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13.04.2015

14:20 Uhr

Krieg in der Ukraine

Neue Kämpfe in der Ostukraine

Das Blutvergießen geht weiter: Die Kämpfe in der Ostukraine sind jüngst wieder aufgeflammt. Es gibt mindestens einen Toten. In Berlin sollen neue Beratungen zum Konflikt stattfinden – mit allen Konfliktparteien.

Pro-russische Rebellen in Donezk: Die Lage in den Volksrepubliken wird wieder brenzliger. dpa

Krise in der Ukraine

Pro-russische Rebellen in Donezk: Die Lage in den Volksrepubliken wird wieder brenzliger.

DonezkIm Osten der Ukraine sind nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa nach mehr als einem Monat relativer Ruhe wieder vermehrt Kämpfe aufgeflammt. Das ukrainische Militär meldete am Montag, ein ukrainischer Soldat sei in den letzten 24 Stunden getötet, sechs weitere seien verwundet worden. Die prorussischen Rebellen berichteten von vier Verwundeten in ihren Reihen. In Berlin wollten die Außenminister Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine über die Krise beraten.

Eine von den prorussischen Rebellen betriebene Nachrichtenagentur berichtete, die Zahl der verwundeten Kämpfer habe sich nach den schweren Gefechten vom Wochenende verdreifacht. Kämpfe mit Einsatz von Panzern und schwerer Artillerie habe es nördlich der Rebellenhochburg Donezk gegeben, hatte die OSZE bereits am Sonntag gemeldet. Schwere Waffen sollten nach dem Minsker Friedensabkommen eigentlich schon längst von der Front abgezogen worden sein.

Auch im Dorf Schyrokyne nahe der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol gab es den Angaben der OSZE zufolge Gefechte. Mörserbeschuss und Maschinengewehrfeuer sei zu hören gewesen, den Beobachtern sei aber der Zugang zu dem Ort verwehrt worden, hieß es.

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.

Mörserbeschuss wurde am Montag auch aus Donezk gemeldet. Zudem soll es Kämpfe am zerstörten Flughafen der Stadt gegeben haben. Dorthin durften Journalisten seit Sonntag wegen der prekären Sicherheitslage nicht.

In dem seit einem Jahr andauernden Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten sind mehr als 6000 Menschen ums Leben gekommen. Seit einer im Februar verkündeten Waffenruhe nahmen Zahl und Heftigkeit der Kämpfe deutlich ab. Einige schwere Waffen wurden von der Front abgezogen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr peter Spirat

13.04.2015, 15:05 Uhr

Wer denkt, dass der Ami aufhört in der Ukraine zu stänkern, der hat sich geirrt.

Europa wächste gerade zusammen und langsam zeichtnet sich auch ab, dass D-RUS immer näher an China heran rücken. Wenn aber das passiert, ist die zionistisch-amerikanische vorherrschaft endgültig beendet. AmiLand hat nix, echt nix, was es dagegen machen kann. Vor allem aber wäre IWF und Dollar als Leitwährung dann vom Tisch.

Also MÜSSEN sie dafür sorgen, dass die gute Zusammenarbeit zwischen D / RUSS torpediert wird und da geht nur über die Ukraine. Egal, was in der Ukraine passiert, immer wenn es Ärger gibt, steht der Ami im Hintergrund und zettelt Streit an.

Iwi tut es mir im tiefsten Inneren weh, was aus dem Land der Freimaurer und Zionisten geworden ist. Von Freimaurern gegründet, doch von den zionisten in den Abrund geführt. denn auf Dauer kann man Geld-Scheine nicht fressen. Aber das werden Zioniasten nie verstehen.

Herr Peter Noack

14.04.2015, 08:03 Uhr

Wer versorgt die Millionen Ukrainer russischer Nationalität in der Ostukraine? Wer bezahlt die Renten, die Lehrer, die Verwaltung organisiert das Gesundheitswesen usw.? Wie ist der Wiederaufbau nach den Zerstörungen organisiert? Das ist zumindest klar. Es ist so wie in Gaza. Es gibt kein Baumaterial. Aber Wahlen nach westukrainischem Recht der Nationalisten soll es geben. Glaubt denn jemand, dass nach dem Minsk II Abkommen die Tricksereien aufhören? Die Politik der Stärke oder Schwäche geht doch weiter. Für die Kiewer läuft es doch auf das nächst Srebreniza heraus. Was könnten denn die OSZE für den Schutz der ethnischen Russen im Donbass leisten, wenn nationalistische Bataillone der Oligarchen einmarschieren? Die Antwort liegt klar auf der Hand. Nur die Moskauer Russen können die ukrainischen Russen schützen.

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