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20.11.2011

18:12 Uhr

Krieg in Libyen

Ex-Geheimdienst-Chef und Gaddafi-Sohn in Haft

Libyens Rebellen haben Gaddafis Sohn Saif al-Islam und Ex-Geheimdienst-Chef Abdullah al-Senussi gefasst. Ob den wichtigsten Spitzen des Gaddafi-Regimes in Libyen oder Den Haag der Prozess gemacht wird, ist aber unklar.

Saif Al-Islam (l.) und Abdullah Al-Senussi sind laut Medienberichten festgenommen worden. Reuters

Saif Al-Islam (l.) und Abdullah Al-Senussi sind laut Medienberichten festgenommen worden.

Kairo/BrüsselLibyen will dem nach wochenlanger Flucht gefassten Gaddafi-Sohn Saif al-Islam selbst den Prozess machen. So wolle es das Volk, erklärte der Nationale Übergangsrat am Sonntag. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wirft dem 39-Jährigen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor und fordert die Auslieferung.

Chefankläger Luis Moreno-Ocampo will in dieser Woche nach Libyen reisen, um das Procedere zu erörtern. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton forderte Libyen zur Zusammenarbeit mit dem Strafgerichtshof auf. Nach einem Bericht des libyschen Fernsehens wurde auch Gaddafis bisher flüchtiger Geheimdienstchef Abdullah al-Senussi gefasst.

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Der 39-jährige Lieblingssohn des einstigen Machthabers Muammar al-Gaddafi, der am Samstag gefasst wurde, war auch mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Moreno-Ocampo wirft der alten Staatsführung inklusive Saif al-Islam und Al-Senussi Morde an Hunderten Zivilisten, Folterungen, militärische Gewalt gegen unbewaffnete Demonstranten und gezielte Massenvergewaltigungen vor. Im Falle eines Schuldspruchs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit droht als Höchststrafe lebenslange Haft, bei einem Verfahren in Libyen sogar die Todesstrafe.

Der Nationale Übergangsrat, in dem auch die Militärs vertreten sind, kündigte im arabischen Sender Al-Dschasira an, Saif al-Islam werde gut behandelt und bekomme ein faires Verfahren. Zuvor hatten bereits Interims-Regierungschef Abdulrahim Al-Kib und Justizminister Mohamed al-Alaki erklärt, dem prominenten Gefangenen solle in Libyen der Prozess gemacht werden.

Milizionäre der Übergangsregierung hatten den 39-Jährigen am Samstag im Süden Libyens festgenommen. Die Nachricht verbreitete sich in dem nordafrikanischen Land in Windeseile, die Menschen jubelten, Autokorsos fuhren durch die Straßen - zum Zeichen der Freude.

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