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04.03.2014

21:53 Uhr

Krim-Konflikt

Oettinger zerstreut Furcht vor Energie-Krise

Nicht Deutschland oder die EU brauche Unterstützung in der Energieversorgung wegen des Konfliktes auf der Krim, sondern die Ukraine. So sei es jedenfalls „im Augenblick“, sagte EU-Kommissar Günther Oettinger.

EU-Kommissar Günther Oettinger: „Im Augenblick“ kein Grund zur Beunruhigung. dpa

EU-Kommissar Günther Oettinger: „Im Augenblick“ kein Grund zur Beunruhigung.

BrüsselDie Krise in der Ukraine bedeutet nach Ansicht von EU-Kommissar Günther Oettinger bis auf weiteres keine Gefahr für Europas Energieversorgung. Wegen des milden Winters seien die Gasspeicher der EU derzeit gut gefüllt, sagte der Energiekommissar am Dienstag in Brüssel mit Blick auf Gaslieferungen aus Russland über ukrainische Pipelines.

Es bestehe „im Augenblick“ kein Grund zur Beunruhigung über mögliche Engpässe in Europa - weder für die Industrie noch für private Haushalte.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung sind die deutschen Gasspeicher derzeit zu rund 60 Prozent gefüllt. Dort lagerten 13 von maximal möglichen 21 Milliarden Kubikmetern Gas, schreibt die Zeitung unter Berufung auf aktuelle Daten der Interessenvertretung der europäischen Speicherbetreiber Gas Storage Europe (GSE).

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Oettinger sagte, sollte kein verspäteter Wintereinbruch kommen, „dann werden wir die Zeit bis Ostern mit halbvollen Speichern bestehen und damit unsere Versorgungssicherheit stabil halten können“. Er habe Vertrauen in die russischen Vertragspartner. „Trotz der Krise fließt in diesen Minuten Gas aus Russland in die europäischen Märkte.“ Die EU tue gut daran, bestehende Verträge einzuhalten.

Sorgen mache ihm hingegen die Energieversorgung der Ukraine. Es sei eine schlechte Nachricht für das Land, dass der Nachbar Russland ab Herbst die bisherigen Gasrabatte streichen wolle.

Damit müsse der Staat nicht mehr wie bisher 168 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen, sondern wohl 400 Dollar. Die Ukraine ist von russischen Exporten abhängig. Oettinger sagte, die EU könnte die Ukraine über Gaslieferungen unterstützen.

Von

dpa

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