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24.03.2016

13:46 Uhr

Krieg in Syrien

US-Außenminister Kerry lobt Zusammenarbeit mit Russland

Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Jahres reist John Kerry nach Russland. Der US-Außenminister lobt die Zusammenarbeit mit Moskau im Syrien-Konflikt – trotz anhaltender Differenzen in der Ostukraine.

„Bei jeder der Reisen haben wir Ansätze gefunden, um voranzukommen“, sagte Kerry (r.). dpa

Kerry und Lawrow

„Bei jeder der Reisen haben wir Ansätze gefunden, um voranzukommen“, sagte Kerry (r.).

MoskauIm Syrien-Konflikt hat US-Außenminister John Kerry die Zusammenarbeit mit Russland gelobt. Er hoffe auf weitere Fortschritte für den Friedensprozess bei seinen Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin und Außenminister Sergej Lawrow, sagte Kerry zu Beginn seines Besuchs am Donnerstag in Moskau.

Der US-Chefdiplomat ist bereits zum dritten Mal in weniger als einem Jahr zu Gesprächen in Russland. „Bei jeder der Reisen haben wir Ansätze gefunden, um voranzukommen“, sagte Kerry der Agentur Tass zufolge. Lawrow stimmte Kerry zu. Es gebe Erfolge, weil Russland und die USA als gleichberechtigte Partner arbeiteten, meinte er.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Das Regime

Seit fast fünf Jahren tobt in Syrien ein auch von außen befeuerter Bürgerkrieg. Die Krise ist auch deshalb schwer zu lösen, weil es zahlreiche Akteure mit eigenen Interessen gibt. Zum Beispiel das Regime. Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Syriens Armee hat im langen Krieg sehr gelitten, konnte aber zuletzt dank massiver russischer und iranischer Hilfe Geländegewinne erzielen. Machthaber Assad lehnt einen Rücktritt ab.

Islamischer Staat

Die Terrormiliz IS ist die stärkste Kraft in Syrien neben der Regierung. Sie beherrscht im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in den vergangenen Monaten mehrere Niederlagen einstecken.

Rebellen

Sie sind vor allem im Nordwesten und Süden Syriens stark. Ihr Spektrum reicht von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten. Zu diesen gehören die Gruppen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. Teilweise kooperieren sie mit der Al-Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Die Opposition

Sie ist zersplittert. Das wichtigste Oppositionsbündnis ist die Syrische Nationale Koalition in Istanbul. In Damaskus sitzen zudem Oppositionsparteien, die vom Regime geduldet werden. Bei einer Konferenz in Riad einigten sich verschiedenen Gruppen auf die Bildung eines Hohen Komitees für Verhandlungen, dem aber einige prominente Vertreter der Opposition nicht angehören.

Die Kurden

Kurdische Streitkräfte kontrollieren mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime. Führende Kraft ist die Kurden-Partei PYD, Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK.

Die USA und der Westen

Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt sechs Tornados für Aufklärungsflüge über Syrien, ein Flugzeug zur Luftbetankung sowie die Fregatte „Augsburg“, die im Persischen Golf einen Flugzeugträger schützt. Washington unterstützt moderate Regimegegner.

Russland

Seit September fliegt auch Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen den IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. Moskau ist einer der wichtigsten Unterstützer des syrischen Regimes.

Iran

Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Iraner kämpfen an der Seite der syrischen Soldaten. Auch die von Teheran finanzierte Schiitenmiliz Hisbollah ist in Syrien im Einsatz.

Saudi-Arabien und die Türkei

Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern, dass Assad abtritt. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Zuletzt eskalierte der Konflikt zwischen den beiden Regionalmächten. (Quelle: dpa)

Die Ende Februar von Moskau und Washington ausgehandelte Waffenruhe im Bürgerkriegsland Syrien sei zwar brüchig, doch sei seitdem die Gewalt um 85 bis 90 Prozent zurückgegangen, sagte Kerry.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte mit Putin und Lawrow bereits am Mittwoch in Moskau über den Kampf gegen den Terrorismus sowie die Kriege in Syrien und der Ukraine beraten. Am Mittwochabend hatten sich Steinmeier und Kerry noch in Moskau über Syrien und die Ukraine ausgetauscht, wie der US-Minister im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Von

dpa

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