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30.08.2016

17:35 Uhr

Krieg in Syrien

Hollande kritisiert türkischen Kampf gegen Kurden

Mit ihrem Vorstoß in Nordsyrien will die Türkei nicht nur den IS vertreiben – sondern auch verhindern, dass kurdische Rebellen dort die Macht übernehmen. Frankreich hat das Vorgehen der Türkei nun scharf kritisiert.

Der französische Präsident sagte, es sei absolut dringlich, dem Blutvergießen in Syrien ein Ende zu setzen. Reuters

Francois Hollande

Der französische Präsident sagte, es sei absolut dringlich, dem Blutvergießen in Syrien ein Ende zu setzen.

ParisDer französische Präsident Francois Hollande hat den türkischen Vorstoß gegen Kurden in Nordsyrien scharf kritisiert und alle Konfliktparteien zur Einstellung der Kämpfe aufgefordert. Die Türkei habe Truppen in Syrien stationiert, um sich gegen den IS zu verteidigen, sagte Hollande am Dienstag auf einer Botschafterkonferenz in Paris.

Gleichzeitig gehe die Türkei gegen Kurden vor, die ihrerseits mit Unterstützung der internationalen Koalition den IS bekämpften. „Diese mannigfaltigen widersprüchlichen Interventionen bergen das Risiko, einen Flächenbrand auszulösen“, sagte der sozialistische Politiker.

Unterdessen leiteten Aufständische in der nordsyrischen Provinz Hama eigenen Angaben zufolge eine Großoffensive gegen Einheiten von Präsident Baschar al-Assad ein. Die türkische Armee hatte am vergangenen Mittwoch die Grenze nach Syrien überquert. Dabei verfolgt die Regierung in Ankara zwei Ziele: Die Extremistenmiliz IS zu vertreiben und zu verhindern, dass kurdische Rebellen die Macht in diesen Gebieten übernimmt.

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Die Türkei meldet Erfolge ihrer Militäroperation in Syrien. Die Offensive bringt die Terrormiliz IS unter Druck, beschwört aber Gefahren für Ankara herauf – und könnte die Türkei zum eigentlichen Schlachtfeld machen.

Das hat auch die USA, die die internationale Koalition gegen den IS anführen, zu scharfer Kritik veranlasst, was zu einem Streit zwischen den Nato-Verbündeten geführt hat. Unkoordinierte Einsätze spielten den Islamisten nur in die Hände, erklärte das US-Verteidigungsministerium. Niemand habe das Recht, der Türkei vorzuschreiben, „gegen welche Terrororganisationen wir kämpfen können und welche wir ignorieren sollen“, sagte der türkische Europa-Minister Omer Celik.

Frankreich, das Teil der Koalition zur Bekämpfung des IS ist, hat den Kurden und anderen Aufständischen Elitesoldaten zur Seite gestellt. Hollande sagte, es sei absolut dringlich, dem Blutvergießen in Syrien ein Ende zu setzen. Darüber werde er Ende der Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in China sprechen.

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Russland ist der Haupt-Verbündete Assads. Im UN-Sicherheitsrat hat Frankreich eine Resolution eingebracht, die den Einsatz chemischer Waffen durch die syrische Armee und den IS verurteilt. Russland könne den Einsatz solcher geächteten Waffen nicht ignorieren und müsse die Resolution unterstützen, forderte Hollande.

Im Zuge der neuen Offensive sei es den Rebellen gelungen, die strategisch wichtige Stadt Halfaja zu erobern, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Halfaja liegt an einer wichtigen Route, die die Küstenregion mit der Schnellstraße zwischen Aleppo und der Hauptstadt Damaskus verbindet.

In syrischen Armeekreisen wurde die Einnahme des Ortes nicht bestätigt. Es hieß lediglich, bei Luftangriffen seien Dutzende Rebellen getötet worden. Die Beobachtungsstelle berichtete ebenfalls von mindestens 20 getöteten Aufständischen. Der Rebellen-Offensive waren wochenlange heftige Angriffe des russischen und syrischen Militärs gegen Stellungen von Aufständischen vorausgegangen, bei denen auch Dutzende Zivilisten getötet worden sein sollen.

Von

rtr

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