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18.06.2014

11:50 Uhr

Krise in der Ukraine

Ukrainischer Präsident bietet Waffenstillstand an

Der Tod zweier russischer Journalisten, der Gasstreit und weitere Gefechte belasten die Friedenspläne Russlands und der Ukraine. Der ukrainische Präsident Poroschenko bietet nun einen einseitigen Waffenstillstand an.

Keine Ruhe in der Ostukraine: In Donezk wird weiter gekämpft. dpa

Keine Ruhe in der Ostukraine: In Donezk wird weiter gekämpft.

DonezkDer ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat einen einseitigen Waffenstillstand seiner Truppen vorgeschlagen. Das meldete die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch. Damit solle den prorussischen Separatisten im Osten des Landes die Möglichkeit gegeben werden, ihre Waffen niederzulegen oder das Land zu verlassen.

Das werde der erste Schritt für die Umsetzung des Friedensplans sein, den er vorgeschlagen habe, um den Konflikt zu deeskalieren, wurde Poroschenko von Interfax zitiert. „Der Plan wird mit meinem Befehl für einen Waffenstillstand beginnen.“ Er fügte hinzu, dass der Plan kurz danach von den anderen Beteiligten Unterstützung erfahren werde.

Schwere Gefechte und die Explosion einer Pipeline hatten zuvor die Friedensbemühungen in der Ukraine erschwert. Erneut kamen zahlreiche Menschen bei Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und prorussischen Separatisten im Osten des Landes ums Leben. Unter ihnen waren auch zwei russische Journalisten. Kremlchef Wladimir Putin forderte bei einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko eine Aufklärung des Vorfalls. Das Verhältnis der beiden Länder wird auch von einem Gasstreit belastet.

Hochburgen prorussischer Milizen in der Ostukraine

Slawjansk

Die Industriestadt (110.000 Einwohner) in der Region Donezk.

Donezk

Die Hauptstadt der gleichnamigen Region (eine Million Einwohner) ist zugleich die Hauptstadt der von den Aktivisten ausgerufenen „Republik Donezk“. Das Gebäude der Regionalverwaltung wurde am 6. April besetzt, das Rathaus zehn Tage später.

Lugansk

Die Hauptstadt der Region Lugansk (400.000 Einwohner) wird von den Milizen auch als Hauptstadt der „Republik Lugansk“ bezeichnet. Die Geheimdienstzentrale ist seit dem 6. April besetzt, am 29. April stürmten prorussische Demonstranten zudem das Gebäude der Regionalverwaltung.

Kramatorsk

In der Nachbarstadt von Slawjansk (160.000 Einwohner) besetzten Aktivisten am 12. April erstmals das Rathaus. Auch ein Gebäude des Geheimdienstes ist in ihrer Gewalt. Ein ukrainischer Militärstützpunkt in der Nähe ist jedoch weiterhin unter Kontrolle ukrainischer Soldaten.

Weitere Städte

In diesen Städten sind die Rathäuser besetzt: Gorliwka (260.000 Einwohner), Makijiwka (360.000 Einwohner), Artemiwsk (78.000 Einwohner), Jenakijewe (85.000 Einwohner), Charzysk (60.000 Einwohner), Schdaniwka (14.000 Einwohner), Kirowsk (28.000 Einwohner), Tores (80.000 Einwohner), Kostjantyniwka (80.000 Einwohner)

In einer Klinik in Lugansk starb ein russischer Journalist an seinen Verletzungen, wie Chefarzt Fjodor Soljanik sagte. Der 37-Jährige hatte sich an einer Straßensperre von Aufständischen aufgehalten, als eine Granate einschlug.

Bei der Explosion wurde ein zweiter Journalist des russischen Staatsfernsehens getötet. Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza bedauerte den Tod der Reporter, der wohl von den Sicherheitskräften verursacht worden war. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates forderten eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls.

„Die Lage ist bedenklich“

Am Rande der Kämpfe kam es zu einer Explosion an einer Leitung für den Export von russischem Gas Richtung Westen. Augenzeugen in der Region Poltawa sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei.

Dem Leitungsbetreiber Ukrtransgaz zufolge hat der Zwischenfall aber keine Auswirkungen auf den Gasfluss in die EU, da es eine Ersatz-Pipeline gebe. Naftogaz kündigte an, alle Teile des Transportsystems verstärkt zu kontrollieren. „Die Lage ist bedenklich“, sagte Chef Andrej Kobolew.

Kommentare (7)

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18.06.2014, 10:48 Uhr

Die USA (ihre Kiewer Junta sind reine Ami-Marionetten, man muß hierzu nur die beiden Hauptfiguren im Internet recherchieren) wollen dort keinen Frieden - also wird es dort auch keinen geben.

Die Ukraine ist für die "Amis" (genauer: das Regime in Washington und deren Hintermänner) nur der Hebel, einen Keil zwischen EUropa und Rußland (implizit Rußland-China) zu treiben, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Sie wollen - wie die Anglo-Amerikaner es seit Jahrhunderten handhaben und wofür sie Kriege und Weltkriege geführt bzw. angestiftet haben - das "Herzland" verhindern bzw. in moderner Ausdruckweise eine Eurasischen (wirtschaftliche) Union von China bis zum Atlantik - ein Raum, der die USA marginalisieren würde.

Jeder, der daher einen baldigen Frieden in der Ukraine (oder anderswo auf der Welt, wo die Amis und ihre Terrorgruppen agieren) erwartet ist ein ..... - nennen wir es höflich: Träumer.

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18.06.2014, 12:43 Uhr

http://findediewahrheit.wordpress.com/2014/03/23/soldaten-haben-auch-die-schnauze-voll-von-den-lugen/

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18.06.2014, 13:30 Uhr

Poroschenko denkt zu kurz und zu klein in seinem Friedensplan für die krisengeschüttelte Ostukraine. "Dazu gehöre eine zehn Kilometer breite Pufferzone entlang der Grenze zu Russland"..

Die Ukraine insgesamt sollte Pufferstaat werden, damit eine sichere Energieversorgung für den Westen gewährleistet ist.

Ausserdem könnten Russland, Weissrussland und China an der Ostgrenze, die NATO an der Westgrenze zur Ukraine, ohne die jeweils andere Seite zu provozieren, ihre wichtigen Manöver abhalten.

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