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17.06.2014

22:52 Uhr

Krise in der Ukraine

Putin und Poroschenko beraten über Waffenruhe

Der russische Präsident Putin und sein ukrainischer Kollege Poroschenko haben Beratungen über eine mögliche Waffenruhe im Osten der Ukraine aufgenommen. Dort geht wieder ein tödlicher Tag zu Ende.

Die Überreste eines abgeschossenen ukrainischen Militärflugzeuges. ap

Die Überreste eines abgeschossenen ukrainischen Militärflugzeuges.

Moskau/DonezkRusslands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko beraten offenbar über eine Waffenruhe im Osten der Ukraine. Die beiden hätten über einen „möglichen Waffenstillstand im Südosten der Ukraine“ gesprochen, teilte der Kreml am Dienstag mit.

Dort gab es bei blutigen Gefechten zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten erneut zahlreiche Tote und Verletzte. Im Raum Kramatorsk seien sechs Aufständische erschossen worden, teilte Armeesprecher Wladislaw Selesnjow am Dienstag mit. Zudem kamen zwei russische Journalisten im Osten des Landes ums Leben.

In einer Klinik in Lugansk starb ein russischer Journalist an seinen Verletzungen, wie Chefarzt Fjodor Soljanik sagte. Der 37-Jährige hatte sich an einer Straßensperre von Aufständischen aufgehalten, als eine Granate einschlug. Bei der Explosion wurde ein zweiter Journalist des russischen Staatsfernsehens getötet.

Lückenlose Aufklärung gefordert

Das Außenministerium in Moskau forderte eine lückenlose Aufklärung. Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza bedauerte den Tod der Reporter, der wohl von den Sicherheitskräften verursacht worden war.

In dem Gespräch mit Poroschenko habe sich Putin besorgt über den Tod der beiden Journalisten geäußert, teilte der Kreml weiter mit. Er habe gefordert, die Sicherheit von Reportern in der Region müsse sichergestellt werden. Poroschenko habe eine Untersuchung zugesagt, hieß es weiter.

Kremlchef Wladimir Putin forderte bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko eine Aufklärung des Vorfalls. Das bilaterale Verhältnis wird auch von einem Gasstreit belastet.

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Am Rande der Kämpfe kam es zu einer Explosion an einer Leitung für den Export von russischem Gas Richtung Westen. Augenzeugen in der Region Poltawa sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei.
Dem Leitungsbetreiber Ukrtransgaz zufolge hat der Zwischenfall aber keine Auswirkungen auf den Gasfluss in die EU, da es eine Ersatz-Pipeline gebe. Naftogaz kündigte an, alle Teile des Transportsystems verstärkt zu kontrollieren. „Die Lage ist bedenklich“, sagte Chef Andrej Kobolew.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow sagte in Kiew, es gebe Hinweise auf einen terroristischen Akt. Er warf Russland vor, mit Manipulation an der Urengoi-Pomary-Uschgorod-Pipeline „die Ukraine diskreditieren“ zu wollen. Beweise nannte er zunächst nicht.

Kommentare (1)

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18.06.2014, 09:48 Uhr

Poroschenko denkt zu kurz und zu klein in seinem Friedensplan für die krisengeschüttelte Ostukraine. "Dazu gehöre eine zehn Kilometer breite Pufferzone entlang der Grenze zu Russland"..

Die Ukraine insgesamt sollte Pufferstaat werden, damit eine sichere Energieversorgung für den Westen gewährleistet ist.

Ausserdem könnten Russland, Weissrussland und China an der Ostgrenze, die NATO an der Westgrenze zur Ukraine, ohne die jeweils andere Seite zu provozieren, ihre wichtigen Manöver abhalten.

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