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23.01.2015

13:39 Uhr

Krise in der Ukraine

Rebellen kündigen Offensive an

Die Rebellen in der Ostukraine wollen offenbar eine Großoffensive in der Region Donezk starten. Kiew wirft den „russischen Einheiten“ indes vor, für die Opfer der vergangenen Tage verantwortlich zu sein.

Kündigte eine Großoffensive der Rebellen an: Alexander Sachartschenko. dpa

Kündigte eine Großoffensive der Rebellen an: Alexander Sachartschenko.

KiewNach dem Rückzug der ukrainischen Streitkräfte vom Flughafen Donezk gehen die Rebellen offenbar zu einer Großoffensive über. „Von unserer Seite gibt es keine Versuche mehr, über eine Waffenruhe zu reden“, sagte der „Präsident“ der selbstproklamierten Volksrepublik Donezk, Alexander Sachartschenko, am Freitag. „Wir werden eine Offensive in der gesamten Region Donezk starten“, zitierten ihn die Nachrichtenagenturen Interfax und Ria Nowosti.

Nach monatelangen Gefechten hatten sich die ukrainischen Truppen am Donnerstag von dem völlig zerschossenen Flughafen zurückgezogen. In der Ukraine wird die Schlacht um das Areal mit der Schlacht um Stalingrad im Zweiten Weltkrieg verglichen.

Der Sekretär des Sicherheitsrates in Kiew, Alexander Turtschinow, sprach von „regulären Einheiten der russischen Streitkräfte“, die eine Offensive gestartet hätten. Die „russischen Terrorgruppen“ würden praktisch entlang der ganzen Frontlinie angreifen, „nahe bei Donezk und im Süden“. Die ukrainischen Streitkräfte hätten die Lage aber unter Kontrolle und würden zum Gegenangriff ausholen.

Die ukrainischen Parteien und ihre Köpfe

Petro-Poroschenko-Block

Die Parlamentswahl soll der krisengeschüttelten Ukraine an diesem Sonntag eine stabile Regierung bringen. Wegen der Gefechte im Osten werden aber vorerst nur 424 der 450 Sitze in der Obersten Rada in Kiew vergeben, es gilt die Fünfprozenthürde. Um 225 Sitze bewerben sich 29 Parteien mit mehr als 3000 Kandidaten, die restlichen 199 Mandate werden per Direktwahl bestimmt. Stimmberechtigt sind gut 36 Millionen Bürger. Die aussichtsreichsten Parteien im Überblick.

PETRO-POROSCHENKO-BLOCK: „Zeit für Einigkeit“ ist der Slogan der neu gebildeten Partei von Präsident und Namensgeber Petro Poroschenko. Sie liegt in Umfragen weit vorne. Spitzenkandidat ist der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko, der einen Wechsel vom Rathaus ins Parlament bisher kategorisch ausschließt. Vizeregierungschef Wladimir Groisman auf Listenplatz Vier gilt als Vertrauter von Poroschenko und wird als dessen Favorit für das Ministerpräsidentenamt gehandelt.

Oppositionsblock Silnaja Ukraina

Vertreter der bis zum Machtwechsel im Februar regierenden Partei der Regionen treten getrennt an. Ex-Vizeministerpräsident Juri Boiko muss mit dem Oppositionsblock um den Einzug bangen. Sicher im Parlament dürfte dagegen der ehemalige Sozialminister und Vizeregierungschef Sergej Tigipko mit seiner wiederbelebten Kraft Silnaja Ukraine (Starke Ukraine) sein.

 

Swoboda

Den Rechtsradikalen um Parteiführer Oleg Tjagnibok werden in Umfragen nur geringe Chancen für einen Wiedereinzug gegeben.

Vaterlandspartei

Die Partei von Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat sich nach dem Weggang „altgedienter Kader“ verjüngt. Listenplatz Eins trat Timoschenko demonstrativ an die Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko ab, die in Russland wegen Mordverdachts im Gefängnis sitzt. Kiew wirft Moskau politische Motive in dem Fall vor.

Radikale Partei

Frontmann ist der Abgeordnete Oleg Ljaschko. Sein Markenzeichen ist eine Heugabel, mit der er Kiew „ausmisten“ will.

Narodny Front

Ganz auf Regierungschef Arseni Jazenjuk zugeschnitten ist der Wahlkampf der neugegründeten Volksfront. Auf ihrer Liste stehen viele Kabinettsmitglieder, etwa Innenminister Arsen Awakow. Auch Parlamentspräsident Alexander Turtschinow und der frühere Sicherheitsratschef Andrej Parubij sowie Journalisten und Frontkämpfer stehen Jazenjuk zur Seite. Viele Spitzenkandidaten arbeiteten früher in der Vaterlandspartei von Julia Timoschenko.


Russlands Präsident Wladimir Putin warf Kiew am Freitag vor, für die zahlreichen Todesopfer der vergangenen Tage verantwortlich zu sein. Bei der „großangelegten Militäroperation“ seien Artillerie und Luftwaffe eingesetzt worden, und das über bewohnten Gegenden, sagte Putin bei einem Treffen mit seinem Sicherheitskabinett.

In dem seit neun Monaten anhaltenden Konflikt wurden laut Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 5000 Menschen getötet.

Von

afp

Kommentare (7)

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Herr Teito Klein

23.01.2015, 14:31 Uhr

Friede, nein Danke!
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Alexander Sachartschenko, das „Oberhaupt“ der „Volksrepublik Donezk“, hat Bemühungen um einen Frieden zwischen den Separatisten und der Regierung in Kiew ein Absage erteilt. Gleichzeitig kündigte er eine Offensive der Rebellen an.

Da kann Warlord Putin noch so sehr von Frieden Faseln, die Terroristen vom Donbass hören nicht auf ihn.
Sie wollen den totalen Krieg!
Und die Aussage von Warlord Sachartschenko ist eindeutig!

Herr Vittorio Queri

23.01.2015, 15:34 Uhr

>> Rebellen kündigen Offensive an >>

Die nutzlosen Verhandlungen. einberufen durch Steinzeitmeier, verschleppen den Krieg in der Ukraine und kosten Zivilisten täglich unzählige Opfer.

Während der Pseudo-Friedesphasen" sind bereits Tausende Zivilisten, umgebracht durch die Ukrainische Junta, zum Opfer gefallen !

Diesem Zustand wollen die Aufständischen nun ein Ende setzen und die Ukrainische Schwerstartillerie, die die Städte aus Entfernungen von 30 km zusammenbombt, ausserhalb ihrer Republik - Grenzen vertreiben !

Eine absolut angemessene Entscheidung !

Fall die Junta sich in den Weg stellt, wird sie bis nach Lwov ( Lemberg ) gejagt !

Die Tage der Junta sind bereits angezählt !

Herr Vittorio Queri

23.01.2015, 15:41 Uhr

>> Sie wollen den totalen Krieg! >>

Ihr Kopf mit ihren Game-Phantasien würden ihnen schon genügen !

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