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04.03.2014

11:53 Uhr

Krim-Krise

Gazprom streicht der Ukraine die Gas-Rabatte

Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Ukraine muss künftig auch noch den vollen Preis für Rohstofflieferungen von Gazprom zahlen. Der russische Energiekonzern bietet dem Land aber eine Kreditaufnahme an.

Das wird teuer für die Ukraine: Gazprom will dem Land keine Rabatte mehr gewähren. Reuters

Das wird teuer für die Ukraine: Gazprom will dem Land keine Rabatte mehr gewähren.

MoskauDer russische Energieriese Gazprom will der Ukraine die bislang gewährten Nachlässe beim Gaspreis streichen. Ab April müsse die Ukraine demnach den vollen Preis zahlen, zitierten russische Nachrichtenagenturen Gazprom-Chef Alexej Miller am Dienstag. Kiew halte sich nicht an die Vereinbarungen, die mit dem Preisnachlass verknüpft gewesen seien, erklärte Miller. Das staatlich kontrollierte Unternehmen gewährt der Ukraine bislang einen Rabatt von 30 Prozent und ist der größte Gaslieferant des Landes.

Miller bot Kiew zugleich ein Darlehen von zwei bis drei Milliarden US-Dollar (1,5 bis 2,2 Milliarden Euro) an, um offene Rechnungen bei seinem Unternehmen zu begleichen. Anfang März hatte Gazprom erklärt, die Ukraine habe Gaslieferungen für 1,55 Milliarden Dollar nicht bezahlt.

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Moskau hatte der Ukraine den Preisnachlass im Dezember eingeräumt, nachdem der inzwischen abgesetzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch überraschend verkündete, ein über Jahre mit der EU ausgehandeltes Assoziierungsabkommen nicht zu unterzeichnen. Die Ukraine ist finanziell schwer angeschlagen - die Übergangsregierung erklärte kürzlich, es würden Finanzhilfen von mindestens 15 Milliarden Dollar allein in diesem Jahr benötigt.

Der Konflikt hält die Finanzmärkte in Atem und hat große Auswirkungen auf die Wirtschaft. Die Ukraine ist auf russische Gaslieferungen angewiesen

Von

afp

Kommentare (4)

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04.03.2014, 12:09 Uhr

Es gibt auch keinen zu rechtfertigenden Grund, daß die Russen auf ihre Einnahmen verzichten und ihr Gas verschenken! Man kann im Leben eben nicht alles haben! Putin macht es schon - und zwar richtig! Da können die mit den ukrainischen Neo-Nazis verbandelten Grünen aufheulen wie Kojoten. Völlig uninteressant.
Schon Schüßlburner legte in seiner Monographie "Roter, brauner, grüner Sozialismus" eine ausgezeichnete Analyse vor, die die politische Nähe der grünen und braunen belegt. Selbstverständlich paßt das den Gutmenschen nicht - Selbstkritik ist nicht ihr Ding!

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04.03.2014, 12:26 Uhr

Kiew hält sich nicht mehr an die Vereinbarungen, die mit der billigen Lieferung verknüpft waren. Kiew vertraut auf Merkel & Co., daß die ihnen die Chause bezahlen. Immerhin hat ja Merkel sofort die Zusagen für Hilfsgelder verdoppelt. Also wo ist das Problem für die Ukraine?

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04.03.2014, 12:36 Uhr

Willkommen in der bösen Wirklichkeit, liebe Ukraine! So läuft das nun einmal im echten Leben, wenn man seine Rechnungen trotz Rabatte nicht bezahlen will (oder kann), dann greifen die Gesetze der Märkte und dann ist Schluss mit Vergünstigen aller Art. Natürlich kann man jetzt Russland auffordern, jetzt erst Recht Rabatte zu gewähren, denn schließlich in die Ukraine in einer schwierigen Situation. Aber mal ehrlich: Putin sieht nicht aus wie der Weihnachtsmann und bis Ostern dauert es ja auch noch ein paar Wochen. Jeder ehrliche Europäer sollte daher - für Frieden, Einheit und Wohlstand - der Ukraine alle möglichen Kredite gewähren mit allen Sonderkonditionen! Sie geben sich doch solche Mühe...

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