Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2006

13:04 Uhr

Kriegsverbrechertribunal

Serbien will Mladic bis Ende April ausliefern

Serbien sucht die Annäherung an die Europäische Union, doch der als Kriegsverbrecher gesuchte Ex-General Ratko Mladic steht Fortschritten bisher im Wege. Jetzt geht die serbische Regierung in die Offensive.

Mladic ist noch auf freiem Fuß. Foto: dpa dpa

Mladic ist noch auf freiem Fuß. Foto: dpa

HB DEN HAAG. Serbien wird den als Kriegsverbrecher gesuchten Mladic bis Ende des Monats an das Uno-Tribunal in Den Haag ausliefern. Dies habe die Regierung in Belgrad Uno-Chefanklägerin Carla del Ponte zugesagt, sagte ein Sprecher des Tribunals am Donnerstag. Mladic ist wegen Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 angeklagt. Von seiner Auslieferung hängt auch die weitere Annäherung Serbiens an die Europäische Union ab.

Die EU verhandelt derzeit mit Serbien über ein Assoziierungsabkommen. Ein solcher Vertrag gilt als erster Schritt auf dem Weg zu einer späteren EU-Mitgliedschaft des Landes. Vor der Ankündigung der serbischen Regierung hatte die EU-Delegation erneut betont, dass Fortschritte bei den Gesprächen von der Auslieferung Mladic' abhingen: „Damit wir uns richtig verstehen: Die EU bleibt bei ihrer Haltung, was die Zusammenarbeit mit dem Tribunal angeht“, sagte Delegationsleiter Reinhard Priebe am Mittwochabend in Belgrad nach der zweiten Verhandlungsrunde. Ende April werde erneut geprüft, ob Serbien ausreichend mit der Uno-Chefermittlerin del Ponte zusammenarbeite.

Nach Angaben der Regierung in Belgrad unternimmt Serbien alles, was es kann, um den untergetauchten Mladic zu fassen. Serbische Medien spekulierten zuletzt, Mladic erwäge sich zu stellen oder seiner Festnahme durch Selbstmord zu entgehen. Nach Angaben eines Parlamentsabgeordneten der ultra-nationalistischen Serbischen Radikalen Partei hat der serbische Geheimdienst BIA den Mladic-Sohn Darko mehrere Stunden lang verhört. Darko Mladic habe seinen Vater „verraten“ sollen. Bereits am Mittwoch hatte die Partei behauptet, die serbische Polizei habe zwei Mladic-Verwandte verhaftet.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×