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04.08.2014

19:37 Uhr

Krise in Griechenland

EU erwägt mildere Auflagen für Athen

Die Troika Geschichte, verlängerte Kreditlaufzeiten – Athen könnte für seine Reformen von der EU Erleichterungen beim Schuldenabbau erhalten. Die könnte dabei womöglich auch die Wahlen im kommenden Jahr im Blick haben.

Antonis Samaras kann im Kampf gegen die Schuldenkrise auf ein Entgegenkommen der EU hoffen. Die will der griechischen Premierminister damit womöglich auch gleich noch den Rücken für die Wahlen im kommenden Jahr stärken. ap

Antonis Samaras kann im Kampf gegen die Schuldenkrise auf ein Entgegenkommen der EU hoffen. Die will der griechischen Premierminister damit womöglich auch gleich noch den Rücken für die Wahlen im kommenden Jahr stärken.

Frankfurt/AthenAuf der Suche nach einer Nachfolgelösung für die Troika erwägt die EU Griechenland im Gegenzug für Reformen beim Schuldenabbau zu helfen. Statt der bei vielen Griechen verhassten Überprüfungen durch die Teams aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) soll die Regierung in Athen künftig stärker selbst entscheiden, wie sie ihr Land aus den Nachwehen der Euro-Schuldenkrise herausführt, sagten mit der Sache Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters.

Entscheidungen dazu stünden gegen Ende des Jahres an, wenn das zweite Hilfsprogramm, mit dem Griechenland vor dem Finanzkollaps gerettet wurde, ausläuft.

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht der Ansatz, dass Griechenland für das Umsetzen von Reformen Erleichterungen beim Schuldenabbau, etwa durch längere Laufzeiten zur Rückzahlung von Krediten, erhalten könnte

Damit könnte auch die Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Antonis Samaras gestärkt werden, die sich womöglich schon im kommenden Jahr Wahlen stellen muss und sich der Opposition der linksgerichteten Syriza-Partei gegenüber sieht, die bei den Europawahlen in Griechenland am stärksten abgeschnitten hatte.

So arbeitet die Troika

Regelmäßige Überprüfung

Die Troika ist eine Gruppe von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB), der EU-Kommission und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit dem Start des ersten Griechenland-Rettungspakets im Frühjahr 2010 überprüft sie alle drei Monate, ob Athen die Spar- und Reformauflagen erfüllt. Die einzelnen Tranchen der Notkredite geben die Eurozone und der IWF nur frei, wenn ihre Fachleute den griechischen Behörden vorher ein ausreichendes Zeugnis ausstellen und die Schuldentragfähigkeit als gesichert beurteilen.

Enge Zusammenarbeit

Die Experten arbeiten mit der Regierung in Athen beim Erstellen der Sparziele zusammen und geben auch Ratschläge zu ihrer Umsetzung.

Kein Geld ohne Zustimmung

Das Troika-Zeugnis ist für Griechenland von existenzieller Bedeutung.

Die Taskforce

Die Troika ist nicht zu verwechseln mit der sogenannten Taskforce. Diese Arbeitsgruppe der EU war im Sommer 2011 parallel zur Troika eingesetzt worden, um die griechische Konjunktur wiederzubeleben. Sie steht unter der Leitung des Deutschen Horst Reichenbach und soll bei der Umsetzung von Strukturreformen helfen, die die Troika Griechenland verschrieben hat.

Am Montag trafen sich Samaras und der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zu einem Gespräch in Athen. Juncker hatte bereits gefordert, die Troika durch ein Gremium zu ersetzen, das demokratischer legitimiert sei.

Den EU-Plänen zufolge, die sich noch in einem frühen Stadium befinden, soll die EU-Kommission zweimal im Jahr und nicht wie bisher die Troika alle drei Monate prüfen, wie die Regierung in Athen bei der Umsetzung der Reformen vorankommt. Griechenland solle sich zu einem Sechs-Jahres-Plan verpflichten, in dem das Erreichen wichtiger Zwischenschritte mit Erleichterungen beim Schuldenabbau belohnt werde. Die Troika solle es dann nicht mehr geben, sagte ein mit der Sache Vertrauter.

Kommentare (4)

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Herr Horst Hamacher

04.08.2014, 20:03 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Woldemar von Stechlin

05.08.2014, 08:48 Uhr

Und so geht das Spiel mit GR weiter. Strukturreformen Fehlanzeige und das nächste Rettungspaket aus unseren Steuergeldern kommt bestimmt.

Dennoch werden auch bei den Landtagswahlen wieder nur 7-8% AfD wählen. Wollen die Leute eigentlich freiwillig für Lazy-Hellas zahlen? Verstehe ich nicht.

Herr D. Dino54

05.08.2014, 09:22 Uhr

Natürlich geht das so weiter, GRE hat sich durch Lügen, Tricksereien und Betrug einen Anzug (EURO) angelegt, der Ihn nicht passt und in Zukunft auch nicht passen wird !
Nicht nur GRE !

Es war und wird es sehr teuer, aber die wenigen zahlenden EU-Bürger nehmen still (nicht alle) eigene Benachteiligungen in vielen Bereichen hin !

Damals, als noch die Märchen erzählt wurden von Politikern, WIR alle werden durch die EU nur Vorteile erfahren, waren nur Lockmittel, wie auch unter anderem das Thema Freihandelsabkommen mit den USA !

NUR Märchen, sonst nichts ! Vorteile für wenige !

Diese Politiker - Generation, seit ROT/GRÜN hat unserem Land und der EU-Entwicklung schweren Schaden zugefügt, durch private Vorteilnahme, kranker Lobbyismus und Kompetenzleere ! Nicht alle, aber zu viele !!!



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