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04.04.2011

21:31 Uhr

Krieg in Libyen

Rebellen erhalten weltweit Anerkennung

Immer mehr Staaten erkennen die Aufständischen als legitime Vertreter Libyens an - selbst Gaddafis Busenfreund Silvio Berlusconi. Die EU schickt nun eine Delegation in die Rebellenhochburg Benghasi.

Italiens Außenminister Franco Frattini (rechts) sichert Ali al-Essawi, einem Vertreter der libyschen Übergangsregierung, seine Unterstützung zu. Quelle: dapd

Italiens Außenminister Franco Frattini (rechts) sichert Ali al-Essawi, einem Vertreter der libyschen Übergangsregierung, seine Unterstützung zu.

Tripolis / Bengasi / Rom Immer mehr Staaten erkennen die libyschen Rebellen als legitime Vertreter an.

Nach Frankreich und anderen EU-Staaten folgte am Montag Italien, das bis vor kurzem noch enge Beziehungen zu Machthaber Muammar Gaddafi unterhielt.

Die politische Führung der Aufständischen in Libyen hat die Anerkennung durch Italien begrüßt. "Die Entscheidung ist ein weiteres Zeichen der Unterstützung eines anderen Staates für den Freiheitskampf des libyschen Volkes", sagte die Sprecherin des libyschen Übergangsrates, Iman Bugaighis, am Montag in Bengasi vor Journalisten. Die Entscheidung werde als wichtiges Kapitel in der gemeinsamen Geschichte betrachtet.

Italien hat den Übergangsrat der Anti-Gaddafi-Rebellen als einzig legitimen Gesprächspartner formal anerkannt und den Aufständischen zugleich Waffenlieferungen in Aussicht gestellt.

Wenig Glaube an Gaddafis diplomatische Offensive

Außenminister Franco Frattini traf sich in Rom mit einem führenden Vertreter der Aufständischen und wies ein Waffenstillstandsangebot Gaddafis in Bausch und Bogen zurück: "Diese Vorschläge sind nicht glaubwürdig." Auf dem Schlachtfeld deutete nichts auf eine bevorstehende Feuerpause hin. Die Kämpfe um die ost-libysche Ölstadt Brega und den Rebellen-Vorposten Misrata im Westen des nordafrikanischen Landes gingen mit unveränderter Härte weiter. Die Menschen in Misrata seien "in der Hölle gefangen", sagte ein Verwundeter.

Frattini sagte, Italien erkenne nur noch die Führung der Rebellen als legitime Vertretung des libyschen Volkes an. "Eine Lösung für die Zukunft Libyens hat eine Vorbedingung: Gaddafis Regime muss verschwinden, Gaddafi und seine Familie müssen das Land verlassen." Kuwait kündigte an, die Rebellen in den kommenden Tagen aufzuwerten. Als erster arabischer Staat hatte Katar Gaddafis Gegner im März anerkannt.

Auch die EU bemüht sich um bessere Kontakte zu den Rebellen

Das Büro von Außenamtschefin Catherine Ashton kündigte für Dienstag die Entsendung einer Delegation nach Benghasi, dem Sitz des Rebellenrats, an. Die EU-Abgesandten sollten Informationen sammeln, hieß es in Brüssel. Direkte Kontakte zu Gaddafis Regierung seien nicht geplant. Im Gegensatz zu Mitgliedsländern erkennt die Europäische Union den oppositionellen Libyschen Nationalrat nicht an. Mehrere EU-Staaten beteiligen sich an der Durchsetzung eines Flugverbots über Libyen und Luftangriffen.

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