Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

16:42 Uhr

Krieg in Syrien

Assad erteilt schneller politischer Lösung eine Absage

Die internationale Gemeinschaft hat einen ehrgeizigen Zeitplan für eine friedliche Lösung des Syrien-Konfliktes erarbeitet. Machthaber Assad aber sträubt sich. Er will erst alle „Terroristen“ besiegen.

Erst die Eliminierung der Terroristen – vorher will Syriens Präsident Assad nicht über die politische Zukunft seines Landes diskutieren. ap

Besatzung beenden

Erst die Eliminierung der Terroristen – vorher will Syriens Präsident Assad nicht über die politische Zukunft seines Landes diskutieren.

DamaskusSyriens Machthaber Baschar al-Assad hat einer schnellen politischen Lösung für den blutigen Konflikt im Land eine Absage erteilt. Während die internationale Gemeinschaft innerhalb von sechs Monaten eine Übergangsregierung bilden will, sagte Assad am Mittwochabend in einem Interview mit dem italienischen TV-Sender Rai-1 zu dem Zeitplan: „Nichts wird beginnen, bevor der Terrorismus nicht besiegt ist. Nichts kann beginnen, solange ein großer Teil Syriens von Terroristen besetzt ist.“

Das syrische Regime bezeichnet generell alle Rebellen im Land als Terroristen, auch die gemäßigten Aufständischen. Gegner der Regierung kontrollieren noch immer riesige Teile Syriens. 17 Länder – darunter die USA und Russland – hatten sich hingegen am Wochenende in Wien auf einen ehrgeizigen Fahrplan für eine friedliche Lösung des Konflikts geeinigt. Demnach soll innerhalb von sechs Monaten eine Übergangsregierung stehen, in 18 Monaten soll es Wahlen geben.

Zugleich gibt es weiter Differenzen zwischen den USA und Russland über das Schicksal Assads. US-Präsident Barack Obama sieht für Syrien keine Zukunft mit ihm an der Macht. „Es reicht nicht, wenn wir einen politischen Prozess haben, der dazu führt, dass Assad an der Macht bleibt“, sagte Obama in Manila. „Es ist undenkbar, dass man den Bürgerkrieg dort stoppt, wenn die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung in ihm einen brutalen, mörderischen Diktator sieht.“

Russland bekräftige dagegen seine Unterstützung für Assad. Ohne ihn werde es keinen Frieden geben in dem Bürgerkriegsland, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. Assad vertrete einen „bedeutenden Teil“ der syrischen Gesellschaft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×