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20.01.2015

19:49 Uhr

Krise in der Ukraine

Armee meldet Angriff von russischen Truppen

Nach offiziellen Angaben sollen ukrainische Soldaten im Osten des Landes in Gefechte mit regulären russischen Truppen verwickelt worden sein. Sie hätten „den Vormarsch der russischen Truppen gestoppt.“

Ukrainische Soldaten sind im Osten des Landes angeblich in Kämpfe mit regulären russischen Truppen verwickelt worden. dpa

Ukrainische Soldaten sind im Osten des Landes angeblich in Kämpfe mit regulären russischen Truppen verwickelt worden.

KiewUkrainische Soldaten sind nach Angaben der Streitkräfte in Kiew am Dienstag im Osten des Landes von regulären russischen Truppen angegriffen worden. Schwere Gefechte hielten an zwei Kontrollstellen in der Region Luhansk nahe der Grenze zu Russland an, sagte ein Militärsprecher. „Ukrainische Soldaten haben den Vormarsch der russischen Truppen gestoppt.“ Die Lage im sei ernst, aber unter Kontrolle.

In der Ostukraine waren in den vergangenen Tagen die Kämpfe zwischen den Streitkräften und prorussischen Separatisten wieder aufgeflammt. Ukrainische Truppen starteten am Wochenende eine Offensive zur Rückeroberung des Flughafens von Donezk. Deutschland unternimmt einen neuen Vorstoß, den Konflikt beizulegen.

Was ist „Neurussland“?

Neuer Streit um ein historisches Gebiet

In der Ostukraine haben prorussische Separatisten im Mai ihre „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk zu „Neurussland“ vereinigt. Auch Russlands Präsident Putin verwendete mehrfach diese Bezeichnung. Sie hat einen historischen Ursprung.

Feldzüge gegen Türken

Mitte des 18. Jahrhunderts wurde ein Militärbezirk nördlich des Schwarzen Meeres so genannt. Neurussland reichte damals von Bessarabien (heute die Republik Moldau) bis zum Asowschen Meer. Zentrum war Krementschuk, etwa 300 Kilometer südöstlich von Kiew. Zur Zeit der Feldzüge gegen die Türken und das Krim-Khanat sollte die Ansiedlung russischer und ukrainischer Bauern sowie ausländischer Siedler das Grenzgebiet stabilisieren.

Auflösung nach Eroberung der Krim

1764 bildete Zarin Katharina die Große das „Neurussische Gouvernement“. Nach der Eroberung der Krim verlor Neurussland seine strategische Bedeutung und wurde rund 20 Jahre nach der Gründung wieder aufgelöst. Zar Paul I. bildete 1796 erneut ein kurzlebiges Verwaltungsgebiet Neurussland um den Hauptort Noworossisk, dem heutigen Dnjepropetrowsk.

Deutsche Siedler

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ein russisches „Generalgouvernement Neurussland-Bessarabien“ geschaffen. Von 1818 bis etwa 1880 wurden wieder ausländische Siedler angeworben. Auch aus deutschsprachigen Gebieten kamen viele Menschen in die Steppen Neurusslands. Die Dörfer dieser „Schwarzmeerdeutschen“ existierten bis zu den Deportationen in der Stalin-Zeit.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier lud seine Kollegen aus Russland, der Ukraine und Frankreich für Mittwochabend zu einem Krisentreffen nach Berlin ein.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Frau Helga Trauen

20.01.2015, 19:55 Uhr

Klar, die Russen natürlich. Und wenn wir Jaz glauben, dann marschieren die Russen schon auf Warschau und Berlin. Da haben die NeoNazis in Kiew wohl mittlerweile kalte Füße gekriegt. Die NeoNazis in Kiew wollen die NATO in einen Krieg mit Russland verwickeln - mit Unterstützung der USA. Und natürlich von Erika und Larve...
(...)
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Fred Meisenkaiser

20.01.2015, 20:34 Uhr

Da haben sich die westlichen Waffenlieferungen ja gelohnt. Und Soros hatte schon um die 5 Mrd. gebangt, die er in den Putsch in der Ukraine investiert hat.
(...)
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Account gelöscht!

20.01.2015, 20:35 Uhr

Die bekannte Strategie, zwei oder mehrere Parteien aufeinander hetzen und dann als lachender Dritter Krieg gewinnen und absahnen. Unsere Politstümper glauben am Absahnen Teil haben zu können. Diese Denkweise funktioniert nur bis zum Sandkasten.

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