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05.08.2014

07:25 Uhr

Krise in der Ukraine

Nato betont Verteidigungsbereitschaft

Die Ukraine-Krise verliert nicht an Brisanz: Moskau zeigt mit einer großen Militärübung demonstrativ Stärke. Nach dem Absturz von Flug MH17 ist die Nato alarmiert: Rasmussen betont Verteidigungsbereitschaft.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (l.) mit dem britischen Premier David Cameron am Montag im militärischen Hauptquartier der Nato. Reuters

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen (l.) mit dem britischen Premier David Cameron am Montag im militärischen Hauptquartier der Nato.

Mons/Moskau/KiewIn der Ukraine-Krise ist eine Deeskalation nicht in Sicht. Nachdem Russland ein Großmanöver begonnen hatte, unterstrich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen die Geschlossenheit des westlichen Verteidigungsbündnisses. „Die Nato ist entschlossen, alle Verbündeten gegen jederlei Bedrohung zu verteidigen“, sagte Rasmussen am Montag im militärischen Hauptquartier der Nato im belgischen Mons.

„Der kriminelle Abschuss von Flug MH17 hat deutlich gemacht, dass ein Konflikt in einem Teil der Welt tragische Konsequenzen überall in der Welt haben kann“, sagte Rasmussen. Zusammen mit dem britischen Premier David Cameron hatte er zuvor den Nato-Oberbefehlshaber, den US-General Philip Breedlove, getroffen.

An dem russischen Großmanöver beteiligen sich bis zum 8. August Kampfjets und Hubschrauber, sagte am Montag Luftwaffensprecher Igor Klimow der Agentur Interfax zufolge. Erstmals finde ein solches Manöver gleich in drei Wehrbezirken statt. Auch in Nato-Staaten hatte es im Zuge der Ukrainekrise Manöver gegeben.

Die Bundesregierung forderte erneut „ganz klare Schritte zur Deeskalation“ von Russland. „Wir beobachten das, was an der russisch-ukrainischen Grenze passiert, sehr genau“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Der eskalierende Machtkampf in der Ostukraine

Nach dem Sturz...

... der moskautreuen Führung in Kiew und dem Anschluss der Krim an Russland ist der Konflikt um die mehrheitlich russischsprachige Ostukraine eskaliert.

Erste Ausschreitungen...

... gibt es am 6. April. Bei Demonstrationen in der Ostukraine gibt es massive Ausschreitungen. Moskautreue Aktivisten besetzen Verwaltungsgebäude in den Millionenstädten Charkow und Donezk.

Die Besetzer...

... fordern am 7. April erstmalig Referenden über eine Abspaltung der Ostukraine von Kiew und rufen eine souveräne Volksrepublik aus. In weiteren Orten werden Gebäude besetzt.

Ein „Anti-Terror-Einsatz“...

... am 13. April gegen Separatisten in Slawjansk fordert Tote und Verletzte. In Charkow werden bei Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern einer Annäherung an Russland Dutzende verletzt.

Barack Obama...

... telefoniert am 14. April mit Kremlchef Wladimir Putin. Der US-Präsident äußert sich darin besorgt darüber, dass Moskau die prorussischen Separatisten unterstütze. Putin bestreitet eine Einmischung.

Ein Friedensplan...

... wird am 18. April bei einem internationalen Treffen in Genf beschlossen. Wichtigster Punkt: Die Separatisten sollen die Waffen niederlegen und besetzte Gebäude räumen.

Mit Panzern und Hubschraubern...

... gehen Regierungstruppen am 24. April bei Slawjansk gegen Separatisten vor. Putin verurteilte den Einsatz der ukrainischen Armee als „sehr ernstes Verbrechen“, das „Folgen“ für die Regierung in Kiew haben werde.

Militärbeobachter der OSZE...

... werden am 25. April von Separatisten in deren Gewalt gebracht, darunter sind vier Deutsche. In Slawjansk beschuldigt der örtliche Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow die Gruppe der Spionage.

Zurschaustellung der Geiseln...

...am 27. April. Die OSZE-Geiseln werden von Ponomarjow der Presse vorgeführt. Sie sollen gegen inhaftierte Separatisten ausgetauscht werden.

Neue Sanktionen...

... gegen Moskau verhängen die EU und die USA am 28. April aus Verärgerung über das Vorgehen Russlands gegen Moskau. Am selben Tag wird in Charkow der Bürgermeister durch einen Schuss schwer verletzt. Auf dem Militärflugplatz Kramatorsk beschießen Unbekannte Regierungseinheiten.

Die prorussischen Militanten...

... besetzen 30. April in Lugansk und Gorlowka weitere Gebäude. In Kiew räumt Übergangspräsident Alexander Turtschinow ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben.

Der Gegenschlag...

... von Kiew erfolgt am 2. Mai. Truppen der ukrainischen Armee, der Nationalgarde und des Innenministeriums gehen in Slawjansk und Kramatorsk massiv gegen die Separatisten vor.

Die Separatisten in der Ukraine warfen der Armee vor, eine Waffenruhe am Absturzort des malaysischen Passagierflugzeugs nicht einzuhalten. Wegen Granateneinschlags hätten 124 internationale Experten die Untersuchung des Trümmerfelds bei Grabowo abbrechen müssen, teilten die prorussischen Aufständischen mit. Die Rettungskräfte suchen nach Leichenteilen sowie persönlichen Gegenständen der 298 Opfer.

Die Helfer gehen von mehrwöchigen Arbeiten aus. Bisher sei erst eine von fünf Zonen im Gebiet abgesucht worden, sagte ein Sprecher. Die Boeing 777-200 war am 17. Juli vermutlich abgeschossen worden. Armee und Aufständische geben sich gegenseitig die Schuld. Von der ostukrainischen Stadt Charkow aus brachte am Montag eine weitere Maschine Leichenteile von Flug MH17 in die Niederlande.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

05.08.2014, 08:47 Uhr

Die Europäischen Politiker haben nichts aber auch gar nichts aus den politischen Fehlern (Kriegstreiber) des 1. und 2. Weltkrieg gelernt!
Die EU Politiker lassen sich genauso wie damals von angeblichen Freunden (USA) aufpushen und steigern sich in eine Kriegsrhetorik hinein, die nur allzugern von Millitantenkräften ausgenutzt wird.

Herr Jürgen Realo

05.08.2014, 09:20 Uhr

......allen voran dieser Möchtegern General Rassmussen, dessen Rhetorik von Anfang an aggressiv gegen Rußland gerichtet war.
Ist eigentlich mittlerweile geklärt wer für das gezielte Töten am Maidan welches ja der Auslöser des ganzen Desasters war verantwortlich ist.
Genauso der Abschuss der Airline, man hört und liest immer nur höchstwahrscheinlich, aller Voraussicht nach, angeblich oder offensichtlich waren es die von Russland gelenkten Seperatisten.
Mediale Gehirnwäsche und Hetze vom aller feinsten.
Die EU ist Erfüllungsgehilfe der "Guten" (USA) über das "Böse" (Russland).

Herr peterchen Mondfahrt

05.08.2014, 09:30 Uhr

Habe ich richtig gelesen, dass die Ukraine russisches Gebiet beschießt, wie die Hamas Israel? Dass die ukrainische Armee ukrainische Städte zerstört? Auf ihre eigenen Landsleute schießt, tausende umbringt? Und das toleriert,ja unterstützt die Bundesrepublik? Und zugleich benutzen unsere Vertreter eine Kriegs-Rethorik, dass einem Angst und Bange wird. Ich dachte,wir Deutschen hätten aus dem 1. und 2. Weltkrieg genug gelernt, um Konflikte anders zu lösen als mit Säbelrasseln. Leider rasselt die Nato nicht mehr nur mit Säbeln, schnell können daraus Atombomben werden, die dann natürlich nicht auf den obersten Kriegstreiber, die USA fallen, sondern auf uns. Wehret den Anfängen!

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