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11.01.2014

12:54 Uhr

Kriegsverbrechen

Britische Soldaten sollen gefoltert haben

Menschenrechtler werfen britischen Soldaten vor, im Irak Häftlinge systematisch gefoltert und misshandelt zu haben. Zwei Menschenrechtsgruppen haben Strafanzeige beim Haager Strafgericht erstattet.

Britische Soldaten: 85 repräsentative Vorfälle in britischen Internierungslager werden in der Strafanzeige näher untersucht dpa

Britische Soldaten: 85 repräsentative Vorfälle in britischen Internierungslager werden in der Strafanzeige näher untersucht

BerlinWegen des Verdachts der systematischen Folter von Häftlingen durch britische Soldaten im Irak haben zwei Menschenrechtsgruppen Strafanzeige vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag erstattet. Das Berliner European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die britische Anwaltsorganisation Public Interest Lawyers (PIL) berufen sich in ihrer Anzeige auf die Aussagen hunderter irakischer Häftlinge über ihre Erfahrungen in britischer Haft.

Die beiden Menschenrechtsgruppen fordern vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) die Aufnahme von Ermittlungen gegen ranghohe britische Militärangehörige sowie den früheren Verteidigungsminister Geoffrey Hoon und andere zivile Entscheidungsträger. Ihr Vorwurf: Britische Soldaten sollen während des Militäreinsatzes zwischen 2003 und 2008 im Irak hunderte Gefangene systematisch gefoltert und misshandelt haben.

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Mehr als 400 frühere Häftlinge hätten sich in den vergangenen Jahren an PIL gewandt und von schwersten Misshandlungen und Erniedrigungen durch britische Soldaten berichtet, erklärten die beiden Gruppen. Doch obwohl die Vorwürfe seit langem bekannt seien, verweigere die britische Justiz die strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Ein Teil der Zeugenaussagen wurde von der „Süddeutschen Zeitung“ in ihrer Wochenendausgabe dokumentiert.

Das Anwaltsteam der früheren Gefangenen habe „alle nationalen Rechtsmittel ausgeschöpft“, erklärte der PIL-Vertreter Phil Shiner. Bis heute herrsche „eine faktische Straflosigkeit von systematischer Folter und Misshandlungen, die während des Irakkriegs begangen wurden“. Die Vergehen seien Kriegsverbrechen, die gemäß dem Rom-Statut in die Verantwortung des IStGH in Den Haag fielen, erklärte der Anwalt weiter.

Kommentare (1)

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KritischeStimme

13.01.2014, 08:24 Uhr

Die Prozesse von Nuernberg nach dem 2. Weltkrieg haben gezeigt das wenn man mit einem Krieg mitmacht,ist man schuldig an Allem was da schiefgeht.So ist es auch in Afganistan,wo nicht die Soldaten schuldig sind sondern die Entscheidungstraeger+Spitzenpolitiker die zur Teilnahme an diesem schmutzigen Krieg beschlossen haben.Diese Personen sollten vor einen internationalen Gerichtshof angeklagt werden.Anklage lautet Menschenrechtsverletzungen in grossem Ausmass,Mord,gezielte Toetungen,Folterungen,das Toeten+Verwunden von vielen Menschen,Beschaedigung von Infrastruktur und Vertreibung von hunderttausenden Fluechtlingen.Ursache ist die NATO wodurch die EU-Laender gezwungen waren zur Teilnahme,deshalb soll die NATO schnellstens ersetzt werden von einer europaeischen Organisation,dann koennen Europaer selbst entscheiden.Es ist moralisch unvermeidlich dass Europa Afganistan noch viele Jahre viele Miljarden Wiedergutmachung zahlen muss fuer das angerichtete Leid und den angerichteten Schaden

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