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06.05.2015

07:52 Uhr

Krisen-Programm

Athen plant Sonderabgabe für reiche Familien

Mit einer Sondersteuer für die 500 reichsten Familien des Landes will die griechische Regierung ihre Einnahmen erhöhen, um weitere Hilfen von der EU bekommen. Auch die Luxussteuer soll angehoben werden.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will Reiche stärker besteuern. dpa

Griechen in Geldnot

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras will Reiche stärker besteuern.

BerlinDie griechische Regierung schlägt der Eurogruppe laut einem Zeitungsbericht weitere steuerliche Maßnahmen vor, mit denen sie die Auszahlung der letzten Tranche des zweiten Hilfspakets erreichen will. Unter anderem sei die Einführung einer Sondersteuer für die 500 reichsten Familien Griechenlands geplant, berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch unter Berufung auf eine neue Reformliste aus dem griechischen Finanzministerium, die bereits in Brüssel eingereicht worden sei.

Zugleich solle die Zusatzsteuer angehoben werden, die Beschäftigte mit mehr als 30.000 Euro Jahreseinkommen bezahlen müssen. Auch eine Anhebung der Luxussteuer zum Beispiel auf teure Autos und die Einführung einer Steuer auf Luxusreisen auf griechische Urlaubsinseln sei geplant, berichtete die "Bild". Um mehr Steuerehrlichkeit zu erreichen, sollten sämtliche Zahlungen über Beträge von 70 Euro aufwärts nur noch mit EC-Karte möglich und somit nachweisbar sein. Außerdem wolle die griechische Regierung die bisher drei Mehrwertsteuersätze zu einem einheitlichen zusammenführen.

Zahlen und Fakten zu Griechenland

Bevölkerung

In Griechenland leben etwas mehr als zehn Millionen Menschen (10.816.286). Daneben leben rund 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Bürgerkriegsländern wie dem Irak, Syrien und Libyen.

Stad, Land, Volk

Angaben der Weltbank zufolge lebten 2014 insgesamt 8.642.000 Griechen in Städten. Die überwiegende Mehrheit der Griechen lebt also in ländlichen Gebieten.

Bruttoinlandsprodukt

Das griechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm in den vergangenen Jahren stetig ab. 2013 lag es bei 182,1 Milliarden Euro, Schätzungen zufolge liegt das BIP 2014 bei 181,9 und 2015 Schätzungen zufolge bei 187,9 Milliarden Euro.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote steigt in Griechenland seit Beginn der Krise stetig an. Während 2008 lediglich 7,2 Prozent der arbeitenden Bevölkerung ohne Beschäftigung waren, stieg der Anteil der Arbeitslosen über 17,65 Prozent in 2011 bis auf 27,25 Prozent 2013 der griechischen Gesamtbevölkerung an.

Pro-Kopf-Verschuldung

2006 war jeder Grieche durchschnittlich mit 20.272,02 Euro verschuldet. Dieser Wert erreichte seinen Zenit mit 32.000,49 Euro in 2011. Zwei Jahre später lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 28.848,16 Euro.

Durchschnittsalter

Das Durchschnittsalter der griechischen Bevölkerung liegt 2015 bei 43,5 Jahren.

Die neue griechische Regierung verhandelt seit ihrem Amtsantritt Ende Januar mit den Geldgebern der Eurozone über die weitere finanzielle Unterstützung. Voraussetzung einer letzten Tranche von Hilfskrediten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro ist aber eine eine umfassende Liste mit Reformen.

Von

afp

Kommentare (3)

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elly müller

06.05.2015, 12:15 Uhr

Endlich möchte man sagen! ABER nicht nur die Griechen!!!

Es wäre wünschenswert wenn die Deutschen reichsten Familien ebenfalls mit einer Zusatzsteuer zur Kasse gebeten werden würden!

Oder Schlupflöcher endlich gestopft werden würden, die es großen Konzernen erlaubt kaum Steuer zu bezahlen, aber alles zu nutzen was der dumme Michl aufgebaut hat!!!!Oder vielleicht doch mal die Finanztransaktionssteuer und und und

Also lernt von den Griechen und bittet mal die Steuerhinterzieher zur Kasse!


Herr Rainer E. Pfander

06.05.2015, 12:30 Uhr

Wenn ich mich recht erinnere, hat vor nicht all zu langer Zeit, die Schweiz ein Angebot gemacht, die dreistelligen Milliarden-Beträge von griechischem Vermögen bei Schweizer Banken "bekannt zu machen" um evtl. zu besteuern.
Griechenlands Regierung bekundete aber kein Interesse. Jedenfalls haben sie in der Schweiz nicht "nachgehakt".
Sollten man nicht dort, wo's am wenigsten weh tut, mal anfangen...???

Herr Klaus Hofer

06.05.2015, 15:27 Uhr

Mit dieser fulminanten Idee wollen die Realitätsverweigerer in Athen vermutlich alle Sozis in der EU davon überzeugen, daß das abgewirtschaftete Griechenland unbedingt und um jeden Preis in der Euro - Zone gehalten werden muß. Statt diejenigen abzustrafen, die ihr Vermögen noch in Griechenland gehalten haben, sollten sich Tsirpas & Co lieber um diejenigen kümmern, die ihr Schwarzgeld seit Jahren in Länder wie die Schweiz geschafft haben. Steuerhinterziehung ist in Griechenland - wenn man die Verhältnisse kennt - seit Jahrzehnten üblich, übrigens nicht nur von den sog. Eliten. Es handelt sich um eine lächerliche " Symbolpolitik " , die nicht viel bringt, aber um so mehr von denjenigen bejubelt wird, die alles bestreiten, außer ihrem Lebensunterhalt.

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