Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.04.2014

15:25 Uhr

Krise in der Ukraine

Erbitterte Kämpfe

Die Männer in Donezk in der Ostukraine kämpfen mit Kalaschnikows, Molotow-Cocktails und Holzknüppeln. Mit Bibeln und Mutter Maria-Bildnissen bitten die Frauen um Frieden. Unser Korrespondent Helmut Steuer ist vor Ort.

Trotz Eskalation im Osten des Landes

Regierung in Kiew zu Volksabstimmung bereit

Trotz Eskalation im Osten des Landes: Regierung in Kiew zu Volksabstimmung bereit

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DonezkEs sind nicht nur noch Kalaschnikows, Molotow-Cocktails und Holzknüppel, mit denen der Kampf um die Ostukraine ausgetragen wird: Mit Bibeln und Mutter Maria-Bildnissen ausgerüstet stehen mehrere ältere Frauen an der Einfahrtsstraße nach Slawjansk. „Wir beten für unsere Söhne“, sagt eine von ihnen. Flackernde Kerzen mitten am Tag sollen ihrer Hoffnung auf bessere, vor allem friedlichere Zeiten einen besonderen Nachdruck verleihen. Die Frauen gehören zu der Mehrheit in dieser Stadt, die die prorussischen Separatisten unterstützen.

Schon längst ist der Konflikt um die Ostukraine nicht mehr Sache nur noch der bis zur Unkenntlichkeit vermummten Männer. Auch in Donezk, der Bergbau-Metropole, sind es Frauen, die auf beiden Seiten der Konfliktparteien zwischen Beten und belegte Brote schmieren immer wieder Durchhalteparolen für die eigene Gruppierung ausgeben. Das scheint auch nötig, denn an der äußerst angespannten Lage hat sich auch am Montag nicht verändert. Im Gegenteil spitzte sich die Situation in den östlichen Landesteilen der Ukraine im Laufe des gesamten Tages dramatisch zu. Dennoch gab es auch Versuche der Deeskalierung.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.

Während sich in den ostukrainischen Städten Horliwka und Slawjansk prorussische Separatisten, ukrainische Sicherheitskräfte und proukrainische Demonstranten zum Teil erbitterte Kämpfe um zentrale Gebäude lieferten, versuchte Übergangspräsident Alexander Turtschinow am Montagvormittag die explosive Lage zu beruhigen: Überraschend schlug er ein Referendum über eine eventuelle Föderalisierung der Ukraine vor. Bislang hatte die Führung in Kiew eine Föderalisierung kategorisch ausgeschlossen, da sie ein Auseinanderbrechen des Landes befürchtet.

Der Vorschlag von Turtschinow, über den noch das Parlament in Kiew abstimmen muss, sieht vor, die Volksabstimmung am 25. Mai abzuhalten, also genau an dem Tag, an dem auch die Präsidentschaftswahlen stattfinden sollen. Nach Ansicht von politischen Beobachtern will der Interimspräsident mit seinem Vorstoß vor allem den prorussischen Separatisten den Wind aus den Segeln nehmen. Diese hatten seit Ausbruch der schweren Krise in den östlichen Landesteilen immer wieder ein solches Referendum gefordert. Auch die Regierung in Moskau, die von mehreren Seiten als Drahtzieher der Aufstände gesehen wird, hat ein Referendum über den Status der Ostukraine gefordert.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.04.2014, 16:08 Uhr

REFERENDUM, das wäre die korrekte Lösung

Account gelöscht!

14.04.2014, 16:52 Uhr

Wieder zahllose Tote, die auf das Konto der US-Politik gehen. Aber was sind schon die paar Toten, wenn man den großen russischen Rohstoffvorkommen wieder ein Stück näher kommt. Noch dazu, wo der Konflikt weit entfernt von der eigenen Haustür ausgetragen wird.Schön das man die EU-Vasallen hat...

Account gelöscht!

14.04.2014, 18:56 Uhr

“Mehrere Meinungsumfragen sagen den Befürwortern einer geeinten Ukraine eine klare Mehrheit voraus. Selbst in den östlichen Landesteilen, in denen bis zu 70 Prozent ethnische Russen leben, kommen die Befürworter eines Anschlusses an Russland nur auf rund ein Drittel der Stimmen.“

Also mich hier im Westen muss man nicht überzeugen oder manipulieren. Die westlichen Medien müssen schon die stimmberechtigten Ukrainer indoktrinieren, denn nur sie stimmen bei einem Referendum ab, also gebt euch keine Mühe.
Nach logischem Verstand würde ich allerdings dem eigenen Land auch den Rücken kehren, wenn sich mein Einkommen innerhalb eines Jahres um mehr als die Hälfte reduzieren würde und im Alternativland um das doppelte steigen würde. Warum berichten die westlichen Medien nicht über diese Tatsachen, irgendwie fühle ich mich nur noch flächendeckend medial veralbert. Wollt IHR noch seriös sein oder nur noch den US-Clown geben?! Das nicht mehr nah an der Wahrheit publiziert wird haben wir irgendwie schon akzeptiert, aber das mittlerweile derart diametral vor gegangen wird ist nur noch abstoßend, Nordkorea lässt grüßen!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×