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14.08.2014

13:05 Uhr

Krise in der Ukraine

Kiew traut den Russen nicht – und schickt eigene Lkw

Schicken die Russen Kartoffeln oder doch Kalaschnikows? Die Ukraine will kein Risiko eingehen – und schickt einen eigenen Hilfskonvoi. Dabei gehen die Kämpfe weiter. In Donezk ist das Zentrum unter Beschuss.

Ukraine sagt "Nein" zu russischen Hilfsgütern

Russischer Hilfsgüter-Konvoi noch nicht an der Grenze

Ukraine sagt "Nein" zu russischen Hilfsgütern: Russischer Hilfsgüter-Konvoi noch nicht an der Grenze

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Moskau/DonezkDie Regierung in Kiew hat eine breite Unterstützung für die notleidenden Menschen in der Ostukraine – und einen eigenen Hilfskonvoi angekündigt. Eine Kolonne aus 19 Lastwagen habe Kiew verlassen, teilte Irina Geraschtschenko von der Präsidialverwaltung am Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt mit. Insgesamt wolle die Regierung 773 Tonnen Lebensmittel in 71 Lastwagen nach Starobilsk bei Lugansk schicken, wo sie dem Roten Kreuz übergeben werden.

Der Konvoi mit Lkw aus Kiew, Dnepropetrowsk und Charkiw werde in der Stadt Starobilsk knapp hundert Kilometer nördlich von Lugansk anhalten und dort vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übernommen, erklärte die Präsidentschaft weiter. Die Regierung in Kiew hatte am Mittwoch beschlossen, umgerechnet 570.000 Euro für die Menschen im umkämpften Osten des Landes bereitzustellen.

Der russische Konvoi mit humanitären Hilfsgütern für die Ostukraine hat die Grenze noch nicht überquert. „Der Konvoi ist in der Region Rostow“, die an die Ukraine angrenzt, sagte ein Vertreter des Notfallministeriums in Moskau. Auch der ukrainische Innenminister Arsen Awakow wies Medienberichte zurück, wonach ein Teil der Kolonne mit insgesamt 280 Lastwagen bereits auf dem Gebiet des Landes sei. Die Kolonne soll 2000 Tonnen Hilfsgüter transportieren, darunter sind Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz kündigte an, die Fracht zu übernehmen und zu verteilen. Die Kolonne soll 2000 Tonnen Hilfsgüter transportieren, darunter sind Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz kündigte an, die Fracht zu übernehmen und zu verteilen.

Die Russland-Geschäfte deutscher Konzerne

Eon

Der größte deutsche Energiekonzern hat seit 2007 rund sechs Milliarden Euro in den russischen Strommarkt investiert. Er hält knapp 84 Prozent an dem Kraftwerksbetreiber E.ON Rossiya OAO. Der Anteil des russischen Stromgeschäfts am Umsatz lag 2013 bei 1,5 Prozent und am operativen Gewinn bei gut sieben Prozent. E.ON beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter in Russland. Der Versorger bezieht zudem 30 bis 40 Prozent seines Erdgases von dort. Die Düsseldorfer sind auch mit 25 Prozent an dem sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje beteiligt und mit 15,5 Prozent an der Ostsee-Pipeline, durch die Gas - an der Ukraine vorbei - von Russland nach Deutschland fließt. Die Mehrheit an beiden Projekten hält der russische Gazprom -Konzern.

BASF

Der weltgrößte Chemiekonzern ist vor allem in seinem Öl- und Gasgeschäft kräftig in Russland engagiert. So ist der Konzern mit seiner Tochter Wintershall am Gas-Projekt ZAO Achimgaz, einem Joint Venture mit Gazprom, zu 50 Prozent beteiligt. ZAO Achimgaz produziert in Sibirien etwa 3.500 Kilometer nordöstlich von Moskau Erdgas. Ferner ist Wintershall über die Gesellschaft OAO Severneftegazprom nach eigenen Angaben mit insgesamt 35 Prozent an der Ausbeutung des sibirischen Gasfeldes Juschno-Russkoje beteiligt. Zusammen mit einer Tochter des russischen Erdölproduzenten Lukoil betreibt Wintershall zudem das Gemeinschaftsunternehmen Wolgodeminoil zur Förderung von Erdöl. Die BASF-Tochter hält daran 50 Prozent.

Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn ist im Schienenverkehr sowie im Logistik-Geschäft mit insgesamt fünf Unternehmen in Russland vertreten: Vier davon sind 100-Prozent-Beteiligungen. An einer weiteren Firma, die Schienentransporte quer durch Russland von China nach Deutschland organisiert, hält die Bahn einen Anteil von gut einem Drittel. Es ist ein Gemeinschaftsunternehmen unter anderem mit der russischen Staatsbahn RZD. Bahnchef Rüdiger Grube hatte das Geschäftsvolumen in Russland zuletzt mit rund 250 Millionen Euro beziffert.

Daimler

Der Autokonzern ist zusammen mit der Entwicklungsbank EBRD mit 15 Prozent an dem russischen Lkw-Bauer Kamaz KMAZ.MM beteiligt. Die Stuttgarter lassen in zwei Gemeinschaftsunternehmen in dem Land Lastwagen der Marken Mercedes-Benz und Fuso montieren, die besonders robust und damit an die dortigen Straßenverhältnisse angepasst sind. Im abgelaufenen Jahr wurden 5600 Lkw der beiden Marken in Russland ausgeliefert. Etwa die Hälfte davon wurde vor Ort gebaut, der Rest aus Deutschland importiert.

Metro

Russland ist für den Handelsriesen mit einem Jahresumsatz von rund 4,3 Milliarden Euro und 22.000 Mitarbeitern der wichtigste Auslandsmarkt. Der Konzern betreibt dort 73 Cash&Carry-Märkte und 57 Media-Saturn-Filialen. Den Börsengang seines russischen Großmarktgeschäfts hatte Metro im März wegen der Ukraine-Krise auf Eis gelegt.

Henkel

Für den Konsumgüterkonzern ist Russland der weltweit viertgrößte Markt. Der Hersteller von Persil und Pritt hatte dort 2013 rund eine Milliarde Euro Umsatz erzielt. Die Ukraine zählt zu den zehn wichtigsten Wachstumsmärkten Henkels. Im ersten Quartal war Henkel trotz der politischen Unruhen währungsbereinigt in Russland "im mittleren einstelligen Prozentbereich gewachsen" und in der Ukraine "ganz leicht" geschrumpft.

Adidas

Für den Sportausrüster ist Russland einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Infolge der Ukraine-Krise hat dem Konzern bisher vor allem der Verfall des Rubel zu schaffen gemacht. Schuhe und Kleidung mit den drei Streifen, die in Russland seit Sowjetzeiten etabliert sind, waren dort weiter gefragt. Adidas ist in Russland Marktführer.

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kritisierte die russische Hilfsaktion als „grenzenlosen Zynismus“. „Erst schicken sie Panzer und Banditen in die Ukraine, dann Wasser und Salz“, sagte er. Präsidentensprecher Swjatoslaw Zegolko äußerte sich diplomatischer. „Kein zivilisiertes Land lehnt humanitäre Hilfe ab“, sagte er. Wegen der Gefechte zwischen Militär und prorussischen Separatisten hat die Großstadt Lugansk seit elf Tagen keinen Strom, kein Wasser und keine Medikamente.

Unterdessen gehen die Kämpfe im Osten des Landes weiter: Die Innenstadt der belagerten Separatistenhochburg Donezk wurde mit schweren Waffen beschossen. Mehrere Mörsergranaten schlugen in Gebäude der polytechnischen Universität und der Staatsanwaltschaft ein, die von Vertretern der selbsterklärten „Volksrepublik Donezk“ besetzt ist, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Im Kampf gegen die Rebellen rückten die Regierungstruppen zuletzt immer weiter auf die Stadt vor, in der zu Friedenszeiten fast eine Million Menschen lebten.

Kommentare (29)

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Herr Eugen Bard

14.08.2014, 10:02 Uhr

Die Russen haben doch zugesagt dass dieser Konvoi kann untersucht werden. Warum ist dann mit Kiew bislang keine fetse Verienbarung getroffen? Es siht so aus dass Kiew keine Hilfe dem Volk im Osten des Landes liefern will. Vielecicht ein Ausssterben von Kriegsgegner geplannt ist? Was unsere Russische Regierung anbetrifft, es scheint mir klar zu sein, dass es eine Provokation ist. Aber es geht micht um versteckte Soldaten oder Munition in LKW`s. Es ist alles gemacht um Kiew zu blamieren. Was denken Sie, meine Damen und Herren?

Herr Reiner Geiger

14.08.2014, 10:32 Uhr

Das kann schon sein, dass dies der Grund ist. Dann wäre es aber völlig überflüssig. Ich glaube man kann auch so ganz gut beurteilen welcher Menschschlag momentan in der Ukraine an der Macht ist.

Herr Andrei Sokolov

14.08.2014, 10:36 Uhr

wo Menschen sterben jeden Tag Dutzende von (((Russland will Zivilisten, es so schwer, in diesem zu helfen "testen und überprüfen"?
Und ... wenn Russland wollte die Invasion, die Gründe für das war genug! jeden Tag auf dem Territorium von Russland, Rostov-Region war unter Beschuss von Mörsern aus der Ukraine! Stellen Sie sich vor, dass Deutschland ohne Schale aus Frankreich? oder den Vereinigten Staaten von Mexiko?
Es tut mir leid ... ich weiß nicht, die deutsche Sprache und verwenden einen Dolmetscher (((

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