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09.11.2014

17:45 Uhr

Krise in der Ukraine

Schwere Gefechte in Donezk

Der Konflikt in der Ukraine wird wieder heftiger: Im Osten des Landes toben die schwersten Gefechte seit der Waffenruhe. Ein Bericht zeigt zudem, wie explosiv die Konfrontation zwischen Russland und dem Westen ist.

Schwere Gefechte

Lage in Donezk droht weiter zu eskalieren

Schwere Gefechte: Lage in Donezk droht weiter zu eskalieren

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DonezkDie Waffenruhe in der Ostukraine erweist sich als immer brüchiger. In der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Donezk tobten am Sonntag heftige Gefechte. Über Stunden hinweg war Artilleriefeuer zu hören. Die ukrainische Regierung in Kiew berichtete, die Aufständischen hätten in den vergangenen Tagen mehr Ausrüstung und personelle Verstärkung erhalten. Der Konflikt treibt ...

„Die vergangene Woche war geprägt von einer Zunahme des Beschusses und dem Heranschaffen zusätzlicher Truppen, Munition, Ausrüstung und Personal an terroristische Gruppen“, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Die Staatsführung ist sich sicher, dass die Unterstützer aus Russland kommen.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) berichtete über Fahrzeug-Konvois mit schweren Waffen und Panzern. Einer bestand demnach aus 40 Fahrzeugen, darunter 19 schwere Lkw, die Haubitzen mit 122-Millimeter-Kalibern zogen. Die Insassen hätten dunkelgrüne Uniformen ohne Abzeichen getragen. Er sei sehr besorgt wegen des Wiederanstiegs der Gewalt in der Ostukraine und „Aktivitäten, die zu mehr Zerbrechlichkeit führen statt einer weiteren Stabilisierung der Lage“, sagte der OSZE-Vorsitzende, der Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter.

Streitpunkte im Ukraine-Konflikt

Kämpfe im Donbass

Fast täglich berichten Militär und prorussische Separatisten von zahlreichen Toten. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen verloren in dem Konflikt mehr als 2000 Menschen ihr Leben.

Humanitäre Krise

Hunderttausenden Menschen in der Ostukraine fehlt seit Wochen das Nötigste. Moskau schickte in einem umstrittenen Konvoi gut 2000 Tonnen Hilfsgüter. Auch die Ukraine entsandte daraufhin Hilfe ins Krisengebiet.

Hilfskonvois

Moskaus einseitig durchgeboxte Hilfsaktion ohne Zustimmung Kiews löste massive internationale Kritik aus. Die Ukraine brandmarkte die Einfahrt des Konvois als „Invasion“. Am Montag kündigte die Führung in Moskau einen zweiten Hilfskonvoi an.

Militär

Russland hat Zehntausende Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Kiew verdächtigt Russland, die Separatisten heimlich mit Waffen und Kämpfern auszustatten. Russland weist dies zurück und kritisiert die Stationierung von Nato-Einheiten in Osteuropa.

Gasstreit

Wegen unbezahlter Rechnungen hat Russland der Ukraine im Juni das Gas abgedreht. Kiew droht Moskau mit einer Unterbrechung des Öl- und Gastransits nach Westeuropa.

Freihandelsabkommen

Russland sieht in einem Freihandelsabkommen der Ukraine und der EU eine Gefährdung seines eigenen Handels. Der Kreml will dies nun von russischen und ukrainischen Experten prüfen lassen.

Krim

Nachdem prorussische Bewaffnete auf der Krim strategisch wichtige Gebäude besetzt hatten, spaltete sich die Halbinsel im März in einem umstrittenen Referendum von der Ukraine ab. Moskau gliederte die Krim in die Russische Föderation ein; Kiew erkennt dies nicht an.

Der Westen und die Regierung in Kiew werfen Russland seit langem vor, die Rebellen im Osten der Ukraine zu unterstützen und die Lage dort zusätzlich zu destabilisieren. Der OSZE-Vorsitzende Burkhalter rief beide Seiten am Samstag auf, sich an die Abmachung vom 5. September zu halten, bei der eine Waffenruhe vereinbart worden war.

Seither kam es sporadisch zu Zwischenfällen. In den vergangenen Tagen haben sich die Regierung in Kiew und die Rebellen verstärkt gegenseitig Verstöße vorgeworfen. Außerdem wirft die ukrainische Regierung Russland vor, zur Unterstützung der Separatisten 32 Panzer und Lkw-Ladungen voll mit Truppen in die Ostukraine geschickt zu haben.

Die Gefechte in Donezk schienen sich am Sonntag sowohl in von Rebellen, als auch von Regierungstruppen kontrollierten Stadtgebieten abzuspielen. Die Rebellen versuchen seit Monaten, diesen zu erobern. Berichte über neue zivile Opfer lagen nicht vor. Allerdings seien in den vergangenen 24 Stunden drei ukrainische Soldaten getötet und 13 verletzt worden, sagte ein ukrainischer Militärsprecher. Es waren die wohl schwersten Kämpfe seit Anfang Oktober, als mindestens zehn Menschen getötet wurden. Über dem Flughafen standen große schwarze Rauchwolken.

Insgesamt sind in dem Konflikt seit Mitte April mehr als 4000 Menschen getötet worden. Gleichzeitig sind die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland so angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Allein in den vergangenen acht Monaten habe es zwischen Russland und dem Westen 40 brenzlige Situationen gegeben, die zu Toten oder gar einer militärischen Auseinandersetzung hätten führen können, berichtete „Der Spiegel“. Dazu gehöre ein Beinahezusammenstoß einer skandinavischen Passagiermaschine mit einem russischen Aufklärungsflugzeug. Das Magazin bezog sich auf eine Studie des European Leadership Network in London (ELN).

Die Nato hatte Ende Oktober über mehrere Vorfälle mit russischen Militärflugzeugen berichtet. Binnen 24 Stunden hätten Nato-Flugzeuge vier Gruppen mit russischen Maschinen angefangen. Eine derart hohe Zahl von Einsätzen habe es in den vergangenen Jahren nur selten gegeben. Nach Angaben der Luftwaffe des Nato-Mitgliedes Norwegen flogen russische Flugzeuge von Stützpunkten in der Arktis bis nach Portugal. Sie seien über internationalen Gewässern geblieben, den Grenzen der Mitgliedstaaten aber so nahegekommen, dass Jets losgeschickt worden seien.

Kommentare (4)

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Herr H-J. H.

10.11.2014, 09:42 Uhr

Man muß sich wirklich fragen, wer die "Informationen" des Mainstream steuert. Mit der heutigen Satellitentechnik ist es ein Leichtes die Routen von Militärkonvois zu verfolgen und den Ursprung nachzuweisen.
Wer verkackeiert wen?
Dann sollen die Amis doch endlich einmal die Route von identifizierfähigen Fahrzeugen nachweisen, dann ließe sich der Propagandalügner, ob in Ost oder West, an den Pranger stellen.
Wer mauert hier?
Langsam wird man es satt, sich diese ganze Propagandascheiße beider Seiten anhören zu müssen.

Herr Paul Mueller

10.11.2014, 10:09 Uhr

Warum werden in dem Bericht nur Behauptungen abgedruckt, was angeblich die Rebellen und Russand machen? Warum wird nicht geschrieben was Kiew macht, was die Nato macht? Warum werden die Leute die Behauptungen über andere aufstellen nicht kritisch befragt, was sie selbst getan haben, um solche Reaktionen, wenn sie denn war sind, hervorzurufen. Derartige einseitige Behauptungen sind unseriös.

Herr Paul Mueller

10.11.2014, 10:18 Uhr

Ich habe die Antwort selbst gefunden, mit google.
Bei der Suche nach "gefechte in donezk" werden die üblichen Massenmedien aufgeführt, allen voran das Organ des neuen Politbüros, das sich heute Atlantik-Brücke nennt, die Frankfurter Allgemeine (FAZ). Der Artikel ist also die übliche Propanganda, die das Handelsblatt wohl auch abdrucken muss.

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