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14.02.2017

14:41 Uhr

Krieg in Syrien

Fast 70 Tote bei Kämpfen zwischen radikalen Milizen

In Syrien sollen fast 70 Menschen bei Kämpfen zwischen zwei verfeindeten radikal-islamischen Rebellen getötet worden sein. Im Nordwesten des Landes gibt es seit Wochen anhaltende Spannungen zwischen Rebellengruppen.

Bei Kämpfen zwischen verfeindeten radikal-islamischen Rebellengruppen sind in Syrien fast 70 Menschen getötet worden. AFP; Files; Francois Guillot

Idlib

Bei Kämpfen zwischen verfeindeten radikal-islamischen Rebellengruppen sind in Syrien fast 70 Menschen getötet worden.

IdlibBei heftigen Kämpfen zwischen verfeindeten radikal-islamischen Rebellen sind in Syrien fast 70 Menschen getötet worden. Die Gefechte brachen im Nordwesten des Landes zwischen der Al-Kaida-nahen Organisation Tahrir al-Scham und der Gruppe Dschund al-Aksa aus, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mitteilte. Tahrir al-Scham habe dabei in den vergangenen zwei Tagen neun Dörfer in den Provinzen Idlib und Hama eingenommen.

Seit Wochen gibt es im Nordwesten Syriens Spannungen zwischen rivalisierenden Rebellengruppen. Die im Januar neu gegründete Organisation Tahrir al-Scham wird von Kämpfern dominiert, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehen und früher unter dem Namen Al-Nusra-Front auftraten. Dschund al-Aksa wiederum hat nach Angaben von Aktivisten Kontakte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der IS ist trotz einer ähnlichen Ideologie mit Al-Kaida verfeindet.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

Die fast vollständig von Rebellen kontrollierte Provinz Idlib ist eine Hochburg radikaler Milizen. Der IS und andere extremistische Gruppen sind von der Waffenruhe ausgenommen, die seit Ende Dezember im syrischen Bürgerkrieg gilt. Seit Anfang des Jahres sind Dutzende Al-Kaida-nahe Kämpfer in Syrien bei Luftangriffen unter anderem der US-geführten internationalen Koalition getötet worden.

Von

dpa

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