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12.06.2011

11:24 Uhr

Krise in Griechenland

Papandreou will keine Beteiligung privater Gläubiger

Der griechische Ministerpräsident hält nichts von der Idee des deutschen Finanzministers Schäuble. Von der Beteiligung privater Gläubiger seien die Märkte nervöser geworden. Nun spricht er sich für eine neue Steuer aus.

Die Flagge der Europaeischen Union, die Flagge der Nationalbank von Griechenland und die griechische Nationalflagge wehen in Athen vor dem Gebäude der Nationalbank von Griechenland. Quelle: dapd

Die Flagge der Europaeischen Union, die Flagge der Nationalbank von Griechenland und die griechische Nationalflagge wehen in Athen vor dem Gebäude der Nationalbank von Griechenland.

AthenDer griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat sich gegen eine Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung Griechenlands ausgesprochen. Die Idee des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble sei zwar „in der Theorie richtig“, sagte Papandreou der Athener Sonntagszeitung „To Vima“. Sie habe aber bislang das Gegenteil bewirkt, die Märkte seien nervöser geworden.

Papandreou sprach sich für eine Steuer auf Finanztransaktionen sowie für die Ausgabe von Euro-Anleihen (Eurobonds) aus. „Die Zeit wird knapper und die Verhandlungen dauern an. Mehr will ich jetzt nicht sagen.“ Schäuble hatte eindringlich für eine „weiche“ Umschuldung geworben. Er hofft auf einen Kompromiss mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und den Euro-Partnern im Streit um eine Beteiligung privater Geldgeber.

Griechenland steht vor der Staatspleite, wenn keine Lösung für das hoch verschuldete Land gefunden wird. Athen hatte bereits vor gut einem Jahr ein Paket von Europäern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) von 110 Milliarden Euro erhalten. Die nächste Tranche von 12 Milliarden Euro ist im Juli fällig - Athen braucht sie dringend, freigegeben ist sie noch nicht. Zudem wird über ein neues Milliarden-Hilfspaket verhandelt.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Petra

12.06.2011, 12:55 Uhr

Griechenland ist ein hervorragendes Beispiel für die PIGSI-Staaten sowie alle neuen Beitrittskandidaten:
Belügt und betrügt für die EU-Aufnahme. Seid ihr erst mal drin, liefert ein paar Jahre vorsätzlich (!) falsche Zahlen. Macht Schulden so viel ihr könnt. Wenn dann alles auffliegt, ist es eh zu spät und das Problem ist nicht mehr Eures, sondern das der EU. Am Ende zahlt Deutschland dann die große Rechnung! Zumindest so lange bis das Deutsche Volk Parteien wählt, die Deutsche Interessen vertreten. Bis dahin geht die Party auf Kosten Deutschlands weiter...

azaziel

12.06.2011, 13:12 Uhr

Die Website Statista zeigt heute, dass deutsche Banken zwischen Maerz und Dezember 2010 ihr Griechenlandengagement kaum verandert haben (22 Mrd). Franzoesische Banken haben im gleichen Zeitraum ihr Engagement von 27 auf 15 Mrd. reduziert. Auch die Banken anderer Laender haben ihr Engagement in Griechenland drastisch reduziert. Ermoeglicht wurde diese Reduzierung durch den Aufkauf von Schrottanleihen durch die EZB und durch das erste Rettungspaket von 110 Mrd. Diese „Umschuldung“ wird direkt und indirekt zum groessten Teil von Deutschland getragen (Direkte Finanzierung von Griechenland, Anteile an EZB, IWF, Garantien, etc). Zusaetzlich zu diesen Kosten wird der Steuerzahler wohl auch die Kosten fuer Ausfaelle bei staatlichen Banken (z.B. Hypo Real Estate etc.) tragen muessen. Die weitere Interpraetation ueberlasse ich Ihnen.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/189878/umfrage/wert-der-von-auslaendischen-banken-gehaltenen-griechischen-staatsanleihen/

Account gelöscht!

12.06.2011, 13:20 Uhr

Ja, eben eine "feine Gemeinschaft"... Widerstand ist notwendig!

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