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02.02.2017

13:21 Uhr

Krieg in Syrien

Regierungstruppen marschieren auf IS-Hochburg zu

Die syrische Armee marschiert in Richtung der IS-Hochburg Al-Bab, die bereits von türkischen Soldaten und Rebellen belagert wird. Damit droht der umkämpften Region ein gefährliches Kräftemessen.

Die Rebellen kämpfen schon seit Dezember gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Al-Bab. Reuters, Sascha Rheker

Al-Bab

Die Rebellen kämpfen schon seit Dezember gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Al-Bab.

DamaskusRund um die IS-Hochburg Al-Bab droht ein gefährliches Kräftemessen zwischen syrischen und türkischen Regierungstruppen. Die Militärführung in Damaskus teilte am Donnerstag mit, dass sie die Terrormiliz Islamischer Staat in der Provinz Aleppo aus einem Gebiet von 250 Quadratkilometern Größe vertrieben habe. Die Offensive werde ausgedehnt und die Truppen bewegten sich Richtung Al-Bab, hieß es weiter.

Türkische Soldaten und verbündete syrische Rebellengruppen belagern das vom IS gehaltene Al-Bab seit Dezember. Zuvor waren sie in Nordsyrien auch gegen kurdische Kämpfer vorgegangen, die wiederum von den USA unterstützt werden.

Die internationale Anti-IS-Koalition

Welche Länder beteiligen sich?

Nachdem der IS sich im Sommer 2014 in Syrien ausbreitete, beschlossen zehn Länder auf einer Nato-Konferenz ein Bündnis gegen die Terrormiliz. Heute gehören mehr als 60 Staaten zu der Allianz, darunter neben den USA auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Türkei. Saudi-Arabien und andere arabische Staaten wie Jordanien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben sich dem Bündnis ebenfalls angeschlossen.

Quelle: dpa

Wie geht die Allianz vor?

Derzeit bekämpft die Allianz den IS vor allem in Syrien und im Irak, wenngleich sich der IS auch in Libyen festgesetzt hat. Nach eigenen Angaben hat die Koalition mehr als 12.000 Luftangriffe auf IS-Stellungen geflogen. Die USA bilden im Irak Soldaten der Armee und kurdische Kämpfer aus, Deutschland liefert Waffen und Ausrüstung für kurdische Peschmerga und leistet mit sechs Tornado-Flugzeugen Aufklärungsarbeit.

Welche Erfolge gibt es?

Die Dschihadisten sind in Syrien und im Irak massiv unter Druck geraten. Seit Beginn vergangenen Jahres hat der IS mehr als ein Drittel seines „Kalifat“ genannten Herrschaftsgebietes eingebüßt. Vor allem die Kurden haben den Extremisten mit Hilfe internationaler Luftunterstützung im Norden beider Länder große Gebiete abgenommen. Der irakischen Armee gelang es, den IS aus wichtigen Städten wie Ramadi und Falludscha zu vertreiben. Außerdem haben die Luftschläge die Ölinfrastruktur unter IS-Kontrolle stark zerstört, weshalb die Extremisten laut Analysten unter Finanzproblemen leiden. Dennoch beherrscht der IS noch große Gebiete in Syrien und im Irak.

Welche Rolle spielt die Türkei?

Um die Rolle der Türkei gibt es Streit. Die Türkei stellt seit Sommer vergangenen Jahres ihren Luftwaffenstützpunkt Incirlik der Allianz für den Luftkampf gegen den IS bereit. Ankara hilft auch bei der Ausbildung und hat nach eigenen Angaben kurdische Peschmerga bei der Großoffensive auf Mossul mit Artillerie unterstützt. Die Regierung in Bagdad lehnt eine türkische Militärpräsenz im Irak allerdings ab. Die türkische Führung wiederum weigert sich, ihre Soldaten abzuziehen.

Wann ist Mossul befreit?

Das ist schwer zu sagen, zumal die eigentlichen Kämpfe um die Stadt noch nicht begonnen haben. Bei dem Koalitionstreffen in Paris geht es jedoch schon darum, die politischen Weichen für die Zeit nach dem IS in Mossul zu stellen. Das Gesellschaftsgefüge ist fragil in Iraks zweitgrößter Stadt. Während die meisten Iraker Schiiten sind, ist die Mehrheit der Bevölkerung in Mossul sunnitisch wie der IS. Zudem lebten viele Christen dort. Der sunnitische türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan forderte bereits, dass nach dem Ende der Kämpfe keine Schiiten mehr in der Stadt leben sollten.

Die Türkei ist einer der erbittertsten Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland verlangte Ankara immer wieder Assads Rücktritt. Die Forderungen wurden aber in den vergangenen Monaten leiser, weil der Präsident mit der Unterstützung Russlands und des Irans zunehmend seine Macht in Syrien konsolidierte.

Von

ap

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