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20.10.2014

15:52 Uhr

Krise in der Ostukraine

Heftige Explosion erschüttert Rebellenhochburg Donezk

Die Waffenruhe bleibt brüchig: In der ostukrainischen Rebellenhochburg Donezk ist am Montag offenbar eine Chemiefabrik beschossen worden. Die Explosion soll sogar zu Schäden am Fußballstadion der Stadt geführt haben.

Große Explosion in Donezk: Screenshot aus einem Video des russischen Nachrichtensenders „Russia Today“. Screenshot Youtube

Große Explosion in Donezk: Screenshot aus einem Video des russischen Nachrichtensenders „Russia Today“.

DonezkEine schwere Explosion in der Nähe einer Munitionsfabrik hat am Montag die Stadt Donezk im Osten der Ukraine erschüttert. Im Umkreis von mehreren Kilometern gingen Scheiben zu Bruch. Meldungen über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Stadtverwaltung berichtete von einer Explosion in einer Chemiefabrik. Die Aufständischen sprachen von einem Raketenangriff und beschuldigten die ukrainische Armee.

Die Explosion ereignete sich um die Mittagszeit. Augenzeugen berichteten über Feuer und einer Rauchsäule am Himmel über dem Nordosten der Stadt. Offenbar wurde durch die Druckwelle der Explosion sogar das Fußballstadion der Stadt, die Donbass-Arena, beschädigt. Das berichten mehrere Quellen auf Twitter. In der Separatistenhochburg wurden dem Stadtrat zufolge innerhalb von 24 Stunden mindestens sechs Menschen bei Beschuss verletzt.

Donezk ist eine Hochburg der pro-russischen Separatisten im Kampf gegen die ukrainische Armee. Ein ukrainischer Militärsprecher dementierte, dass die Explosion durch eine von Regierungstruppen abgefeuerte Rakete verursacht worden ist. Kiew habe nichts mit dem Vorfall zu tun.

Im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hat sich unterdessen EU-Energiekommissar Günther Oettinger bei einem Besuch in Kiew für eine weitere Deeskalation eingesetzt. Oettinger habe bekräftigt, dass die EU zu einer raschen Lösung in dem Konflikt beitragen wolle, teilte das ukrainische Energieministerium am Montag nach einem Treffen des Kommissars mit Minister Juri Prodan mit. Regierungschef Arseni Jazenjuk warf Russland vor, eine Einigung im Gaskonflikt mit immer neuen Forderungen zu verzögern. „Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche“, sagte er im ukrainischen Fernsehen.

Kommentare (5)

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Drittes Auge

20.10.2014, 15:18 Uhr

"Ein ukrainischer Militärsprecher dementierte, dass die Explosion durch eine von Regierungstruppen abgefeuerte Rakete verursacht worden ist. Kiew habe nichts mit dem Vorfall zu tun."

Naja die von Kiew, Washington und Berlin unterstützten Freischärler der Faschisten-Battalione sind ja im engeren Sinne keine Regierungstruppen. Soweit könnte die Meldung aus dem "Minsiterium für Wahrheit" vielleicht stimmen. Dass die Regimekritiker im Donbass sich schon selbst mit ballistischen Raketen beschiessen (falls sie die überhaupt haben), ist ja eher unwahrscheinlich.

Account gelöscht!

20.10.2014, 16:32 Uhr

@ Drittes Auge

Es könnte sein, daß Sie recht haben. Selbst dann jedoch, also, wenn nicht reguläre Truppen der Junta, sondern die gesetzlose Soldateska des Rechten Sektors hinter dem Raketenangriff steht, muß sich die Regierung in Kiew diese Verletztung des Waffenstillstands zurechnen lassen.

Einmal mehr wird deutlich, daß die Junta ein falsches Spiel spielt. In Minsk läßt sie ihre Vertreter einen Waffenstillstand unterschreiben, zu Hause jedoch läßt sie die Freischärler gewähren.

Das läßt nicht viel Hoffnung für die Zukunft aufkommen. Kiew will offenbar kein Arrangement mit den Kräften Neurußlands. Es sucht nach wie vor die Entscheidung auf dem Schlachtfeld.

Solange der Westen die Kriegspartei in Kiew unterstützt und für alle Kosten aufkommt und jetzt auch noch die Gasrechnung bezahlt, die Kiew nicht bezahlen kann, weil Krieg nun mal teuer ist, dürfte sich daran nicht viel ändern.

Herr Hans Karpf

20.10.2014, 16:36 Uhr

Die Ukraine hat nur Geld um ihre Kredite zu bedienen, und nicht um Gas oder andere Brennstoffe gegen Devisen zu kaufen. Scheint in Kiew auch keinen wirklich zu stören, ansonsten hätte man den Krieg gegen die Infrastruktur des Donbasses schon längst eingestellt. Die hoffen, dass die Pleite EU deren Vernichtungskrieg am Ende bezahlt. Wenn nicht, wird sich die Ukraine komplett zerlegen.

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