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25.02.2004

10:14 Uhr

„Krieg sei unbegründet gewesen"

Blix geht hart mit USA und Großbritannien ins Gericht

Nach Worten des ehemaligen Uno-Waffeninspekteurs Hans Blix haben die USA und Großbritannien mit dem Vorgehen im Irak-Konflikt das Ansehen der Uno beschädigt.

HB EDINBURGH. Die von den beiden Staaten für den Krieg ins Feld geführte Bedrohung durch angebliche irakische Massenvernichtungswaffen sei unbegründet gewesen, sagte Blix am Dienstag vor Studenten der Universität Edinburgh. Auch zehn Monate nach dem Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein sind solche Waffen in dem Land nicht gefunden worden.

Blix warf US-Präsident George W. Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair vor, die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nation beschädigt zu haben, indem sie ohne Unterstützung des Uno-Sicherheitsrats gegen den Irak vorgegangen seien. Die USA und Großbritannien hatten sich in dem Uno-Gremium vor der Irak-Invasion vergeblich um eine Resolution bemüht, die einen Krieg rechtfertigen sollte. „Im Ergebnis hat ihre eigene Glaubwürdigkeit gelitten und die Autorität des Uno-Sicherheitsrats Schaden genommen - und das zu einer Zeit, als dieser nicht durch einen Kalten Krieg lahm gelegt war, sondern es Möglichkeiten für seine Stärkung gab“, sagte Blix.

Er war Chef der Uno-Waffeninspektoren im Irak und hatte den Uno-Sicherheitsrat über die Suche nach verbotenen Waffen im Irak unterrichtet. Die Uno-Experten hatten vor dem Krieg ebenso wenig Massenvernichtungswaffen in dem Land entdeckt wie US-Experten nach Beginn des Krieges. Blix sagte in Edinburgh, Saddam sei eine Gefahr für sein Volk gewesen, aber keine große und unmittelbare Bedrohung für die Nachbarstaaten und die Welt.

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