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08.08.2015

15:51 Uhr

Krise in Griechenland

Steuerfahnder durchsuchen Knossos-Museum

Das Knossos-Museum auf Kreta ist ins Visier der Steuerfahnder geraten, Touristen hatten sich über fehlende Quittungen beschwert. Die weltbekannten Ruinen könnten nun zum Sündenbock für Athen werden.

Die berühmten historischen Stätten auf Kreta stehen im Fokus neuer Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung.

Knossos am Pranger

Die berühmten historischen Stätten auf Kreta stehen im Fokus neuer Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung.

AthenEine der berühmtesten archäologischen Stätten Griechenlands ist ins Visier der Steuerfahnder geraten: Verärgerte Touristen hatten sich bei den Behörden gemeldet, weil sie im Souvenirshop von Knossos auf Kreta keine Quittungen erhielten.

Daraufhin schickte Athen Inspektoren zu den weltbekannten Ruinen auf der Insel, und diese stellten gleich 534 Steuervergehen an einem einzigen Tag fest, wie Medien am Samstag berichteten. Die Kasse im Souvenirshop war demnach gar nicht angeschlossen, so dass sämtliche Verkäufe schwarz abgewickelt wurden.

Kulturminister Nikos Xydakis sprach von einer „null Toleranz“-Politik gegenüber Steuersündern in den Reihen von Staatsbediensteten. Sobald der Bericht der Inspektoren vorliege, würden Disziplinarmaßnahmen gegen die Betrüger aus Knossos verhängt.

Die griechischen Privatisierungspläne

Bahnen

Allen voran stehen die griechischen Eisenbahnen (TRAINOSE) zur Privatisierung an. Die Bahngewerkschaft hat einen harten Kampf gegen diesen Verkauf angekündigt. Bereits am Montag legten die Eisenbahner für mehrere Stunden die Arbeit nieder, obwohl es noch keinen konkreten Vorschlag für den Verkauf der TRAINOSE gibt.

Energie

Als „Alptraum“ für jede griechische Regierung gilt der geplante Verkauf von Teilen der Elektrizitätsgesellschaft (DEI) und ihres Stromnetzes. Die Gewerkschaften sind dort so stark, dass sie im Land mit umfangreichen und langen Streiks das Licht ausgehen lassen könnten. Die Zukunft des Gasnetzes DESFA ist noch unklar.

Flughäfen

Etliche Privatisierungen hängen noch in der Schwebe. Darunter ist der Verkauf des alten, seit 2002 geschlossenen Flughafens von Athen, Hellenikon, sowie die Verpachtung von 13 Regionalflughäfen. Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport hatte im November 2014 zusammen mit einem griechischen Partner die Betreiberkonzessionen für die Regional-Airports erhalten – darunter die Flughäfen in Thessaloniki sowie auf den Inseln Kreta, Korfu und Rhodos. Der endgültige Vertrag sollte ursprünglich im Laufe dieses Jahres unterzeichnet werden. Jetzt wird der Fall wieder geprüft.

Häfen

Gelungen ist bislang die Verpachtung eines Teils des Hafens von Piräus an den chinesischen Transportriesen COSCO. Geplant ist nun die Verpachtung weiterer Teile des Hafens von Piräus und des wichtigen Hafens von Thessaloniki sowie einer Raffinerie.

Glücksspiel

Das griechische Glücksspielunternehmen OPAP ist bereits privatisiert worden.

Immobilien

Rund 1000 Gebäude sollen verkauft oder vermietet werden. Dazu gehören auch neoklassizistische Gebäude aus den 1930er Jahren, die jedoch total verfallen sind.

Inseln

Auch einige kleine unbewohnte Inseln im Staatsbesitz sollen als Feriendomizile verkauft werden.

Der pleitebedrohte griechische Staat braucht jeden Cent, um seine Schulden begleichen zu können. Die Steuervermeidung war in Griechenland lange eine Art Volkssport. Wie schon mehrere Vorgängerregierungen hat nun auch die linksgerichtete Syriza-Regierung dem Phänomen den Kampf angesagt. Die Idee von Ex-Finanzminister Giannis Varoufakis, Touristen gezielt als Steuerfahnder einzusetzen, wurde bislang aber nicht aufgegriffen.

Von

afp

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