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27.04.2011

07:03 Uhr

Krieg in Libyen

Obama wird zum Schutzpatron der Rebellen

Die Nato steckt in ihrem Bombenkrieg fest und setzt zum Enthauptungsschlag gegen Gaddafi an. Die USA versorgen die Rebellen nun mit Hilfsgütern - aber nicht mit Waffen. Libyen wird so endgültig zu Amerikas Krieg.

US-Präsident Barack Obama Quelle: imago stock&people

US-Präsident Barack Obama

Washington/New York/TripolisUS-Präsident Barack Obama hat Ausgaben in Höhe von bis zu 25 Millionen Dollar (18 Millionen Euro) angeordnet, um die libyschen Rebellen mit Hilfsgütern zu versorgen und die von anrückenden Gaddafi-Truppen bedrohten Zivilisten zu schützen. Er ließ Verteidigungsminister Gates und Außenministerin Clinton am Dienstag eine entsprechende Anweisung zukommen. Obama hatte den Kongress bereits vergangene Woche über sein Vorhaben informiert. Laut Anordnung vom Dienstag soll das Geld für Hilfsgüter wie Medikamente, Uniformen, Zelte und Schutzkleidung eingesetzt werden, nicht aber für Waffen oder Munition.

Gleichzeitig lockert Obama hat zu Gunsten der libyschen Rebellen die Öl-Sanktionen gegen Libyen. Eine am Dienstag vom Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums herausgegebene Anordnung ermöglicht den Aufständischen den Verkauf von Öl, das sie kontrollieren, um mit den Einnahmen Waffen und andere Güter zu kaufen. Nach der Regelung können auch US-Firmen Öl- und Erdgasgeschäfte abschließen, wenn der oppositionelle Übergangsrat in Libyen von den Ölexporten profitiert.

Die Anordnung stellt eine Änderung der Sanktionen dar, die die USA im Februar gegen die Regierung des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi verhängt hatten. Damals wurden Sanktionen gegen libysche Ölfirmen verhängt. Zudem wurden die Vermögen von Gaddafi, dessen Familie und ranghoher Regierungsbeamter in Höhe von insgesamt 34 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) eingefroren.

Die USA ergreifen damit immer offener Partei für die Rebellen im libyschen Bürgerkrieg: Amerika wird vollends zum großen Bruder der Aufständischen. Die humanitäre Intervention wird immer mehr zu einem Kampfeinsatz, um Gaddafis Regime zu stürzen. Auch die Nato trägt diese Veränderung mit: Nach einem Bericht der "New York Times" will die Allianz ihre Luftangriffe auf Ziele in Libyen intensivieren - ihre Jets sollen verstärkt Paläste, Hauptquartiere und Kommandozentralen ins Visier nehmen, die der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi benutze, um sich weiter an die Macht zu klammern. So soll das Regime enthauptet werden.

Wie die "New York Times" unter Berufung auf Mitarbeiter der US-Regierung und Nato-Beamte am Dienstag online schrieb, sollen bei dieser intensiveren Bombardierung die Möglichkeiten der Gaddafi-Regierung vermindert werden, Zivilisten Schaden zuzufügen. Auch sollten Kommandozentralen und die Logistikkette für Militäroperationen zerstört werden. Beamte des Weißen Hauses sagten demnach, Obama sei über die energischere Bombardierung informiert worden.

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat militärische Kommandozentralen Libyens als legitime Ziele von Luftangriffen der USA und der NATO bezeichnet. Die Luftangriffe der alliierten Streitkräfte zielten zwar nicht spezifisch auf Gaddafi ab. Sie würden aber weiterhin die Kommandozentralen Gaddafis ins Visier nehmen. NATO-Bomben hatten am Montag Gaddafis Militärkomplex Bab al Asisija in Tripolis getroffen und teilweise schwer beschädigt. Ein libyscher Regierungssprecher wertete die Bombardierung als
gescheitertes Attentat auf Gaddafi. Gates sagte, Kommandozentralen seien zwar im Rahmen des von der NATO geführten Lufteinsatzes in Libyen schon immer als legitime Angriffsziele betrachtet worden. Die von der Allianz ausgeführten Bombardierungen konzentrierten sich allerdings zu Beginn der Mission auf die Luftabwehr Gaddafis, dessen Versorgungslager und manövrierende Bodentruppen.

Kommentare (20)

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kritiker2011

27.04.2011, 07:48 Uhr

warum tun eigenlich alle Medien so, als wäre das für die Bevölkerung ein Zuckerschlecken, wenn die Nato und alle sonstigen Verbrecher aus reinen Rachegedanken und mit "Dollars" in den Augen diesen Krieg nach Libyen tragen.

Allen voran Obama sollte man sofort wegen Mordes anklagen!

Pan

27.04.2011, 08:31 Uhr

Wer schützt eigentlich die Zivilbevölkerung vor den Rebellen und der NATO? Oder gilt das nicht?

Friedensmessias

27.04.2011, 08:37 Uhr

Nehmt diesen Idioten das Fiat-Money ab - dann ist aus die Maus mit Krieg spielen in der halben Welt !!!
Friedensnobelpreisträger und Messias Obama.....
Ich könnte kotzen !!!!!

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