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11.07.2017

23:59 Uhr

Krise am Golf

USA und Katar unterzeichnen Anti-Terror-Abkommen

Am Dienstag besiegelten die USA und Katar eine stärkere Zusammenarbeit gegen den Terror. Doch mehrere arabische Staaten bekräftigten ihre Blockade von Katar – sie werfen dem Land Terrorunterstützung vor.

Die USA und Katar wollen im Kampf gegen den Terror besser zusammenarbeiten. Reuters

Rex Tillerson und Mohammed bin Abdulrahman al-Thani

Die USA und Katar wollen im Kampf gegen den Terror besser zusammenarbeiten.

DohaIn der Krise am Golf haben die USA und Katar ein gemeinsames Anti-Terror-Abkommen unterzeichnet. Beide Länder würden künftig mehr tun, um die Geldquellen von Terrorgruppen aufzuspüren, erklärte US-Außenminister Rex Tillerson am Dienstag nach einem Treffen mit seinem katarischen Kollegen Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Doha. Zudem wollten die USA und Katar stärker kooperieren und Informationen austauschen.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten halten unterdessen den Druck auf das Golf-Emirat Katar aufrecht. In einer am Dienstag in Staatsmedien veröffentlichten Erklärung kündigten die vier Länder an, ihre Maßnahmen gegen Katar beizubehalten und zu verfolgen, wie ernsthaft das Land den Kampf gegen den Terrorismus nehme.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten vor mehr als vier Wochen alle Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Blockade über das Land verhängt. Sie werfen dem Emirat die Unterstützung von Terrorgruppen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran vor.

Katar-Krise: Der Druck auf den Wüstenstaat wächst

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Der Druck auf den Wüstenstaat wächst

Im Streit mit vier arabischen Staaten drohen Katar nun neue Sanktionen. Bisher lässt sich das Golf-Emirat von den Warnungen wenig beeindrucken. Doch das könnte sich ändern, je länger der Konflikt andauert.

In einem umfangreichen Forderungskatalog verlangen sie unter anderem von Katar, seinen Nachrichtenkanal Al-Dschasira zu schließen. Unklar ist, ob das neue Anti-Terror-Abkommen zwischen den USA und Katar ihre Haltung beeinflussen wird.

Zuletzt hatten die vier Länder mit neuen Sanktionen gegen Katar gedroht. Das kleine, aber reiche Emirat wies die Vorwürfe als Propaganda zurück und gab bisher keine Signale, auf die Forderungen seiner Kontrahenten eingehen zu wollen.

Das Abkommen zwischen den USA und Katar sei seit mehr als einem Jahr vorbereitet worden und stehe nicht in Verbindung zu dem derzeitigen Konflikt am Golf, erklärte Tillerson weiter. Er sei in die Golf-Region gereist, um die Vermittlungsbemühungen Kuwaits zu unterstützen.

Tillerson hatte am Montag in Kuwait zu Beginn seiner Reise an den Golf zunächst den dortigen Emir Scheich Ahmed getroffen. Am Mittwoch wird er in der saudischen Hafenstadt Dschidda erwartet, wo sich die Außenminister der vier Blockade-Staaten treffen.

Katar: Aufstieg eines Zwergs

Größe

Das Emirat Katar im Osten der arabischen Halbinsel ist geografisch zwar nur etwa halb so groß wie Hessen, gewinnt international aber sowohl politisch als auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung. Große Vorkommen an Erdöl und Erdgas machten Katar zu einem der reichsten Länder der Erde. Das Land ist 2022 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft.

Viele Ausländer

Rund 2,2 Millionen Menschen leben in Katar, von denen der Großteil aus dem Ausland kommt und als Gastarbeiter beschäftigt ist. Das Land hat zahlreiche Beteiligungen an europäischen Unternehmen, darunter etwa Anteile am VW-Konzern und an der Baufirma Hochtief. Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira hat seinen Sitz in Katar.

Öl und Geopolitik

Katar ist Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und hat unter anderem zusammen mit Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Golfkooperationsrat mitgegründet, der eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in der Region als Ziel hat. Südlich der Hauptstadt Doha befindet sich der größte Stützpunkt der US-Armee in der arabischen Welt.

Schelte

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert Katar für die Ausbeutung von Gastarbeitern und eingeschränkte Meinungsfreiheit.

Katar ist für die USA ein wichtiger Verbündeter. Dort befindet sich der größte US-Militärstützpunkt der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10 000 US-Soldaten stationiert. Katar ist zugleich der weltweit größte Exporteur von Flüssiggas. Die Sanktionen setzen die Wirtschaft des Emirats unter Druck.

Von

dpa

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