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07.06.2011

18:11 Uhr

Krieg in Libyen

Gaddafi will "tot oder lebendig" in Tripolis bleiben

Die Nato flog am Dienstag die schwersten Luftangriffe auf Tripolis seit Beginn des Krieges - offenbar wurde auch Gaddafis Wohnsitz auf dem Stützpunkt Bab al-Asisija getroffen. Doch der Diktator gibt nicht auf.

Rauch steigt über Tripolis auf. Anscheinend trafen die Angriffe auch Gadaffis Wohnsitz. Quelle: Reuters

Rauch steigt über Tripolis auf. Anscheinend trafen die Angriffe auch Gadaffis Wohnsitz.

Tripolis/Istanbul Die libysche Hauptstadt Tripolis ist am Dienstag von mehreren Explosionen erschüttert worden. Anwohner sagten, es habe mehrere Luftangriffe der Nato auf den Stützpunkt Bab al-Asisija gegeben, wo Oberst Muammar al-Gaddafi seinen Wohnsitz hat. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Am Nachmittag berichteten Augenzeugen von einem Brand in dem Bezirk. Sie sahen große Rauchwolken aufsteigen. Ihren Beobachtungen zufolge wurden unter anderem der Sitz der Revolutionskomitees, ein palastartiges Gebäude und eine Wacheinheit getroffen. Am Montag hatte die Nato nach eigenen Angaben eine Kommandozentrale der Gaddafi-Truppen in Tripolis bombardiert.

Libyens Staatschef Muammar Gaddafi zeigte sich trotz der massiven Luftangriffe unbeugsam. Er werde in Tripolis bleiben, „tot oder lebendig“, sagte Gaddafi am Dienstag in einer Audiobotschaft im staatlichen Fernsehen. „Wir werden nicht kapitulieren, wir begrüßen den Tod, der Märtyrertod ist Millionen Mal besser“. Seine Anhänger rief er auf, zu seiner im Laufe des Tages mehrmals getroffenen Residenz Bab al-Asisija zu kommen. „Wir werden die Feinde besiegen, dieser Kampf wurde uns aufgezwungen“, sagte er.

Die Aufständischen berichteten in ihren Internetforen von heftigen Gefechten rund um die Stadt Misrata. Im Bezirk Al-Karariem seien drei Rebellen und Dutzende Soldaten getötet worden. In der Stadt Sirte wurden ihren Angaben zufolge drei Soldaten wegen Befehlsverweigerung exekutiert.

Das libysche Kabinett hatte am Montagabend erklärt, es unterstütze immer noch den Vorschlag der Afrikanischen Union für einen Waffenstillstand. Der Übergangsrat der Aufständischen in Bengasi hatte diesen Vorschlag abgelehnt, weil er nicht den Rücktritt Gaddafis voraussetzt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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dirk

07.06.2011, 18:57 Uhr

Die Al-Qaida-Rebellen wollten nie einen Waffenstillstand und die "westliche Welt" unterstützt auch noch mit allen Mitteln diese Verbrecher. Der brutale Angriffskrieg der NATO ist durch nichts mehr zu rechtfertigen. Die Verantwortlichen gehören angeklagt. Die Mehrheit der Libyer steht hinter der Regierung, egal ob dies Al-Qaida und der westlichen Welt gefällt. Mit dem Tod Gaddafis geht das Chaos erst richtig los. Hunger und Elend werden auch in Libyen wieder einziehen.

W.T.

07.06.2011, 22:12 Uhr

Endlich mal einer der glaubt Ahnung zu haben, kotz.

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