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12.05.2015

13:34 Uhr

Krise in der Ukraine

Nemtzows letztes Projekt setzt Kreml unter Druck

Laut Moskau sind keine russischen Soldaten in den Kämpfen in der Ostukraine verwickelt. Die Opposition hat nun einen Bericht vorgelegt, der das Gegenteil aussagt. Es war das letzte Projekt von Regierungskritiker Nemtzow.

MoskauDie Unterstützung des Aufstands im Osten der Ukraine hat Russland nach Angaben Oppositioneller bisher mehr als eine Milliarde Dollar gekostet. Mindestens 220 russische Soldaten seien in den Kämpfen im Nachbarland getötet worden, berichteten Oppositionelle am Dienstag in Moskau. Dies widerspricht Angaben der Regierung, wonach keine aktiven russischen Soldaten in die Kämpfe verwickelt sind. Der Bericht über die Ostukraine war das letzte Projekt, an dem der Regierungskritiker Boris Nemtzow vor seiner Ermordung gearbeitet hatte. Er sammelte dafür Informationen aus öffentlichen Quellen und befragte Familien. Nemtzow wurde im Februar im Zentrum Moskaus erschossen. Parteifreunde und mehrere oppositionelle Journalisten halfen, den 65-seitigen Bericht nach seinem Tod fertigzustellen. Die russische Regierung wollte sich zu den Aussagen nicht äußern.

Bei den Kämpfen im Osten der Ukraine sind mehr als 6100 Menschen getötet worden. Der Westen wirft Russland vor, die Aufständischen mit Soldaten, Waffen, Ausbildung und nachrichtendienstlichen Informationen zu unterstützen.

Dem Oppositionsbericht zufolge wurden allein in der Schlacht um das Dorf Ilowaisk und in der Umgebung im vergangenen Sommer mindestens 150 russischen Soldaten getötet. Ihre Angehörigen hätten drei Millionen Rubel (rund 50.000 Euro) Schmerzensgeld erhalten. Die Zahlung sei an die Bedingung geknüpft gewesen, dass sie nicht öffentlich über den Tod ihrer Familienmitglieder sprächen. Bei den Kämpfen um Debalzewe Anfang des Jahres seien mindestens 70 Russen umgekommen. Deren Angehörigen hätten allerdings kein Geld bekommen.

Die Strafmaßnahmen der USA gegen Russland

Visa und Konten

Die USA haben Visa-Beschränkungen und Kontosperrungen gegen eine ganze Reihe von Personen im Umfeld des russischen Regierung verhängt. Nun wurden dieser Liste sieben weitere Personen hinzugefügt, darunter den Chef des Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin. Auf der Liste finden sich auch Politiker und Militärangehörige, die im Zusammenhang mit der Krim-Krise gesehen werden.

Banken und Firmen

Gegen die St. Petersburger Bank Rossija wurden von den USA ebenfalls Maßnahmen beschlossen. Indirekt ist zudem die russische Bank SMP betroffen, deren Miteigentümer Boris und Arkadi Rotenberg auf der Sanktionsliste stehen. Dazu kommen nun 17 Firmen, die laut US-Regierung Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin haben.

Exporte

Zusätzlich gibt es Beschränkungen bei Exporten von Hochtechnologie-Produkten, wenn diese vom russischen Militär verwendet werden können. Eine nächste Stufe könnten laut US-Präsidialamt Schlüsselbranchen der russischen Wirtschaft treffen, falls Russland in der Ukraine weiter militärisch intervenieren sollte.

In den meisten Fällen würden die russischen Soldaten formal zum Austritt aus der Armee gezwungen, ehe sie in die Ostukraine reisten, heißt es in dem Bericht. Russische Kämpfer erhielten dort umgerechnet bis zu 1600 Euro Sold im Monat.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr der Ringe

12.05.2015, 14:48 Uhr

>> Mindestens 220 russische Soldaten seien in den Kämpfen im Nachbarland getötet worden, berichteten Oppositionelle am Dienstag in Moskau. >>

Na wenn es so ist, dann sind die Russen ja noch ECHTE und RICHTIGE Kämpfer !

Sie sind alle gefallen ( für 1.600 € im Monat....:-) , KEINEN Einzigen konnten die Ukrainer verhaften und als Beweis für die Kriegsteilnahme der Weltgemeinschaft präsentieren !

Dieses Fake fällt sogar Vorschulkindern auf !

Herr mathias müller

12.05.2015, 18:51 Uhr

Nemtzow
ist das nicht langsam Leichenschändung????

Der Mann möge in frieden Ruhen.

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