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11.05.2011

19:20 Uhr

Krieg in Libyen

Rebellen nehmen Flughafen in Misrata ein

In der umkämpften Stadt Misrata haben libysche Rebellen nach eigener Aussage den Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Ein Waffenfund in Tunesien schürt die Sorgen, Al-Kaida könne Kapital aus dem Krieg schlagen.

Die Rebellen in Libyen haben in Misrata nach heftigen Kämpfen den Flughafen eingenommen. Quelle: dpa

Die Rebellen in Libyen haben in Misrata nach heftigen Kämpfen den Flughafen eingenommen.

Tripolis, GenfDie Aufständischen in Libyen haben eigenen Angaben zufolge den Flughafen der seit Wochen belagerten Hafenstadt Misrata unter ihre Kontrolle gebracht. Der Einnahme seien heftige Kämpfe mit den Soldaten von Machthaber Muammar Gaddafi vorausgegangen. Misrata ist die einzige größere Stadt im Westen des nordafrikanischen Landes, die nicht von der Regierung kontrolliert wird.

Ein Sprecher der Aufständischen sagte am Mittwoch, am Flughafen seien Waffen der Regierungssoldaten sichergestellt worden, darunter Panzer. Eine unabhängige Bestätigung war nicht zu erhalten. Die Rebellen lehnten die Forderung von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach einem sofortigen Waffenstillstand ab. „Wir vertrauen Gaddafi nicht“, begründete ein weiterer Sprecher die Entscheidung. „Er bombardiert Zivilisten, nachdem sein Regime zusichert, sich an einen Waffenstillstand zu halten.“ Die Regierung von Gaddafi hat bereits mehrfach ein Ende der Kämpfe angekündigt und dennoch Rebellenstellungen angegriffen.

Ban sagte in Genf, der Ministerpräsident des nordafrikanischen Landes, Al-Baghdadi Ali al-Mahmudi, habe in einem Gespräch seine Bereitschaft zu einem Ende der Kämpfe angedeutet. Der Ministerpräsident habe sich offen gezeigt, Beobachter der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union ins Land zu lassen.

In dem Land mit mehr als sechs Millionen Einwohnern sind bei anhaltenden Kämpfen Tausende Menschen getötet worden. Gaddafi ist seit dem 30. April nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. An dem Tag starben bei einem Nato-Luftangriff auf ein Haus in Tripolis nach Angaben der Regierung sein jüngster Sohn sowie drei seiner Enkel.

Der Fund eines Autos voller Kalaschnikow-Patronen in Tunesien nährte Befürchtungen, das Extremistennetzwerk Al-Kaida könnte Waffen aus dem Land schmuggeln. Der Fahrer wurde nach Polizeiangaben ebenso festgenommen wie ein Mann, der in seinem Wagen Granaten transportiert habe. Beide kamen offensichtlich aus Libyen. In westlichen und arabischen Regierungen gibt es Befürchtungen, die Extremisten könnten den Krieg ausnutzen und Waffen in Basislager in anderen Ländern schaffen.

 

Von

rtr

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