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13.11.2014

15:16 Uhr

Krieg um Kobane dauert an

Syrische Grenzstadt heftig umkämpft

Schwarze Wolken ballen sich einer Beschreibung nach über Kobane: Die Schlacht um die syrische Grenzstadt dauert an. Weiterhin verteidigen syrische und irakische Kurden die Stadt gegen die vorrückenden IS-Terroristen.

Weiterhin verteidigen syrische und irakische Kurden die syrische Grenzstadt Kobane gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“. AFP

Weiterhin verteidigen syrische und irakische Kurden die syrische Grenzstadt Kobane gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“.

KobaneDie Gefechte zwischen Kurden und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um die syrische Grenzstadt Kobane gehen mit unverminderter Heftigkeit weiter. Wie ein dpa-Korrespondent auf der türkischen Seite der Grenze am Donnerstag berichtete, hingen schwarze Rauchschwaden über der Stadt, Maschinengewehrsalven waren zu hören.

Augenzeugen meldeten zudem mehrere Luftangriffe des von den USA angeführten Bündnisses auf den IS. Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter gab es insbesondere Kämpfe im Süden von Kobane (arabisch: Ain al-Arab).

Die Kurden berichteten von militärischen Erfolge im Osten und Süden. Idris Nassan, ein Sprecher für auswärtige Angelegenheiten in Kobane, sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Kämpfer die Dschihadisten aber nur langsam zurücktrieben, um Verluste in den eigenen Reihen gering zu halten.

Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen des IS werde nach jedem Angriff auf die Extremisten die Umgebung systematisch durchkämmt. Luftschläge hätten Versammlungen der Dschihadisten sowie einige Versorgungswege zum Ziel gehabt.

Die Grenzstadt Kobane

Warum ist Kobane für Kurden so wichtig?

Die syrischen Kurden haben den Bürgerkrieg im Land zum Aufbau eigener regionaler Machtstrukturen in den mehrheitlich von ihnen bewohnten Gebieten genutzt. Nachdem sich die Truppen des Regimes von Baschar al-Assad 2012 zurückgezogen hatten, übernahmen sie die Kontrolle und gründeten später im Norden des Landes drei „autonome Kantone“. An der türkischen Grenze kontrollierten sie wichtige Enklaven: im Nordwesten um die Stadt Afrin, im Nordosten um die Städte Hasaka und Al-Kamischli sowie im Norden um Kobane. Eine Übernahme Kobanes durch die Terrormiliz IS wäre nicht nur der Verlust einer strategisch wichtigen Versorgungsroute, sondern auch psychologisch eine schwere Niederlage.

Wer sind die kurdischen Kämpfer, die sich den Dschihadisten entgegenstellen?

Die etwa 5000 Milizionäre gehören vor allem den kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) an. Sie sind mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden. Volksschutzeinheiten und PYD stehen der kurdischen Arbeiterpartei PKK nahe, die in der Türkei verboten ist. Im Kampf gegen den IS werden offenbar auch Selbstmordattentäter eingesetzt: Kurdische Aktivisten meldeten am Wochenende, dass eine Kämpferin mit einem Selbstmordanschlag Dutzende Extremisten getötet habe. Experten gehen davon aus, dass PKK-Kämpfer die syrischen Kurden unterstützen. Die kurdischen Milizionäre in Syrien sind nicht zu verwechseln mit den kurdischen Peschmerga-Kämpfern, die im Irak gegen den IS im Einsatz sind.

Wie ist die Lage der Zivilisten vor Ort?

Nach kurdischen Angaben ist die überwiegende Mehrheit der verbliebenen Zivilisten an die türkischen Grenze in Sicherheit gebracht worden. Kobane wurde von den Volksschutzeinheiten zur „Militärzone“ erklärt. Laut türkischer Regierung sind mehr als 185 000 Menschen in die Türkei geflohen.

Warum greift die Türkei nicht ein?

Die türkische Regierung hat den Kurden in Kobane Unterstützung zugesagt, zugleich aber klargemacht, dass sie damit in unmittelbarer Zukunft keinen Einsatz von Bodentruppen meint. Zwar hat das Parlament der Regierung ein Mandat für Militäreinsätze in Syrien und im Irak für ein Jahr erteilt. Allerdings verlangt Ankara für einen Einsatz von Bodentruppen eine umfassende internationale Strategie, die auch den Sturz des Assad-Regimes in Damaskus beinhaltet. Zugleich befürchtet Ankara, dass die Kurden an der türkischen Südgrenze die Keimzelle für einen eigenen Kurden-Staat legen könnten, sollte es ihnen gelingen, die Terrormiliz IS zurückzuschlagen.

Warum schaffen es die USA und ihre Partner nicht, den IS mit Luftangriffen militärisch lahmzulegen?

Die IS-Kämpfer passen sich schnell und geschickt an die Luftschläge an. Sie verlassen Ziele, die von den USA ins Visier genommen werden und bringen Waffen und Geiseln an neue Stützpunkte. Zudem mischen sich die Kämpfer unter die Zivilbevölkerung und lassen auch viele ihrer schwarzen Flaggen wieder verschwinden. Weil Angriffe auf die IS-Infrastruktur schwieriger werden, hat sich auch das Tempo der Luftschläge verlangsamt, sagt David Schenker vom Washington Institute for Near East Policy. Die US-Regierung hat mehrfach betont, dass der IS nicht allein aus der Luft besiegt werden kann. Dem unabhängigen US-Instituts CSBA zufolge hat der Kampf bereits zwischen 780 und 930 Millionen Dollar (620 bis 740 Millionen Euro) verschlungen.

Syrische und irakische Kurden kämpfen derzeit gemeinsam gegen IS-Einheiten, die seit Wochen versuchen, die Grenzstadt einzunehmen. Unterstützt werden sich durch Luftangriffe einer Koalition unter Führung der USA. Der UN-Sicherheitsrat hat die Luftangriffe insbesondere in Syrien nicht gebilligt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

14.11.2014, 07:47 Uhr

Kampf um Kobane
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Der Kampf um Kobane wird wohl noch länger andauern.
Die Truppen haben zwar schon einige Erfolge gegen die Terrormiliz IS zu verzeichnen, aber das reicht nicht.
Auch die Luftangriffe bringen nicht viel. Der IS versteckt sich und seine Waffen und mischt sich unter das Volk.
Dazu verzichten sie auch auf ihre schwarzen Fahnen und ihre schwarze Kluft.

Erdogan hatte zwar zugesagt, Kobane im Kampf gegen den IS zu unterstützen, bisher schaut er aber nur tatenlos zu.
Die Terroristen vom IS sind ja seine "Freunde". Er versorgt sie mit Waffen und Munition und sollte ein "Kämpfer" einmal verwundet sein, wird er in türkischen Krankenhäusern wieder gesundgepflegt.

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