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23.04.2011

13:18 Uhr

Krieg in Libyen

„Misrata ist frei“

Die libyschen Rebellen haben nach eigener Aussage ihre seit Wochen umkämpfte Hochburg Misrata freigekämpft. Nahe der Gaddafi-Residenz in Tripolis schlugen Bomben der Nato ein.

Libyische Rebellen feiern die Befreiung von Misrata. Quelle: Reuters

Libyische Rebellen feiern die Befreiung von Misrata.

Beirut/Tripolis„Misrata ist frei“, sagte ein Sprecher der Aufständischen der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag in einem Telefonat. Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi seien auf der Flucht aus der im Westen gelegenen drittgrößten Stadt des nordafrikanischen Landes. Eine Bestätigung der Angaben aus unabhängiger Quelle lag zunächst nicht vor. Gefangen genommene Soldaten berichteten jedoch, ihnen sei am Freitag der Abzug befohlen worden.

Ein gefangener und verwundeter Soldat sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der Rückzugsbefehl sei bereits am Freitag erfolgt. Rebellen hätten seine Einheit am Samstagmorgen beim Abzug angegriffen. Einer seiner Kameraden bejahte die Frage, ob die Regierung die Kontrolle über Misrata verloren habe. Die Soldaten gehörten zu einer Gruppe von zwölf Gefangenen, deren Wunden in einem Krankenhaus behandelt wurden.

Vize-Außenminister Chaled Kaim hatte den Rückzug der Armee angekündigt und ihn mit den westlichen Luftangriffen begründet. Libysche Truppen hatten die Rebellenhochburg seit Wochen belagert, die Aufständischen zogen sich auf Positionen am Hafen zurück. Anfang der Woche konnten sie etliche Hochhäuser in der Innenstadt von Dutzenden Scharfschützen der Regierung zurückerobern, die Augenzeugen zufolge auf Wohnviertel geschossen haben.

Raketen nahe Gaddafi-Residenz in Tripolis eingeschlagen

Unterdessen sind am Samstag zwei Raketen nahe der Residenz des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi in Tripolis eingeschlagen. Sie wurden vermutlich von Truppen der Nato abgefeuert. Es waren laute Explosionen zu hören, Verletzte soll es aber keine gegeben haben.

Journalisten wurden zu einem Stück Land neben Bab al Asisija geführt, einem militärischem Komplex im Süden der Hauptstadt, wo sich neben Kasernen auch Wohnräume des Machthabers befinden. Zu sehen waren zwei Krater, die offenbar von Raketeneinschlägen herrührten und sich durch dicke Schichten von Stahlbeton gebohrt hatten. Durch die Einschläge wurden unterirdische Gänge freigelegt, die aussahen, als gehörten sie zu einem Bunkersystem.

Libyschen Regierungsvertretern zufolge wurde das Gelände als Parkplatz genutzt, doch eine Reihe olivfarbener Metallblöcke ließ eher auf ein militärisches Übungsgelände schließen.

Kommentare (4)

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Gewaltlos

23.04.2011, 15:21 Uhr

Schön das nun Ruhe eingekehrt ist. Wäre natürlich noch schöner, wenn die täglichen hunderte von Terrorangriffen der Nato eingestellt werden würden. Aber das wird wohl bei dem dem zum nordatlantischen Angriffsbündnis mutierten Truppe noch eine Weile dauern.

Che

23.04.2011, 16:10 Uhr

Shalom i Spiritui Sancto Vatikan.God bless the USA,Großbritannien,Frankreich,Italy und die Freiheitskämpfer:Nun sollten die Freiheitskämpfer(Rebellen)zügig Eingekleidet,Ausgebildet werden und auch die Frauen sollten Handfeuerwaffen erhalten,da Gaddafi nun vollends auf Psychologische Kriegsführung übergehen wird.

amnesty

23.04.2011, 19:17 Uhr

"Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Militärintervention in Libyen scharf kritisiert. Der Einsatz drohe mehr Leid zu bringen, als er verhindert."

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