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14.01.2015

04:39 Uhr

Krise in der Ukraine

Angriff auf Bus lässt Hoffnung auf Frieden schwinden

Ein Bus in der Ostukraine wird beschossen, mindestens zwölf Menschen sterben. Regierung und Separatisten beschuldigen sich gegenseitig und kämpfen wieder um den Flughafen Donezk. Die Hoffnung auf Frieden schwindet.

Anschlag in derr Ostukraine

Schüsse auf Bus - Zehn Menschen sterben

Anschlag in derr Ostukraine: Schüsse auf Bus - Zehn Menschen sterben

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DonezkNach dem bewaffneten Angriff auf einen Pendlerbus in der Ostukraine ist die Zahl der Toten auf zwölf gestiegen. Die Kiew-treue Regionalverwaltung in der Rebellenhochburg Donezk teilte am Dienstag mit, prorussische Separatisten hätten den Checkpoint nahe der Stadt Wolnowacha beschossen, als dort der Bus durchfuhr. Die prorussischen Rebellen bestritten, für den Anschlag verantwortlich zu sein und gaben dem ukrainischen Militär dafür die Schuld.

Die russische Nachrichtenagentur Tass zitierte einen Rebellenvertreter mit der Aussage, der Bericht sei eine „Provokation“. „Wir führten keinerlei Militäraktionen an diesem Ort aus“, sagte Denis Puschilin. Ein Reporter des ukrainischen Fernsehsenders Kanal 5 berichtete, unter den Todesopfern sei ein Mädchen im Teenageralter. Das Pressebüro für Militäreinsätze im Osten teilte mit, die Geschosse seien offenbar von einem Raketenwerfer abgefeuert worden.

Die Hoffnungen auf eine friedliche Beilegung des Konfliktes schwanden auch, weil sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Kämpfe um den Flughafen Donezk lieferten. In den vergangenen 24 Stunden habe sich die Lage erheblich verschlechtert, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Dies gelte vor allem für die Region um den Flughafen.

Bilder des Busses zeigen zahlreiche Schusslöcher

Vertreter der Ukraine und der Separatisten sowie aus Russland, Frankreich und Deutschland hatten am Montag in Berlin versucht, den Konflikt zu entschärfen. Eine Annäherung gab es nicht. So wurde über den Verlauf einer Demarkationslinie gestritten.

Bei den Fahrgästen habe es sich um Zivilisten aus Mariupol am Schwarzen Meer gehandelt. Auf Fotos war ein Bus mit zahlreichen Löchern zu sehen. Auch die Sitze waren durchlöchert. Auf der Straße war eine lange Blutspur.

Mit Blick auf die Kämpfe in Donezk warf die Ukraine den Rebellen und Russland eine Eskalationsstrategie vor. Die Separatisten hätten in der Nacht mit Raketenwerfern vom Typ Grad angegriffen und später den Flughafen mit Panzern beschossen, sagte ein Armeesprecher in Kiew. Der Kontrollturm stürzte größtenteils ein. Den Angaben zufolge wurde ein ukrainischer Soldat getötet.

Der Flughafen Donezk wurde 2012 vom damaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch feierlich wiedereröffnet und für die Fußball-Europameisterschaft im selben Jahr genutzt. Wegen der Kämpfe ist er schon längst nicht mehr in Betrieb. Das Terminal hat aber für beide Seiten eine große symbolische Bedeutung.

Streitpunkte im Ukraine-Konflikt

Kämpfe im Donbass

Fast täglich berichten Militär und prorussische Separatisten von zahlreichen Toten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen verloren in dem Konflikt mehr als 2000 Menschen ihr Leben.

Humanitäre Krise

Hunderttausenden Menschen in der Ostukraine fehlt seit Wochen das Nötigste. Moskau schickte in einem umstrittenen Konvoi gut 2000 Tonnen Hilfsgüter. Auch die Ukraine entsandte daraufhin Hilfe ins Krisengebiet.

Hilfskonvois

Moskaus einseitig durchgeboxte Hilfsaktion ohne Zustimmung Kiews löste massive internationale Kritik aus. Die Ukraine brandmarkte die Einfahrt des Konvois als „Invasion“. Am Montag kündigte die Führung in Moskau einen zweiten Hilfskonvoi an.

Militär

Russland hat Zehntausende Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Kiew verdächtigt Russland, die Separatisten heimlich mit Waffen und Kämpfern auszustatten. Russland weist dies zurück und kritisiert die Stationierung von Nato-Einheiten in Osteuropa.

Gasstreit

Wegen unbezahlter Rechnungen hat Russland der Ukraine im Juni das Gas abgedreht. Kiew droht Moskau mit einer Unterbrechung des Öl- und Gastransits nach Westeuropa.

Freihandelsabkommen

Russland sieht in einem Freihandelsabkommen der Ukraine und der EU eine Gefährdung seines eigenen Handels. Der Kreml will dies nun von russischen und ukrainischen Experten prüfen lassen.

Krim

Nachdem prorussische Bewaffnete auf der Krim strategisch wichtige Gebäude besetzt hatten, spaltete sich die Halbinsel im März in einem umstrittenen Referendum von der Ukraine ab. Moskau gliederte die Krim in die Russische Föderation ein; Kiew erkennt dies nicht an.

Wegen der Kämpfe sind auch die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen so angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. So wirft die Nato Russland vor, die Rebellen mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Die Regierung in Moskau weist dies zurück.

Neue Sorgen dürfte im Westen auch die Ankündigung des russischen Generalstabschefs Waleri Gerassimow bereiten, wonach sein Land die Truppen auf der annektierten Halbinsel Krim, in der Arktis und in der Region Königsberg stärken will. Einzelheiten nannte der Kommandeur nicht. Osteuropäische Länder wie Polen oder Litauen, die beide an die russische Exklave Königsberg grenzen, hatten sich bereits über das russische Vorgehen besorgt geäußert.

Kommentare (2)

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Herr Teito Klein

14.01.2015, 09:00 Uhr

Wir waren es nicht!
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sagen die Separatisten,
sagen die Regierungstruppen,
sagt Warlord Putin,
sagt die Nato,
sagen die Deutschen.

Keiner will es gewesen sein, aber die Zivilisten sind tot.

Herr Peter Meier

14.01.2015, 09:45 Uhr

Die öffentlich rechtlichen sagen, die Separatisten waren's. Und die müssen es ja wissen.

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