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13.09.2014

08:33 Uhr

Krise in der Ukraine

Zweiter russischer Konvoi passiert die Grenze

Russland hat einen zweiten Hilfskonvoi in die Ukraine geschickt. Die 200 Lkw, beladen, mit Medikamenten, Lebensmitteln und Stromgeneratoren, sei auf dem Weg nach Lugansk, heißt es von der russischen Zollbehörde.

Ein zweiter russischer Konvoi hat offenbar die Grenze zur Ukraine passiert. Die Kontrolle der rund 200 Lkw sei abgeschlossen, heißt es von der russischen Zollbehörde. dpa

Ein zweiter russischer Konvoi hat offenbar die Grenze zur Ukraine passiert. Die Kontrolle der rund 200 Lkw sei abgeschlossen, heißt es von der russischen Zollbehörde.

MoskauInmitten der Waffenruhe in der Ostukraine hat ein zweiter russischer Hilfskonvoi für das Konfliktgebiet die Grenze überquert und fährt in Richtung der Großstadt Lugansk. Die Zollkontrolle der rund 200 Lastwagen sei abgeschlossen, sagte Rajan Farukschin vom russischen Zoll am Samstag Agenturen zufolge.

Die Lkw haben demnach Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren geladen. Ein Teil des Konvois sei bereits wenige Kilometer vor Lugansk, berichteten russische Medien.

Ein erster Konvoi aus Moskau mit mehr als 250 Lastwagen war Mitte August unter Protest Kiews ohne Erlaubnis der ukrainischen Behörden über die Grenze gefahren. Die Ukraine und die Europäische Union verurteilten das eigenmächtige Vorgehen Russlands damals.

Die Mauer zwischen Russland und der Ukraine

2300 Kilometer...

... lang soll die Mauer zwischen Russland und der Ukraine nach dem Willen der ukrainischen Führung werden. Damit möchte die Führung in Kiew verhindern, dass heimlich Waffen und Kämpfer zur Verstärkung der moskautreuen Separatisten in die Ex-Sowjetrepublik gelangen. Die Ukraine wirft Russland vor, die Aufständischen auszurüsten. Moskau weist dies zurück und kritisiert die geplante Mauer.

Rund 400 Kilometer...

...Grenze sind aber derzeit nicht in der Hand der ukrainischen Behörden. Dort haben die Aufständischen die Kontrolle. In diesen Gebieten soll den Plänen Kiews zufolge erst in einer zweiten Phase gebaut werden. In einer ersten Phase soll in den Gebieten mit dem Bau begonnen werden, die der ukrainische Grenzschutz kontrolliert: in Tschernigow, Sumy und Charkow sowie im Norden des Raums Lugansk.

Provisorische Befestigungen...

... sind an der Grenze zu der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim geplant.

Herzstück des Mauerprojekts...

... sind ein Erdwall und ein mindestens vier Meter breiter und zwei Meter tiefer Graben. Ein fünf Meter breiter Sandstreifen soll Spuren von möglichen Grenzverletzungen zeigen. Alle 20 Kilometer ist ein Wachturm geplant.

Ein Zaun statt einer Mauer...

... ist für die weitgehend von den Aufständischen kontrollierten Gebiete Donezk und Lugansk. Alle 100 Meter sollen dort Kameras Grenzverstöße aufdecken helfen.

Rund 100 Millionen Euro...

... soll die Grenzbefestigung ersten Schätzungen zufolge kosten. Experten gehen von weitaus höheren Kosten aus. Der Bau soll in einem halben Jahr abgeschlossen sein.

Eine Vereinbarung zwischen Kiew und den Separatisten vom vorvergangenen Freitag über eine Waffenruhe sieht vor, die notleidende Bevölkerung in Donezk und Lugansk mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Moskau hatte nach dem Zustandekommmen der Vereinbarung angekündigt, einen neuen Hilfskonvoi in die Ostukraine zu schicken.

Die EU war Moskau am Freitag überraschend entgegengekommen: Die Umsetzung des von Russland scharf kritisierten Freihandelsabkommens zwischen Brüssel und Kiew wurde auf Ende nächsten Jahres verschoben, wie EU-Handelskommissar Karel de Gucht nach Gesprächen mit ukrainischen und russischen Ministern mitteilte.

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