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09.09.2015

14:58 Uhr

Krise in Griechenland

Arbeitsgruppe zur Bankenrettung soll schon vor Neuwahlen stehen

Am 20. September wählen die Griechen ein neues Parlament. Dann soll eine Arbeitsgruppe zur Rekapitalisierung der Banken bereits bereits sein, ihre Arbeit aufzunehmen. Experten der Gläubiger sitzen mit am Tisch

Die noch amtierende griechische Regierung will eine Arbeitsgruppe zur Bankenrettung bilden. dpa

Unabhängig von Neuwahlen

Die noch amtierende griechische Regierung will eine Arbeitsgruppe zur Bankenrettung bilden.

AthenZur dringend erforderlichen Bankenrekapitalisierung setzt die amtierende griechische Regierung eine Arbeitsgruppe mit Experten der internationalen Geldgeber ein, damit die Aufgabe direkt nach der Wahl am 20. September angegangen werden kann. „Das Wirtschaftsministerium hat am Dienstag den Aufbau der Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der griechischen Zentralbank beschlossen“, teilte das Ministerium mit. Anwälte, Experten und Vertreter von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) würden in der Gruppe sitzen.

Die Griechen müssen am 20. September ein neues Parlament wählen, weil Ex-Regierungschef Alexis Tsipras wegen der schmerzhaften Auflagen für das neue Rettungspaket der Gläubiger im Umfang von 86 Milliarden Euro seine Mehrheit verloren hatte. In Umfragen liefern sich seine Linkspartei Syriza und die konservative Nea Dimokratia ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Lage der griechischen Banken ist prekär. Um einen Kollaps des Finanz- und Wirtschaftssystems zu verhindern, hatte die Tsipras-Regierung Ende Juni Kapitalverkehrskontrollen verhängt und Bargeldabhebungen massiv eingeschränkt. Zuvor waren täglich Millionenbeträge abgeflossen.

Das sind Griechenlands Parteien

ND

Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) mit 27,8 Prozent und 76 Abgeordneten.

Syriza

Das Bündnis der radikalen Linken (Syriza). Die Partei hatte bei den letzten Wahlen im Januar 36,4 Prozent und 149 Abgeordnete im Parlament mit 300 Sitzen erhalten. Nach ihrer Spaltung am Freitag hat die Syriza nur noch 124 Abgeordnete.

LAE

Die neue Fraktion Volkseinheit (LAE) mit 25 Abgeordneten. Diese Angeordneten waren bislang in der Syriza und spalteten sich aus Protest gegen die Sparpolitik ab.

Goldene Morgenröte

Die rechtsradikale Partei Goldene Morgenröte mit 6,3 Prozent und 17 Abgeordneten.

To Potami

Die Partei der politischen Mitte To Potami mit sechs Prozent und ebenfalls 17 Abgeordneten.

KKE

Die Kommunisten (KKE) mit 5,5 Prozent und 15 Abgeordneten.

Anel

Die rechtspopulistische Partei der unabhängigen Griechen (Anel) mit 4,8 Prozent und 13 Abgeordneten.

Pasok

Die Sozialisten (Pasok) kommen auf 4,7 Prozent und 13 Abgeordnete.

Sobald eine neue Regierung gebildet sei, solle diese „konkrete Vorschläge“ für die Stabilisierung der Banken auf dem Tisch haben und die notwendigen Entscheidungen treffen können, erklärte das Wirtschaftsministerium nun. Im neuen Rettungspaket sind 25 Milliarden Euro für die Rettung der Banken reserviert. Den genauen Bedarf soll ein Stresstest der EZB ermitteln, der in diesem Monat vorgenommen wird.

Von

afp

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