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20.08.2016

13:06 Uhr

Krieg in Syrien

USA drohen Regierungstruppen mit Abschuss von Kampfflugzeugen

Deutliche Warnung in Richtung Assad: Die USA haben mit dem Abschuss von Kampfflugzeugen gedroht, sollten die Truppen des syrischen Präsidenten US-Soldaten in der Nähe von kurdischen Milizen angreifen.

US-Piloten mussten syrische Flugzeuge abdrängen, um US-Soldaten zu schützen. dpa

US-Kampfflugzeuge

US-Piloten mussten syrische Flugzeuge abdrängen, um US-Soldaten zu schützen.

WashingtonIn Syrien ist es zu direkten Konfrontationen zwischen Kampfflugzeugen der US-geführten Koalition und der Luftwaffe von Präsident Baschar al-Assad gekommen. Kampfflugzeuge der Koalition seien am Donnerstag zu einem „sehr unüblichen“ Einsatz aufgestiegen, um die Angriffe syrischer Bomber über dem Gebiet der Stadt Hasaka im Nordosten Syriens zu beenden, teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Jeff Davis, mit.

In der von kurdischen Milizen gehaltenen Region seien US-Spezialeinheiten im Einsatz. „Das ist ein sehr unüblicher Vorfall, wie haben bislang keine Luftangriffe auf die (kurdische Miliz) YPG registriert“, sagte Davis. Es seien regelmäßige Patrouillenflüge angeordnet worden, um die Bodentruppen vor weiteren Luftangriffen zu schützen.

Die syrischen Kampfflugzeuge hätten auf Funksprüche der Bodentruppen nicht reagiert, sagte Davis. Als dann die Jets der US-geführten Koalition eintrafen, seien die beiden Bomber vom Typ Su-24 schon im Abflug gewesen. Bei einem weiteren Zwischenfall am Freitag hätten zwei syrische Kampfflugzeuge versucht, in den Luftraum über Hasaka einzudringen. Sie seien aber von Koalitions-Jagdflugzeugen vom Typ F-22 abgedrängt worden, die sich den syrischen Maschinen bis auf 1,6 Kilometer Entfernung angenähert hätten.

Wer in Syrien und im Irak gegen den IS kämpft

Das Anti-IS-Bündnis

Im September 2014 gab US-Präsident Barack Obama die Gründung eines Bündnisses bekannt mit dem Ziel, den IS „endgültig zu zerstören“. Mehr als 60 Staaten und internationale Organisationen beteiligen sich am Kampf gegen die Terrormiliz sowohl in Syrien als auch im benachbarten Irak. Neben Ländern der Europäischen Union (EU) wie Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden gehören der Koalition auch Australien sowie mehrere arabische Länder an.

Luftangriffe

Nur wenige Staaten fliegen neben den USA Luftangriffe gegen die Terrormiliz. Im Irak sind daran zum Beispiel Frankreich, Australien und Großbritannien beteiligt. In Syrien sind es neben Frankreich auch arabische Staaten wie Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und Jordanien. Die Türkei, Syriens Nachbar im Norden, hatte 2015 nach langem Zögern die Nutzung seiner Luftwaffenbasis Incirlik für Luftschläge – auch der USA – gegen den IS erlaubt.

Bundeswehr

Die Bundeswehr unterstützt den Kampf gegen den IS unter anderem mit „Tornado“-Aufklärungsjets. Die Maschinen bombardieren die IS-Stellungen aber nicht selbst. Teil des deutschen Beitrags sind auch ein Tankflugzeug und zeitweise eine Fregatte. Diese sicherte zusammen mit Kriegsschiffen aus Frankreich, Belgien und Großbritannien den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ im Persischen Golf. Die „Augsburg“ war seit Dezember 2015 dafür rund vier Monate unterwegs. Vom einzigen Flugzeugträger der französischen Marine starteten Jagdbomber zu ihren Einsätzen.

Training und Waffen

Im Norden Syriens unterstützen US-Spezialkräfte zudem kurdische Kämpfer. Das US-Militär und seine Verbündeten bilden im Irak außerdem das irakische Militär sowie kurdische Peschmerga-Kämpfer aus. Auch rund 130 Bundeswehrsoldaten schulen im Nordirak Peschmerga-Einheiten. Darüberhinaus beliefert Deutschland die irakischen Kurden mit Waffen.

Russland

Moskau ist nicht Teil des von den USA gegründeten Bündnisses. Russische Truppen greifen seit September 2015 unabhängig davon Ziele in Syrien an. Allerdings nicht nur Stellungen des IS. Russische Attacken richten sich auch gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind. So starten die Jets vom russischen Luftwaffenstützpunkt Hamaimim nahe Latakia im Nordwesten Syriens. Zudem wurden Marschflugkörper von Kriegsschiffen im Mittelmeer abgefeuert.

Die mit Assad verbündeten Russen hätten klargestellt, dass die Luftangriffen nicht von ihnen ausgegangen seien, sagte Davis. Sie seien gebeten worden, dem syrischen Militär auszurichten, dass die US-Luftwaffe US-Soldaten vor Luftangriffen schützen werde. „Das syrische Regime ist deutlich davor gewarnt worden, Kräfte der Koalition oder ihrer Partner anzuvisieren“, sagte Davis.

In Syrien kämpfen Soldaten Assads gegen verschiedene Rebellenfraktionen, die untereinander verfeindet sind. Assad wird von Russland und dem Iran unterstützt. Die USA und ihre Verbündeten unterstützen dagegen vergleichsweise moderate Assad-Gegner, zu denen auch Kurden-Milizen gehören.

Die Kurden streben einen autonomen Staat an, was Assad ablehnt. Stärkste Kraft unter den Aufständischen sind bislang radikalislamische Milizen. Ihre bedeutendste Gruppe ist der Islamische Staat, der sowohl von den USA und ihren Partnern als auch von Assad und seinen Verbündeten bekämpft wird.

Von

rtr

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