sterben bei Luftangriff auf Jemens Hauptstadt Sanaa: Mindestens 40 Menschen sind einem Bombenangriff saudischer Kampfflugzeuge zum Opfer gefallen. Derweil wird die Lage am Boden immer dramatischer.

Was aussieht wie Feuerwerk ist Kriegsrealität: Die illuminierten Spuren von Bodenabwehrraketen in der jemenitischen Hauptstadt. ap

Der Himmel über Sanaa

Was aussieht wie Feuerwerk ist Kriegsrealität: Die illuminierten Spuren von Bodenabwehrraketen in der jemenitischen Hauptstadt.

SanaaBei einem Angriff saudischer Kampfflugzeuge auf ein Militärlager in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind 40 Zivilisten getötet worden. Mehr als 300 Menschen erlitten Verletzungen, wie Krankenhausärzte bestätigten. Die angegriffene Basis liegt auf einer Anhöhe über dicht bevölkerten Wohnvierteln. Infolge der gewaltigen Detonationen stürzten dort viele Wohnhäuser ein.

Es war das folgenschwerste Bombardement seit Beginn der Luftangriffe am 26. März. Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis greift seitdem Stellungen und Waffenlager der schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Norden an. Diese Aufständischen kämpfen gegen sunnitische Milizen und Sicherheitskräfte, die loyal zu dem ins Ausland geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen.

Bei dem jüngsten Bombardement in Sanaa wurde den Berichten zufolge das Studio des Radiosenders Yemen FM zerstört, ein Journalist kam ums Leben. Beschädigt wurde auch die indonesische Botschaft. Zwei Diplomaten und ein weiterer Indonesier erlitten Verletzungen, bestätigte der indonesische Außenminister Retno Marsudi in Jakarta.

Krieg im Jemen: Eine Chronologie

Januar 2011

Im Land beginnen, inspiriert durch den Arabischen Frühling, Massenproteste gegen Langzeitherrscher Salih. Das Regime geht mit Gewalt gegen Demonstranten vor. (Quelle: dpa)

Januar 2012

Ex-Präsident Ali Abdullah Salih gibt seine Macht an seinen Vize Abed Rabbo Mansur Hadi ab. Nach offiziellen Angaben starben in dem ein Jahr andauernden Widerstand mehr als 2000 Demonstranten.

März 2013

Ein nationaler Dialog soll den Übergang zur Demokratie ermöglichen. Mehrere politische Gruppen, darunter auch die Huthis, arbeiten an einer neuen Verfassung. Als es zu Gefechten zwischen salafistischen Gruppen und Huthis im Norden des Landes kommt, distanziert sich der Stamm Anfang 2014 vom Ergebnis der Konferenz.

September 2014

30.000 Huthi-Anhänger belagern die Hauptstadt Sanaa und übernehmen wichtige Regierungsgebäude. Im Oktober erzwingen die Rebellen von Präsident Hadi eine Regierungsumbildung, im Osten und Süden des Landes rücken sie weiter vor.

Januar 2015

Die Huthi umstellen in Sanaa den Präsidentenpalast mit Panzern. Hadi und mehrere Regierungsmitglieder werden unter Hausarrest gestellt, der Präsident bietet seinen Rücktritt an.

Februar 2015

Hadi flieht ins südjemenitische Aden und ernennt seinen Fluchtort zur neuen Hauptstadt. Die Rebellen beginnen mit ihrem Marsch gen Aden.

März 2015

Mit Hilfe von Getreuen des Ex-Präsidenten Salih erobernd die Huthis die letzten Militärbasen vor Aden. Hadi bittet seine arabischen Nachbarn um eine Intervention, er selbst taucht unter.

Nach UN-Angaben wurden bei Luftangriffen und Kämpfen am Boden zwischen Mitte März und Mitte April 731 Menschen getötet und mehr als 2750 verletzt. Die Bundesregierung lotet indes Wege für eine internationale Konferenz zur Beendigung des Bürgerkriegs im Jemen aus. „Wir brauchen so etwas wie eine Atempause.

Wir brauchen einen Weg hin zu politischen Gesprächen“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag am Rande von Beratungen mit EU-Amtskollegen in Luxemburg. Sein Staatssekretär Markus Ederer habe in der vergangenen Woche in der Region mit Vertretern Saudi-Arabiens und des Irans Gespräche zu einer möglichen Konferenz geführt. Er habe nicht den Eindruck, dass sich der Konflikt auf militärischem Wege lösen lasse, sagte Steinmeier.

Von

dpa

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