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06.08.2014

12:54 Uhr

Krise in der Ukraine

Tote bei Luftangriffen in der Ostukraine

In der Ostukraine wird weiter gekämpft. Bei Luftangriffen der ukrainischen Streitkräfte sterben Zivilisten, als Granaten Wohnhäuser treffen. Auch auf der ukrainischen Seite gibt es Opfer.

Zerstörung in Donezk: Nach den Luftangriffen räumen die Menschen auf. Reuters

Zerstörung in Donezk: Nach den Luftangriffen räumen die Menschen auf.

Donezk/WarschauBei Luftangriffen der ukrainischen Streitkräfte auf Stellungen der prorussischen Separatisten in der Großstadt Donezk sind mindestens drei Zivilisten getötet worden. In mehreren Ortsteilen wurde weiter gekämpft, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf den Stadtrat von Donezk am Mittwoch meldete. Demnach wurden auch Wohnhäuser von Artilleriegranaten getroffen.

Auch auf der Seite der ukrainischen Armee gab es Tote. Der Sprecher des Sicherheitsrates in Kiew, Andrej Lyssenko, teilte mit, dass in den vergangenen 24 Stunden 18 Soldaten getötet und 54 verletzt worden seien. Regierungstruppen des „Anti-Terror-Einsatzes“ beklagten den Angriff auf mehrere ihrer Stellungen in den Regionen Donezk und Lugansk. Zudem sei der Grenzort Djakowo von russischen Gebiet aus beschossen worden.

In der ostukrainischen Stadt Gorlowka berichteten die Behörden von einer steigenden Anzahl Toten. In den vergangenen Tagen seien bei Artilleriebeschuss 33 Zivilisten getötet und 129 verletzt worden, hieß es. In mehreren Vierteln sei die Gas- und Wasserversorgung ausgefallen.

Auch in der Großstadt Lugansk müssen viele Menschen nach Behördenangaben weiterhin ohne Strom und Wasser auskommen. Schwierigkeiten gibt es demnach zudem mit der Lebensmittel- und Treibstoffversorgung sowie mit der Müllabfuhr.

Als Reaktion auf die Krise im Nachbarland hat Polen seine Warnungen vor einer russischen Invasion in der Ukraine verstärkt. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sagte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz, in den vergangenen Stunden habe er Informationen erhalten, dass die Gefahr einer direkten Intervention Russlands in der Ukraine in den vergangenen Tagen stark gestiegen sei.

Schon am Vorabend hatte Außenminister Radoslaw Sikorski vor einer russischen Invasion gewarnt. Die russische Armee habe ihre Gefechtsbereitschaft in der Grenzregion zur Ukraine wiederhergestellt, dort stünden mehrere Bataillone bereit, sagte Sikorski. Diese sollten „nur Druck ausüben. Oder einmarschieren.“

Die Äußerungen Sikorskis sorgten an den internationalen Aktienmärkten für Unruhe. Die Furcht der Anleger vor einer Eskalation der Ukraine-Krise drückte den deutschen Leitindex Dax um 1,4 Prozent auf 9064 Zähler und somit auf den tiefsten Stand seit fast fünf Monaten.

Der Westen und die Regierung in Moskau streiten bereits länger über die Größe und Zusammensetzung der russischen Verbände im Grenzgebiet. Die Ukraine kämpft gegen prorussische Rebellen im Osten des Landes.

Kommentare (45)

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Herr peter Spirat

06.08.2014, 11:12 Uhr

Man kann wohl davon ausgehen, dass Russland die Russen in der Ostukraine schützen muss. Machen sie es nicht, marschieren die Ukrainer dort ein und dann gibt es ein Blutbad.

Bisher sind 700.000 ukrainische Russen nach Russland geflüchtet. Warum wohl?

Frau Helga Trauen

06.08.2014, 11:43 Uhr

Die Polen spinnen! Anders kann man das nicht sagen.
Und die Einbußen wegen der Sanktionen sollen sie gefälligst allein tragen.

Frau Helga Trauen

06.08.2014, 11:45 Uhr

Russische Panzer verbreiten Angst und Schrecken?
Nee, bei mir nur die CIA in Kiew, die Blackwatersöldnertruppen und NATO-Rasmussen mit seiner Kriegsrhetorik.
Und was mir besonders Angst bereitet sind die MSM, dazu gehört auch die Handelsprawda. Da kann einem wirklich angst und bange werden...

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