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24.02.2017

13:38 Uhr

Krieg in Syrien

Mindestens 60 Tote bei Bombenanschlag nahe Al-Bab

Nahe der Stadt Al-Bab, im Nordwesten Syriens, hat es einen Autobombenanschlag gegeben haben. Laut Medienberichten soll es mindestens 60 Tote geben. Erst am Vortag war die Stadt vom Islamischen Staat zurückerobert worden.

Am Donnerstag hatten syrische Rebellen die syrische Stadt Al-Bab vom Islamischen Staat zurückerobert, einen Tag später kam es zu einem schweren Bombenanschlag. AFP; Files; Francois Guillot

Al-Bab

Am Donnerstag hatten syrische Rebellen die syrische Stadt Al-Bab vom Islamischen Staat zurückerobert, einen Tag später kam es zu einem schweren Bombenanschlag.

Beirut/AnkaraBei einem Autobombenanschlag nahe der syrischen Stadt Al-Bab sind nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Getöteten bei der Explosion im Dorf Sussian waren hauptsächlich Zivilisten, aber auch mindestens sechs von der Türkei unterstützte Kämpfer. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, dass bei einem weiteren Anschlag in Tadif südlich von Al-Bab zwei Soldaten seines Landes getötet worden seien.

Die Ortschaft Sussian liegt im Gegensatz dazu nördlich von Al-Bab, das türkische Soldaten und syrische Oppositionskämpfer am Donnerstag von Extremisten der Terrormiliz Islamischer Staat erobert hatten. Nach Angaben der Aktivistengruppe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte ereignete sich die Bombenexplosion nahe einem Sicherheitsposten.

Die wichtigsten Akteure im Syrien-Krieg

Regierung

Anhänger von Präsident Baschar al-Assad beherrschen die großen Städte des Landes. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte die Rebellen aber dank massiver russischer und iranischer Hilfe in vielen Gebieten zurückdrängen, unter anderem aus der Großstadt Aleppo. Assad sitzt derzeit fest im Sattel.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die mächtigen Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Moskau ist von seiner Forderung abgerückt, diese beiden auf die Terrorliste zu setzen. Dschaisch al-Islam wird in Genf an den Verhandlungen teilnehmen.

Politische Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul, die in Genf mit Repräsentanten vertreten sein wird.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz beherrscht im Norden und Osten weiterhin riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken. Sie sind an keinerlei Verhandlungen beteiligt. Für sie und andere Terrorgruppen gilt auch die landesweite Waffenruhe nicht.

Al-Kaida

Auch die Al-Kaida-nahe Fatah-al-Scham-Front (Ex-Al-Nusra-Front) ist von der Feuerpause aufgenommen. Sie hat sich mit anderen Gruppen zu einer Allianz zusammengetan und kämpft mit anderen Rebellen um die Vorherrschaft im Nordwesten Syriens.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Allerdings sind weder die wichtigste Kurdenpartei PYD noch die größte Kurdenmiliz YPG in Genf dabei. Die Türkei betrachtet sie als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deshalb.

Russland

Moskau ist wichtigster Verbündeter der Regierung. Seit September 2015 fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind.

Iran

Teheran ist ein treuer Unterstützer der Assad-Regierung. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah sowie andere bewaffnete Gruppen sind in Syrien an Assads Seite im Einsatz.

Die Türkei

Sie ist mittlerweile der einflussreichste Partner der Rebellen. Ankara war neben Moskau maßgeblich daran beteiligt, dass es zu einer neuen Waffenruhe kam. Türkische Truppen sind in Nordsyrien im Einsatz, wo sie Rebellen im Kampf gegen den IS unterstützen.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien und ein Flugzeug zur Luftbetankung. In den jetzigen Verhandlungen spielt der Westen nur eine Nebenrolle.

Zunächst war von mindestens 35 Toten die Rede gewesen. Die von der syrischen Opposition betriebene Nachrichtenagentur Kassiun gab die Zahl der Getöteten mit 45 an.

Al-Bab war am Donnerstag nach mehr als zwei Monate dauernden Kämpfen gegen IS-Extremisten eingenommen worden. Die IS-Kämpfer zogen sich aus der Stadt zurück, kontrollieren aber noch umliegende Gegenden. Auch Tadif befindet sich noch in ihrer Hand.

Von

ap

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