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19.07.2014

16:59 Uhr

Krieg in Gaza

Israel zerstört Tunnel und Raketen der Hamas

Israel verkündet Erfolge bei seiner Bodenoffensive: Es wurden wichtige Tunnel und Raketen der Hamas zerstört. Trotz steigender Opferzahlen und internationaler Appelle will Israel die Offensive noch ausweiten.

Krieg in Gaza

Israelische Bodenoffensive geht weiter

Krieg in Gaza: Israelische Bodenoffensive geht weiter

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Gaza/Tel AvivIsrael meldet erste Erfolge seiner Bodenoffensive im Gazastreifen. „Wir haben die beiden wichtigsten strategischen Errungenschaften der Hamas schwer getroffen: die Raketen und diese Tunnel“, sagte Militärsprecher Peter Lerner am Samstag.

In den ersten 24 Stunden seit dem Einmarsch in das Palästinensergebiet entdeckte das israelische Militär dort nach eigenen Angaben 13 bis zu 30 Meter tiefe Tunnel nach Israel, die für Angriffe genutzt werden könnten.

Die Bodenoffensive geht damit weiter. Trotz aller Appelle und internationaler Vermittlungsbemühungen zeichnet sich in Nahost kein Ende der Gewalt ab. Am zwölften Tag der israelischen Angriffe auf Ziele im Gazastreifen stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf mindestens 338. Wie der Leiter der palästinensischen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, am Samstag weiter mitteilte, wurden zudem bislang 2380 Menschen verletzt. In Israel starb bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser ein zweiter Zivilist an den Folgen seiner Verletzungen.

Streitpunkte zwischen Israel und Hamas

Ende der Feindseligkeiten nicht in Sicht

Sowohl Israel als auch die Palästinenser verlangen ein Ende des Beschusses. Jedoch befeuern sich Hamas und Israel beständig gegenseitig, so dass ein Ende der Gewalt nicht in Sicht ist.

Grenzübergänge

Die Hamas will in Gaza vor allem den Güter- und Personenverkehr über die Grenze wieder in Gang setzen. Israel blockiert die Grenzübergänge im Osten und Norden sowie von der Seeseite, Ägypten führt im Süden ein strenges Grenzregime. Der gescheiterte ägyptische Vorschlag sah vor, Übergänge im Süden zu öffnen, wenn sich die Lage beruhigt habe.

Der Hamas geht es vor allem um den Übergang in Rafah. Es ist der wichtigste Zugang der Menschen von Gaza zur Außenwelt. Ägypten hat dort den Personenverkehr im vergangenen Jahr stark eingeschränkt. Dies hängt mit der engen Verbindung der Hamas zur in Ägypten verfolgten islamistischen Muslimbruderschaft zusammen, der der gestürzte Präsident Mohammed Mursi angehört. Die Hamas will nun vor allem von Ägypten Garantien für den Übergang in Rafah, denn frühere Versprechungen waren nicht eingehalten worden.

Gefangene

Bei der Suche nach drei entführten und letztlich getöteten israelischen Religionsschülern im Westjordanland haben israelische Sicherheitskräfte Hunderte Hamas-Angehörige festgenommen. Dutzende der Männer waren bereits früher in Haft und wurden bei einem Gefangenenaustausch 2011 freigelassen. Israel argumentiert, die nun wieder Festgenommenen hätten gegen ihre Entlassungsbedingungen verstoßen. Die Hamas will sie mit ihrem ununterbrochenen Raketenbeschuss freipressen. Beobachter rechnen nicht damit, dass sich Israel darauf einlassen könnte.

Entmilitarisierung

Israel würde eine Waffenruhe mit der Hamas akzeptieren, wenn sie für eine Entmilitarisierung des Gazastreifens genutzt würde. Raketen und von der Hamas genutzte Tunnel will Israel beseitigen.

Die Hamas hat ihr Raketenarsenal in den vergangenen Jahren erweitert. Inzwischen kann sie auch weiter entfernte Ziele in Israel angreifen. Raketen flogen bereits auf Tel Aviv und bis zur mehr als 160 Kilometer entfernten Stadt Haifa. Für die Hamas kommt eine Entwaffnung nicht infrage.

Aussicht auf eine längere Kampfpause?

Zuletzt hatten sich Hamas und Israel 2012 einen mehrere Tage dauernden bewaffneten Konflikt geliefert. Danach war für mehrere Monate weitgehend Ruhe. Israel hofft, mit seinen massiven Angriffen diesmal die Hamas einzuschüchtern und sie so auf längere Zeit von Raketenbeschuss abzuhalten.


Die Gefechte zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas gehen unvermindert weiter. Die israelische Armee weitet ihre Angriffe auf das Zentrum der dicht besiedelten Mittelmeer-Enklave aus. Die Hamas lehnt weiterhin die Bedingungen für eine Feuerpause ab. Ägypten will sein Vermittlungsangebot nicht nachbessern. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wollte am Samstag in den Nahen Osten reisen und sich für eine Waffenruhe einsetzen.

Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete traf am Samstag ein Haus in einem Beduinendorf nahe der südisraelischen Stadt Dimona. Ein 32 Jahre alter Mann starb. Zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren sowie zwei 30 Jahre alte Frauen seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte Polizeisprecher Micky Rosenfeld mit. In der Nähe der Stadt befindet sich Israels Atomreaktor. Die Beduinen in der Negev-Wüste hatten sich zuletzt darüber beklagt, dass ihre oft ärmlichen Siedlungen nicht vom wirkungsvollen israelischen Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ geschützt würden.

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