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24.02.2012

04:10 Uhr

Krisenexperte

Die Uno schickt Kofi Annan nach Syrien

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon will den Menschen in Syrien helfen. Bislang scheiterte ein Eingreifen des Uno-Sicherheitsrats jedoch am Veto Chinas und Russlands. Nun soll Kofi Annan als Sondergesandter vermitteln.

Freunde Syriens treffen sich

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New YorkDer ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist zum „gemeinsamen Sondergesandten der UNO und der Arabischen Liga für die Krise in Syrien“ ernannt worden. Das teilten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, in einer am Donnerstagabend in New York verbreiteten Erklärung mit.

Man sei dankbar, dass Annan diese wichtige Aufgabe in dieser schwierigen Lage für die Menschen in Syrien angenommen habe. Dem Ghanaer werde ein Stellvertreter aus dem arabischen Raum an die Seite gestellt.

Annan werde sich bemühen, durch Vermittlungen ein Ende der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen in Syrien zu erreichen und sich für eine friedliche Lösung der Krise einsetzen, hieß es. Annan werde dazu mit Kräften innerhalb und außerhalb Syriens zusammenarbeiten. Ziel sei eine „politische Lösung, die die demokratischen Hoffnungen der syrischen Bevölkerung erfüllt“.

Annan war von 1997 bis 2006 Generalsekretär der Vereinten Nationen. In seine Amtszeit fielen viele internationale Krisen und Kriege, etwa im Kosovo, dem Nahen Osten und Sudan. Vor allem nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 stand die von ihm geleitete Weltorganisation im Schlaglicht. Im selben Jahr erhielt der Top-Diplomat zusammen mit den Vereinten Nationen den Friedensnobelpreis. Im Anschluss an seine Amtszeit schaltete er sich als Vermittler in Krisen ein, etwa vor vier Jahren bei den heftigen Unruhen nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Kenia.

Annan war der Favorit für den Posten. Ebenfalls gute Chancen hatte man dem früheren finnischen Präsidenten und erfahrenen Krisenmakler Martti Ahtisaari eingeräumt. Weitere Kandidaten für den Posten des Sondergesandten seien der frühere algerische Regierungschef Mouloud Hamrouche und der frühere Außenminister Kuwaits, Mohammed Sabah al-Salem al-Sabah gewesen, verlautete aus UN-Kreisen.

Die Uno bemüht sich um ein Ende des blutigen Vorgehens der syrischen Regierung gegen die Protestbewegung in dem arabischen Land. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte kamen in den vergangenen elf Monaten mehr als 7600 Menschen ums Leben, die Schätzungen der Uno liegen bei mehr als 5000.

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In der vergangenen Woche forderte die UN-Vollversammlung ein sofortiges Ende der Gewalt, ihre Resolution hat aber nur symbolischen Charakter. Ein Eingreifen des UN-Sicherheitsrates scheiterte bislang am Veto Russlands und Chinas. Am Freitag kommen Vertreter von rund 60 Staaten und internationalen Organisationen zu einer Syrien-Konferenz in Tunesien zusammen.

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