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09.12.2014

09:54 Uhr

Krise in der Ukraine

Feuerpause in der Ostukraine

Die ukrainische Armee hat die Kämpfe im Osten des Landes eingestellt. Präsident Petro Poroschenko hatte die Feuerpause bereits angekündigt. Auch die Waffen der Separatisten schweigen derzeit.

Ukraines Präsident Petro Poroschenko (links) bei einem Truppenbesuch in der Ostukraine. dpa

Ukraines Präsident Petro Poroschenko (links) bei einem Truppenbesuch in der Ostukraine.

Kiew/Moskau/DonezkIm Konfliktgebiet Ostukraine hat eine von Präsident Petro Poroschenko angekündigte Feuerpause begonnen. Die Armee habe die Kämpfe eingestellt, teilte die Militärführung in Kiew am Dienstag mit.

Die prorussischen Separatisten in der Unruheregion Donezk bestätigten dies der russischen Agentur Interfax. Poroschenko hatte für diesen Dienstag einen „Tag der Ruhe“ erklärt. Auch die Aufständischen hatten angekündigt, die Feuerpause einzuhalten. Offiziell gilt seit Anfang September eine Waffenruhe in der Ostukraine. Dennoch gab es seitdem fast jeden Tag Kämpfe.

Die ukrainische Armee kündigte aber auch an: Sollten die Soldaten aber angegriffen werden, würden sie das Feuer erwidern, sagte ein Militärsprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine

2300 Kilometer...

... lang soll die Mauer zwischen Russland und der Ukraine nach dem Willen der ukrainischen Führung werden. Damit möchte die Führung in Kiew verhindern, dass heimlich Waffen und Kämpfer zur Verstärkung der moskautreuen Separatisten in die Ex-Sowjetrepublik gelangen. Die Ukraine wirft Russland vor, die Aufständischen auszurüsten. Moskau weist dies zurück und kritisiert die geplante Mauer.

Rund 400 Kilometer...

...Grenze sind aber derzeit nicht in der Hand der ukrainischen Behörden. Dort haben die Aufständischen die Kontrolle. In diesen Gebieten soll den Plänen Kiews zufolge erst in einer zweiten Phase gebaut werden. In einer ersten Phase soll in den Gebieten mit dem Bau begonnen werden, die der ukrainische Grenzschutz kontrolliert: in Tschernigow, Sumy und Charkow sowie im Norden des Raums Lugansk.

Provisorische Befestigungen...

... sind an der Grenze zu der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim geplant.

Herzstück des Mauerprojekts...

... sind ein Erdwall und ein mindestens vier Meter breiter und zwei Meter tiefer Graben. Ein fünf Meter breiter Sandstreifen soll Spuren von möglichen Grenzverletzungen zeigen. Alle 20 Kilometer ist ein Wachturm geplant.

Ein Zaun statt einer Mauer...

... ist für die weitgehend von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Alle 100 Meter sollen dort Kameras Grenzverstöße aufdecken helfen.

Rund 100 Millionen Euro...

... soll die Grenzbefestigung ersten Schätzungen zufolge kosten. Experten gehen von weitaus höheren Kosten aus. Der Bau soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein.

In Moskau erklärte Russlands Außenminister Sergej Lawrow, die Ukraine-Kontaktgruppe würde in den nächsten Tagen zusammenkommen, um über die Durchsetzung des Waffenstillstandes in der Ostukraine zu beraten. Bereits im Sommer hatte die Gruppe unter Schirmherrschaft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) über eine Einstellung der Kämpfe verhandelt.

Am Montag hatte sich Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier vorsichtig optimistisch gezeigt, dass in der Krise eine leichte Entspannung erreicht werden könnte. Es gebe vielleicht "kleine Anzeichen dafür, dass uns eine gewisse Beruhigung in den nächsten Tagen und Wochen gelingen könnte", sagte Steinmeier. Voraussetzung sei aber, dass sich die Konfliktparteien auf die Festlegung einer Demarkationslinie einigten, hinter die sich Kämpfer und schwere Waffen zurückziehen müssten.

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

09.12.2014, 11:47 Uhr

>> Die ukrainische Armee hat die Kämpfe im Osten des Landes eingestellt. >>

Warum hat denn die Ukrainische Armee die ganze Zeit der Feuerpause nach den Minsker Verhandlungen und Ergebnissen die Gebiete der Novorossia mit Schwerstartillerie aus Entfernung teilweise 50 km zusammengebombt ?

Nach der erneuten "Feuerpause" ist anzunehmen, das das Abschlachten der Zivilisten durch die kriminelle Oligarchie-Junta unter diesem Poroschenko weitergeht !

Die EU hat ihm ja auch 500 Mio. € letzten Mittwoch für seine Gasrechnung überwiesen. Also wird er kurzfristig die Allerwertesten etwas mit russischen Gas aufwärmen können und den Donbass weiter zusammenbomben. Die Kohle kommt ja jetzt aus Australien und Russland, die "Eigenen" Gruben kann man vernichten.

Die Russen kommen so langsam in die Pflicht, in dem Schurkenstaat Ukraine einzumarschieren und die Junta auszurotten, sonst werden sie unglaubwürdig.

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