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18.09.2014

14:36 Uhr

Krise in Westafrika

Bundeswehr startet Ebola-Noteinsätze

In den kommenden Tagen startet die Bundeswehr ihre Transportflüge ins westafrikanische Ebola-Gebiet. Staatssekretäre mehrerer Ministerien wollen am Freitag über die Details und weitere Maßnahmen zu beraten.

Im Kampf gegen die Ebola-Krise sind etliche Hilfsorganisationen im Einsatz, um etwa Krankenhäuser zu unterstützen und mobile Kliniken aufzubauen. AFP

Im Kampf gegen die Ebola-Krise sind etliche Hilfsorganisationen im Einsatz, um etwa Krankenhäuser zu unterstützen und mobile Kliniken aufzubauen.

Berlin.Die Bundeswehr startet ihre Transportflüge ins westafrikanische Ebola-Gebiet nach Angaben des Verteidigungsministeriums in den nächsten Tagen. Die Materialien ständen bereit, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin.

Allerdings müsse noch geklärt werden, welche Hilfsgüter genau in die Katastrophenregion geliefert werden sollten und welcher Ort in Liberia angeflogen werde. Vorgesehen sei, die Hilfsmittel und die mobile Feldklinik an Hilfsorganisationen zu übergeben.

Nach Angaben aus Regierungskreisen wollen am Freitag die Staatssekretäre mehrerer Ministerien unter Federführung des Auswärtigen Amts Details zur deutschen Hilfe für die Region abklären. Ein Krisenstab stehe bereits mit Behörden und Organisationen vor Ort in Kontakt.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Im Kampf gegen die Ebola-Krise sind vor Ort zahlreiche Hilfsorganisationen im Einsatz, die mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammenarbeiten. Diese hätten ausreichend Erfahrung beim Aufbau und dem Betrieb eines solchen Feldlazaretts, sagte der Ministeriumssprecher. Die bereits verpackte mobile Klinik könne mit zwei Transportflugzeugen dorthin geflogen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Hilfe am Vortag angekündigt. Sie reagierte damit auf einen Hilfsappell der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf an die Regierungschefs mehrerer westlicher Staaten. Auch US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft zu einem stärkeren Einsatz aufgefordert.

Von

rtr

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