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18.05.2015

14:29 Uhr

Kriege durch das Klima

Klimawandel beschäftigt auch die Militärstrategen

Krieg wegen Klima? Einer Studie zufolge rechnen die USA, Frankreich und andere Staaten mit zunehmenden Konflikten durch den Klimawandel. Strategische und militärische Überlegungen werden von Umweltaspekten dominiert.

Zwei Jungen laufen über ein Feld, das von der Dürre aufgebrochen wurde: Das Klima spielt zunehmend eine militärische Rolle. dpa

Klimawandel in Kenia

Zwei Jungen laufen über ein Feld, das von der Dürre aufgebrochen wurde: Das Klima spielt zunehmend eine militärische Rolle.

HamburgDie Folgen des globalen Klimawandels spielen inzwischen bei den militär-strategischen Überlegungen zahlreicher Länder eine Rolle. Das ergab eine am Montag vorgestellte Untersuchung der Universität Hamburg. Demnach gehen 27 von insgesamt 37 untersuchten Staaten in offiziellen Dokumenten davon aus, dass Soldaten aufgrund vermehrter extremer Naturkatastrophen in der Zukunft verstärkt zu Hilfseinsätzen im In- und Ausland herangezogen werden.

Sechs Staaten erwähnen der Studie des Experten Michael Brzoska zufolge die Möglichkeit neuer Militärmissionen im Rahmen komplexer humanitärer Einsätze, etwa aufgrund zunehmender politischer Spannungen durch Wassermangel und größere Flüchtlingsbewegungen. Das sind die USA, Großbritannien, Frankreich, Japan, Rumänien und Irland.

Vier Staaten erwarten darüber hinaus explizit mehr militärische Konflikte. Dabei handelt es sich um die USA, Großbritannien, Frankreich sowie Kanada. Letzteres habe inzwischen auch gehandelt und mehrere Kriegsschiffe bestellt, erklärte Brzoska. Hintergrund dafür seien die Umweltveränderungen in der Arktis. „Als Anrainerstaat der Arktis möchte Kanada militärisch Präsenz zeigen, sollte durch das erwartete Abschmelzen des Eises hier in Zukunft ein Wettbewerb um Bodenschätze entstehen.“

Die wichtigsten Schlagworte zum Klimawandel

Globale Erwärmung

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Temperatur auf der Erde um gut 0,8 Grad Celsius angestiegen. Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts (von 2001 bis 2010) war nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie das heißeste seit 1881 - im Durchschnitt betrug die Temperatur 14,47 Grad an der Land- und Meeresoberfläche und damit 0,47 Grad mehr als im Durchschnitt zwischen 1961 und 1990.

Anstieg des Meeresspiegels

Der Anstieg des Meeresspiegels hat sich in den vergangenen 20 Jahren beschleunigt. Laut dem IPCC-Bericht von 2007 dürfte der Meeresspiegel bis zum Endes dieses Jahrhunderts um zwischen 18 und 59 Zentimeter ansteigen. Im neuen Bericht dürfte diese Zahl angehoben werden. Studien zufolge geht der Anstieg zu rund einem Drittel darauf zurück, dass sich das Wasser bei zunehmender Wärme ausdehnt, zu einem weiteren Drittel auf das Schmelzen von Gletschern und zu etwas weniger als einem Drittel auf das Abschmelzen der Eiskappen in Grönland und der Antarktis.

Eisschmelze

Die Arktis erlebte im vergangenen Jahr eine Rekord-Eisschmelze. Laut der US-Behörde für Ozeanologie und Atmosphärenforschung (NOAA) verkleinerte sich die Eisfläche in der Arktis 2012 auf 3,41 Millionen Quadratkilometer. Das ist die kleinste Fläche seit Beginn der Satelliten-Beobachtung der Region vor 34 Jahren und 18 Prozent weniger als der bisherige Niedrigrekord aus dem Jahr 2007. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Gewässer rund um den Nordpol bis 2050 im Sommer eisfrei sein könnten.

Gletscherschwund

Bei Gebirgsgletschern wird weltweit eine starke Eisschmelze beobachtet, etwa im Himalaya-Gebirge oder in den südamerikanischen Anden. Die Gletscher der Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien könnten bis 2050 ganz verschwunden sein.

Extreme Wetterphänomene

In einem Sonderbericht hatte der Weltklimarat IPCC im November 2011 festgehalten, dass es im Zuge der Erderwärmung zu einer Zunahme extremer Wetterphänomene wie heftiger Regenfälle, Hitzewellen und Dürreperioden gekommen ist und diese Entwicklung anhalten wird. 2012 wurden laut eine Untersuchung etwa die Hälfte aller Extremwetterphänomene durch den Klimawandel verstärkt.

Artensterben

Unter einem weiteren Temperaturanstieg wird auch die Tier- und Pflanzenwelt leiden. Ein Anstieg zwischen 1,5 und 2,4 Grad im Vergleich zu den 20 letzten Jahren des 20. Jahrhunderts würde dafür sorgen, dass 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht würden.

Zwei-Grad-Ziel

Internationales Ziel ist es, den Temperaturanstieg bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf zwei Grad zu beschränken. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen wird der Anstieg aber zwischen drei und fünf Grad betragen, wenn es bei den bisherigen Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasen bleibt.

Climategate

Im November 2009 drangen Hacker in die Computer des Klimaforschungszentrums der University of East Anglia ein, stahlen mehrere tausend Dokumente und veröffentlichten sie im Internet als angebliche Belege für wissenschaftliches Fehlverhalten der Klimaforscher. Mehrere Untersuchungen unabhängiger Institutionen konnten allerdings keine Hinweise auf ein solches Fehlverhalten nachweisen.

Für die Studie, die nun in der Fachzeitung International Journal of Climate Change Strategies and Management erschien, wertete Brzoska die öffentlich zugänglichen Sicherheitsdoktrinen, Weißbücher oder vergleichbaren Grundsatzdokumente der Jahre 2002 bis 2013 aus. Deutschland formuliert seine sicherheitspolitischen Grundannahmen im sogenannten Weißbuch und in den verteidigungspolitischen Richtlinien. Diese erschienen letztmalig im Jahr 2011.

Darin werden „klimatische Veränderungen“ als Faktor erwähnt, der zu Flüchtlingsströmen beitragen und die Stabilität staatlicher Strukturen in den betroffenen Regionen sowie letztlich die Sicherheit Deutschlands gefährden könnten. Es gibt aber keine konkreten Einsatz-Szenarien, die daraus abgeleitet werden.

In Berlin sind am Montag Vertreter von mehr als 30 Staaten zu Beratungen über den globalen Klimaschutz zusammengekommen. Das Treffen dient der Vorbereitung einer neuen UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris, bei der ein neues Klimaabkommen geschlossen werden soll.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

18.05.2015, 16:52 Uhr

Wetterphänome und Klimaänderungen haben sicherlich auch die Politik in der Geschichte beeinflusst. Man denke an die Völkerwanderung, die Kleine Eiszeit etc. Allerdings meine ich das das Wetter an Bedeutung verliert, da die Landwirtschaft das BIP der meisten Staaten immer weniger beeinflusst.

Gem. anderer Studien der "Klimaforscher" werden die Fish & Chips in Grossbritannien knapp, bzw. die Pros..tution in den USA zunehmen. Das der "Klimawandel" Erdbeben, Stürme und Regen, oder Trockenheit auslöst ist fast schon alltäglich.

Ich vermute die "Klimaforscher" wollen an die Töpfe der Militärbudgets um sich daran zu laben.

Insgesamt ähnelt die ökoreligiöse Weltuntergangskatastrophe eines "Kimawandels" immer mehr einer Steinzeitreligion bei der man Sonne, Regen und Wind anbetet.

Schön wäre es wenn ein wenig Vernunft einkehren würde.
Insgesamt ist die Ökoreligion mit

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