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26.01.2012

09:45 Uhr

Krise in Griechenland

Athen hofft auf den Schuldenschnitt

Griechenland erwartet die entscheidenden Gespräche zum dringend benötigten Schuldenschnitt noch in dieser Woche: Der Präsident des Internationalen Bankenverbandes wird noch heute in Athen erwartet.

Der Chef des Internationalen Bankenverbandes, Charles Dallara. Reuters

Der Chef des Internationalen Bankenverbandes, Charles Dallara.

Die Verhandlungen des Euro-Schuldensünders Griechenland mit den Banken über den dringend benötigten Schuldenschnitt sollen am Donnerstag wieder aufgenommen werden. Aus diesem Grund wurde der Geschäftsführer des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, in Athen erwartet.

Dallara soll sich Kreise zufolge mehrfach mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos treffen. Athen sei optimistisch, dass die Gespräche über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können.

Parallel zu den Verhandlungen läuft auch eine neue gründliche Kontrolle der griechischen Finanzen: Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) stellten nach den ersten Inspektionen erneut Verspätungen bei den Reformen fest. Sie fordern weitere harte Sparmaßnahmen und eine beschleunigte Verschlankung des griechischen Staates.

Das 13. und 14. Monatsgehalt soll im privaten Sektor abgeschafft werden. Tarifverträge sollen nicht mehr gelten, Arbeitszeiten liberalisiert werden. Ziel ist es, die griechische Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Zudem sollen Zusatzrenten gekürzt und Staatsbedienstete entlassen werden.

Der angestrebte freiwillige Forderungsverzicht der privaten Gläubiger soll Griechenlands Schulden um rund 100 Milliarden Euro drücken. Streitpunkt sind aber nach wie vor die Zinsen für neue, langfristige Anleihen. Die Banken und andere Gläubiger wollen nicht weniger als vier Prozent im Durchschnitt. Der IWF und wichtige EU-Staaten verlangen für die neuen Anleihen dagegen einen Zinssatz von maximal 3,5 Prozent, weil sonst die Last für Griechenland immer noch zu groß sei.

Von

dpa

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