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05.04.2011

16:48 Uhr

Krieg in der Elfenbeinküste

Ouattarra steht kurz vor dem Sieg

Entscheidung in Abidjan: Bereits in wenigen Stunden könnten die Kämpfe vorbei sein, sagte der französische Verteidigungsminister. Präsident Gbagbo verhandelt derweil über seine Ausreise.

Ein Kämpfer des gewählten Präsidenten Ouattara sucht im Gefecht Deckung. Quelle: Reuters

Ein Kämpfer des gewählten Präsidenten Ouattara sucht im Gefecht Deckung.

Laut Afrikanischer Union ist Mauretanien als Aufnahmeland im Gespräch. Gbagbos Militärchef hatte zuvor einen Waffenstillstand gefordert. Sein Außenminister begab sich am Dienstag in den Schutz des französischen Botschafters in Abidjan.

Unter dem Druck einer gegnerischen Offensive hat der Militärchef des ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo zu einem Aussetzen der Kämpfe aufgerufen. „Wir rufen von heute an zu einem Waffenstillstand auf“, sagte General Philippe Mangou am Dienstag per Telefon. Truppen des international als Sieger der Präsidentenwahl anerkannten Alassane Ouattata hatten am Montag zu einem neuen Großangriff auf die Millionenmetropole Abidjan angesetzt, in der sich Gbagbo verschanzt hat.

Die Truppen des gewählten Präsidenten Alassane Ouattara waren immer weiter in die Wirtschaftsmetropole Abidjan vorgedrungen, wo sich sein Rivale Laurent Gbagbo verschanzt hat. Unterstützt werden die Ouattara-Einheiten von internationalen Truppen und französischen Einheiten, die vor allem zum Schutz der Zivilbevölkerung eingreifen. Frankreich bringt derweil tausende seiner Bürger in dem westafrikanischen Staat in Sicherheit.  

UN-Soldat in Abidjan. Am Montag hatten UN-Truppen und französische Streitkräfte Gbagbos Wohnsitz und Stellungen seiner Truppen beschossen. Quelle: dapd

UN-Soldat in Abidjan. Am Montag hatten UN-Truppen und französische Streitkräfte Gbagbos Wohnsitz und Stellungen seiner Truppen beschossen.

Am Montag hatten UN-Truppen und französische Streitkräfte in den Konflikt eingegriffen und Gbagbos Wohnsitz sowie die Stellungen seiner Truppen beschossen. Hubschrauber der UN vom Typ Mi-24 hätten ein Waffendepot angegriffen, hieß es aus Diplomatenkreisen. Auf der Internetseite Youtube war ein Video zu sehen, das heftige Explosionen in dem Depot zeigte. Das Eingreifen Frankreichs und der UN in die Kämpfe wird möglicherweise ein Nachspiel im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) haben. Russland zweifelte die Rechtmäßigkeit der Intervention an und forderte eine Unterrichtung des Sicherheitsrats. Das Mandat verpflichte UN-Friedenstruppen zu Neutralität und Unparteilichkeit.

Unterdessen wurde bekannt, dass Gbagbo nun offenbar doch über seinen Rücktritt verhandeln will. Das sagte der von Ouattara bestellte Botschafter in Frankreich am Dienstag im France Info Radio. „Laut meinen Informationen verhandelt er über seine Aufgabe,
weil er verstanden hat, dass das Ende naht“, sagte Ali Coulibaly. „Das Spiel ist vorbei.“

Die Truppen Ouattaras hatten nach Aussage von dessen Sprecherin Anne Oulouto in der Nacht die Residenz Gbagbos im Stadtteil Cocody im Osten Abidjans unter ihre Kontrolle gebracht. Der Präsidentenpalast liegt im Süden der Stadt. Wo sich Gbagbo aufhält, war nicht bekannt. In der Gegend des Präsidentenpalastes sei schweres Geschützfeuer zu hören gewesen, berichteten Einwohner aus Abidjan der Online-Ausgabe der französischen Zeitung "Le Figaro". Gekämpft werde auch rund um die Polizeischule in Cocody, wo zahlreiche Ausländer lebten. Die Lage dort sei besonders heikel, weil die Brücken, die zu dem Stadtviertel führten, von Anhängern Gbagbos gehalten würden.

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