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16.06.2014

12:42 Uhr

Krisengespräche gescheitert

Russland dreht Ukraine das Gas ab

Der Streit zwischen Moskau und Kiew um Gaslieferungen eskaliert: Nach Abbruch der Verhandlungen hat Russland nach ukrainischer Darstellung seine Lieferungen eingestellt. Die EU hofft dennoch auf eine gütliche Lösung.

Gazprom: Russisch-ukrainische Verhandlungen gescheitert

Video: Gazprom: Russisch-ukrainische Verhandlungen gescheitert

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Moskau/KiewNach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über Gaslieferungen macht Moskau nun ernst: Der russische Energiekonzern Gazprom hat nach Angaben aus Kiew seine Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt. Die Regierung sei darüber informiert worden, dass die Gaslieferungen „auf Null“ heruntergefahren worden seien, sagte der ukrainische Energieminister Juri Prodan am Montag in einer Kabinettssitzung. Allerdings werde die Ukraine sicherstellen, dass für Europa bestimmtes Gas in die entsprechenden Länder weitergeleitet werde.

Zuvor waren die Gasverhandlungen kurz vor dem Ablauf eines russischen Ultimatums gescheitert. „Wir haben keine Einigung erzielt und die Chancen sind gering, dass wir uns noch einmal treffen“, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow am frühen Montagmorgen nach den Gespräche unter EU-Vermittlung in Kiew. Obwohl der Ukraine nun ein Lieferstopp bevorsteht, hält die EU-Kommission eine Einigung weiterhin für möglich. Nach Angaben der EU-Kommission sind Gaslieferungen in die Europäische Union bisher nicht vom russischen Gasstopp betroffen.

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Um 8.00 Uhr (MESZ) war das Ultimatum abgelaufen. Der russische Energiekonzern kündigte am Montag an, dass er nun nur noch gegen Vorkasse in das wichtigste Transitland für den Energiefluss in die EU liefern werde.Außerdem teilte Gazprom mit, vor das internationale Schiedsgericht in Stockholm zu ziehen, um die Schulden des ukrainischen Gaskonzerns Naftogaz – nach russischen Angaben 4,5 Milliarden US-Dollar – einzutreiben. Auch Naftogaz will vor das Schiedsgericht ziehen, in der Klage solle es um den „überzogenen“ Preis für russisches Gas gehen.

Russland und die Ukraine streiten seit langem über den Preis für russisches Erdgas. Die jüngsten Zusammenstöße zwischen dem ukrainischen Militär und prorussischen Separatisten hatten zuletzt die Aussichten auf eine Lösung im Gasstreit deutlich getrübt. Nach Gazprom-Angaben gingen die unter Vermittlung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger geführten Gespräche in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ohne Einigung zu Ende. Der ukrainische Energieminister Juri Prodan kündigte an, sein Land werde sich nun verstärkt um Gaslieferungen aus Westeuropa bemühen.

Kommentare (39)

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16.06.2014, 07:35 Uhr

"Der ukrainische Außenminister Andrej Deschtschiza bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor der jubelnden Menge als „Scheißkerl“,"

Dieses Verhalten seiner Schuldner stimmt natürlich jedne Gläubiger milde!

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16.06.2014, 07:36 Uhr

"Der ukrainische Energieminister Juri Prodan kündigte an, sein Land werde sich nun verstärkt um Gaslieferungen aus Westeuropa bemühen."

Und wer zahlt die Lieferungen dann?

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16.06.2014, 07:51 Uhr

Na wir! Wie immer. Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

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